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Bildende Kunst

"Auf Augenhöhe" - ein Kunstprojekt für herzkranke Kinder

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Geschrieben von Claus Friede  -  Dienstag, den 25. August 2009 um 09:47 Uhr
"Auf Augenhöhe" - ein Kunstprojekt für herzkranke Kinder 4.6 out of 5 based on 285 votes.
Hieronymus Proske

Auf Augenhöhe ist ein Gemeinschaftsprojekt des Malers und Filmemachers Hieronymus Proske und der Galerie Molitoris in Hamburg.
Der in Wien geborene Künstler Hieronymus Proske, bekannt für seine mystischen, leicht verschwommenen Landschaften malt seit geraumer Zeit Kinderportraits. Auch wenn der Übergang vom Landschaftsbild zum Kinderportrait sich zunächst nicht sofort erschließt, so ist das eine durchaus logische Konsequenz und inhaltliche Weiterführung des Werkbegriffs des Malers.

Seine Landschaften sind nämlich nicht nur Abbildungen von Natur oder Benennung von bestimmten Orten und Gegenden, sie tragen in der malerischen Art und Weise, im künstlerischen Duktus und durch die ins Bild hinein gearbeiteten Requisiten immer auch Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugendzeit. Indem er zwei vage angedeutete Jungen in einem Paddelboot den See durchqueren oder anonym tobende Kinder fröhlich planschend im Wasser spielen lässt, führt er den Betrachter zurück in die eigene, individuelle Geschichte. Proske erkennt den Unterschied zwischen dem Deuten und dem visuellen Erfassen der wirklichen Welt. Die Differenz ist bei ihm sichtbar groß. Beides, Deuten und Erfassen, wurde in der Moderne intensiv betrieben und die Darstellbarkeit emotionaler Zustände wird seither in der Kunst ausgelotet.

Ein Moment der projizierten Sehnsucht entsteht in der Werken von Hieronymus Proske und wie in Robert Stevensons Film „Mary Poppins“ möchte man in die Bildszenen hinein springen können, also in den aufflammenden Erinnerungen reisen, aber nicht um konkret Erlebtes zu wiederholen, sondern um von einer anderen Warte aus neu und damit anders zu fühlen.
Er malt auf die gleiche einfühlsame Art und Weise seine Kinderportraits: Er versucht in die Bilder die verschiedenen kindlichen Charaktere so einzubringen, dass man das Individuum dahinter erkennt, so findet der Maler auch eine formale Eigenständigkeit in jedem einzelnen Portrait.

Der vormaligen Darstellung von kindlicher Idylle und Geborgenheit steht heute eine andere existentielle Wesen- und Wahrhaftigkeit gegenüber.
Hieronymus Proske malt Kinderköpfe, die heiter, unbefangen oder trotzig, ausgelassen oder verschlossen sind. Die Portraits zeigen die ihrer eigenen Identität noch ungewissen Kinder, zeigen den suchenden, neugierigen aber auch fordernden Blick in die Zukunft.
Proske will mit seinen Arbeiten deutlich machen, dass der wahre gesellschaftliche Fortschritt nur in der Menschlichkeit liegen kann, die im Kindesalter bereits beginnen muss. Seine Portraits setzen hierin hoffnungsvolle Zeichen. Sie sind stark an der Psychologie des kindlichen Menschen orientiert.

Es entstanden bereits einige Portraits, die Überraschung und Persönliches offenbaren, aber durchaus auch Widersprüche auslösen können. Die Bildnisse dienen gleichzeitig der Erinnerung an diesen Menschen, an seine Persönlichkeit und auch an einen bestimmten Augenblick dessen Lebens.

Seit dem frühen Mittelalter haben sich Künstler intensiv mit Kinderportraits beschäftigt. Bis weit in die Moderne hinein ist dieses Sujet Teil der künstlerischen Auseinandersetzung und zeigt alles, vom verzückten Christuskind über die süßlichen, pausbäckigen Kinderbilder bis zum kleinen Erwachsenen, der kaum Kindheit leben durfte. Im Portrait des Kindes lässt sich immer sowohl die eigene als auch die allgemeine Geschichte erkennen. Gleichzeitig stellt sich immer die Frage, wie wir Erwachsenen mit Kindern und Kind-Sein umgehen.

„Auf Augenhöhe“ ist zunächst keine Ausstellung, sondern ein Projekt. Weitere Kinderportraits sollen als Auftragsarbeiten entstehen. Jeder Interessent kann ganz persönliche Portraits seiner Kinder malen oder nach Kinderfotografien arbeiten lassen.
20 % des Erlöses kommen dem Förderverein „Das kleine Herz im Zentrum“ zu Gute. Der Verein möchte die besten technischen und medizinischen Voraussetzungen für die Behandlung herzkranker Kinder im Raum Hamburg schaffen - mit dem Ziel, im Norden Deutschlands eines der bedeutendsten universitären Herzzentren zu etablieren.
Die Schirmherrin des Projektes ist die Journalistin Jonica Jahr-Goedhart.

Alle Arbeiten werden später in einer Ausstellung in der Galerie Molitoris (Lappenkampsallee in Hamburg-Eimsbüttel) gezeigt und in einem Katalog zusammengefasst.

Weitere Informtionen unter: www.aufaugenhoehe.com alt

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