Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 833 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Johann Christian Reinhart – ein deutscher Landschaftsmaler in Rom

Drucken
(201 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 27. Dezember 2012 um 10:44 Uhr
Johann Christian Reinhart – ein deutscher Landschaftsmaler in Rom 4.6 out of 5 based on 201 votes.
Johann Christian Reinhart (1761-1847)

Mit Jakob Philipp Hackert (1737-1807), dem wohl bestverdienenden Künstler seiner Zeit, startete die Hamburger Kunsthalle 2008 ihren großangelegten Zyklus deutscher Landschaftsmaler um 1800.
Vier Jahre später ist endlich die Fortsetzung zu sehen: „Johann Christian Reinhart – ein deutscher Landschaftsmaler in Rom“.  Beim Besuch der opulenten Ausstellung erschließt sich auch, warum die Vorbereitung derart viel Zeit in Anspruch nahm.

Wieder einmal wurde in der Galerie der Gegenwart das komplette Sockelgeschoss ausgeräumt, um das Werk eines Landschaftsmalers zwischen Klassizismus und Romantik vorzustellen, den bislang nur wenige Fachleute kannten. Kaum zu glauben, aber Hamburg zeigt tatsächlich die erste Retrospektive von Johann Christian Reinhart (1761-1847), der sich, ähnlich wie Hackert, nach seinen Ausbildungsjahren in Deutschland, auf den Weg ins Sehnsuchtsland Italien machte und dort hängenblieb. „Gesehen hat Reinhart vorher noch keiner so richtig“, bekräftigt Andreas Stolzenburg, der gemeinsam mit Co-Kurator Carlo Schmid fast das gesamte Werk zusammentrug: 30 Bilder (von 40 bekannten), rund 90 Zeichnungen und 70 Radierungen. Zudem erschien ein kapitaler Katalog, der schon jetzt als Standartwerk gilt.

Vor 15 Jahren hatten die beiden Kunsthistoriker bereits die Idee, eine große Reinhart-Schau zu inszenieren. Konkret wurde es dann, als die Kunsthalle 2002 eine kleine, recht unscheinbare Tiber-Ansicht von 1808 aus einer Privatsammlung erwarb: Auf einer Anhöhe sitzt ein Mann mit Hut und Flinte (wir sehen ihn von hinten) und schaut auf den Fluss. Inmitten der Landschaft - links ein hoher Baum, vor ihm die Flussebene, am Horizont ein paar Berge - ist er das einzige menschliche Wesen, winzig klein und ganz eins mit der Natur. Reinhart war leidenschaftlicher Jäger und sicher hat er sich selbst in diese italienische Idylle platziert. Das aber ist nicht die Besonderheit des Bildes. In der Zeit, in der Reinhart lebte, galt die reine Landschaftsmalerei vielmehr als minderwertig und wurde nur als Träger biblischer oder mythologischer Themen akzeptiert. Erst in der Romantik erhielt die Natur als Gottes Schöpfung einen ganz neuen Stellenwert, zuvor mussten zumindest Tempel und Ruinen auf Sagen und Geschichten verweisen, um als Kunst anerkannt zu werden. Selbstverständlich wurde Reinhart diesen Ansprüchen auch gerecht. In den frühen römischen Jahren entstanden zahlreiche heroische Ideallandschaften und liebliche Hirtenwelten eines vermeintlich antiken Arkadien nach den Vorbildern Claude Lorrain oder Nicolas Poussin. Ein weiteres Kapitel stellen die sogenannten Sturmlandschaften vor, in denen der Freund Friedrich Schillers in dramatischen Wolkenformationen und von Regen gepeitschten Bäumen die Sturm-und-Drang-Zeit, sowie die Umbrüche nach der Französischen Revolution spiegelte. Gleichzeitig jedoch beobachtete Reinhart die Natur sehr genau und schuf imposante Bilder von Bäumen, nichts als Bäumen, die ganz und gar großartig erfasst sind. Diese Zweigleisigkeit ist das Verblüffende im Werk Reinharts und vor diesem Wissen wirkt sein vermeintlich unspektakuläre Blick auf den Tiber an der Quelle von Acqua Acetosa unerhört modern und seiner Zeit weit voraus.


„Johann Christian Reinhart – ein deutscher Landschaftsmaler in Rom“, zu sehen bis 27.1.2013 im Sockelgeschoss der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall, 20095 Hamburg. Geöffnet: Di-So 10-18 Uhr, Do bis 21 Uhr.

Fotonachweis: Johann Christian Reinhart (1761-1847) 
Header: Detail aus: Ansicht des Tibers an der Quelle von Acqua Acetosa, 1808, Öl auf Karton (auf Leinwand), 429 x 667 mm. Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen. © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Christoph Irrgang
Galerie:
01. Gewitterlandschaft mit Gebirgsfluss und Wasserfall (Der Jäger und der eingeschlafene Fischer), 1831, Öl auf Leinwand, 49 x 66,8 cm 
München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek . © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / bpk 
02. Landschaft mit antiken Denkmälern – Die Erfindung des korinthischen Kapitells durch Kallimachos, 1846, Öl auf Leinwand, 96 x 137 cm. München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / bpk
03. Ideallandschaft mit Hirt und Ziegen, 1824, Öl auf Leinwand, 46 x 59,8 cm. München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / bpk
04. Arkadische Landschaft mit Fluss, Baumgruppe und antikem Sarkophag (Friedrich Schiller gewidmet), 1787, Gouache, 320 x 415 mm. Deutsches Literaturarchiv Marbach. © Deutsches Literaturarchiv Marbach
05. Schönburg an der Saale, 1783, Aquarell über Feder in Grau und Bleistift, 270 x 374 mm. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Christoph Irrgang
06. Baumgruppe mit Kühen an der Tränke, 1836. München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen,. Neue Pinakothek / bpk
07. Heroische Felslandschaft mit Bärenjäger, 1834, Feder und Pinsel in Braun über Bleistift, weiße Kreide, grau laviert, 353 x 470 mm. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Christoph Irrgang
08. Alte Olivenbäume an einer Felswand bei Ariccia, um 1809/10, Schwarze Kreide, 290 x 394 mm. Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Christoph Irrgang.
  

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Bildende Kunst > Johann Christian Reinhart – ein deutscher L...

Mehr auf KulturPort.De

Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik
 Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik



„La parole des anciens est secrée.“ (Das Wort des Ältesten ist heilig)

Das Mandingo-Reich (Manding) wurde im 13. Jahrhundert vom sagenhaften Mali-Kaiser [ ... ]



Rudi Stephan – Chamber Works and Songs
 Rudi Stephan – Chamber Works and Songs



Rudi Stephan (1887-1915) konnte sein Leben nicht lange leben, er konnte sein unglaublich großes musikalisch-kompositorisches Talent nicht vollständig ausreifen [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.