Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1146 Gäste online

Neue Kommentare

Giselheid Otto zu Dialog über Grenzen: Kunst aus Ost und West – Die Sammlung Riese: Lieber Herr Riese,
ich bin Michaelas Freun...

Willem van Rensenbrink zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns: Danke für den Tipp. Ein klarer Oscar-Kandidat!...
h. pöhls zu James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone: war genauso beeindruckt. Gut beschrieben....
Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Wim Bosch - Fruchtbare Augenblicke eines Künstlers

Drucken
(365 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 09. Februar 2009 um 18:08 Uhr
Wim Bosch - Fruchtbare Augenblicke eines Künstlers 4.6 out of 5 based on 365 votes.
Wim Bosch - Bitte klicken zur Ansicht

Der niederländische Künstler Wim Bosch ist Maler.

Obwohl nicht ein einziges Bild in der Ausstellung nach Malerei aussieht, sondern alles durchweg aus digital bearbeiteter, collagierter Fotografie besteht, ist die Erwähnung, dass er Maler ist, insofern wichtig, weil sich dies aus der konsequenten Arbeitsweise erschließt:

Er beginnt mit der leeren, weißen Fläche und komponiert seine einzelnen fotografischen Fragmente Stück für Stück zu einem Ganzen. Bosch arbeitet überdies seit 20 Jahren an seinem Themenkanon: Interieur, Innen und Außen sowie privat und öffentlich. Waren seine Malereien in den 1990er Jahren aus Acryl, Öl und Fotofragmenten auf Leinwand und Sperrholz und in einer Art fotorealistischer Manier gemalt, so ist es nur schlüssig, dass er sich seit 2001 dem Medium der Fotografie ganz und ausschließlich stellt und alle Facetten der digitalen Eingriffsmöglichkeiten im Bild nutzt.

Die Bilderwelten von Bosch entpuppen sich als komplexe, vielschichtige und filmisch anmutende Werke, die Zeit zum Betrachten benötigen. Die Schichten, Ebenen, Reflexionen und Spiegelungen innerhalb des Bildraumes erzeugen Geschichten. Einem Filmstill gleich, ist nur scheinbar ein kurzer Moment eines sich fortlaufend bewegenden Zeitgefüges sichtbar. Jedoch schafft es der Künstler, und hier liegt die Brisanz, seinen Bildern etwas zu geben, was Gotthold Ephraim Lessing den „prägnanten Moment oder fruchtbaren Augenblick“ nannte. Dieser impliziert keinen abgeschlossenen oder beendeten Vorgang, der alles aus sich heraus erklärt und solitär aus der Welt herausgehoben werden darf. Die Bildelemente tragen vielmehr immer sowohl ihr eigenes Vorher als auch ihr Nachher in sich und verschließen sich nicht unseren eigenen imaginären Zeitachsen. Durch die Bildsemantik wird der Betrachter zum Weiterspinnen der Bildgeschichte veranlasst, nicht aber durch Mit- und Nachvollzug des tatsächlich Geschehenen, sondern durch die produktive Beteiligung der eigenen Einbildungskraft. Somit geben die Arbeiten zu bedenken, dass die vermeintliche Ruhe gleich vorbei sein wird und sich der Ort, der Raum und die Situation gleich wieder verändert haben werden. Es ist nicht die Ruhe allein, die den Betrachter anzieht, es ist auch der Verweis darauf, dass sich die Gegebenheiten schon in einem völlig anderen Aggregatzustand befunden haben oder gleich befinden können. Die Fotowerke sind Inszenierungen, die den Betrachter nicht nur zum Beobachter, sondern gleichzeitig auch zum Entdecker werden lassen. 



 

Home > Blog > Bildende Kunst > Wim Bosch - Fruchtbare Augenblicke eines Kün...

Mehr auf KulturPort.De

Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle
 Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle



So kurzweilig, so fesselnd erklang Wagners „Ring des Nibelungen“ lange nicht mehr wie kürzlich in Dresden mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staa [ ... ]



„Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro
 „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro



Betörender Genre-Mix aus Märchen, Musical, Spionagethriller, Liebesgeschichte, Neo Noir. Guillermo del Toro verändert nachhaltig den magischen Kosmos von ‚L [ ... ]



Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
 Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd



Gut Ding will Weile haben, heißt es. Manchmal erstaunlich lange Weile: Zum ersten Mal untersucht eine Ausstellung den Einfluss außereuropäischer Kunst auf das [ ... ]



„Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott
 „Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott



Elegantes Kidnapping-Drama als Psychogramm menschlicher Gier.
Rom, Juli 1973. „Bambino” nennen ihn die Prostituierten vom Piazza Farnese ironisch-mitleidig, [ ... ]



Machen sie mich schön, Madame d’Ora
 Machen sie mich schön, Madame d’Ora



Sie setzte mit großer Leidenschaft die schönen Dinge des Lebens in Szene: Die Mode. Die Kunst. Die feine Gesellschaft im Wien der K.u.k.-Monarchie und später  [ ... ]



Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung
 Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung



In den vergangenen Monaten machte Korea oft Schlagzeilen, aber immer war es Nordkorea, verbunden mit den Drohgebärden seines atomraketenverliebten Staatschefs K [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.