Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1170 Gäste online

Neue Kommentare

Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Eva Roth: "Streifzüge – Hamburg Palermo London"

Drucken
(147 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 10. Mai 2012 um 10:45 Uhr
Eva Roth: "Streifzüge – Hamburg Palermo London" 4.6 out of 5 based on 147 votes.
Eva Roth:

Die in London lebende Künstlerin Eva Roth arbeitet mit unterschiedlichen Techniken, neben Malerei ist dies die Zeichnung, Kopie und Fotografie sowie die Kombination aus allem.
Gerade die geschichteten Übermalungen urbaner Räume und Szenen bilden das Zentrum der aktuellen Ausstellung im Kunstforum Markert in Hamburg, die im Rahmen des diesjährigen Hamburger Architektur Sommers stattfindet.

Ihre Streifzüge erlebt Eva Roth meist zu Fuß, sie durchquert die unterschiedlichen Städte, die ihr wie in diesem Fall alle einmal eine Heimat waren oder sind: Hamburg als Studienort, Palermo als regelmäßiger Aufenthaltsort, London als Wohnsitz. Aber welche Beziehung baut die Künstlerin zu diesen Orten eigentlich heute auf? Und unterscheidet sie etwas von jenen Städten, die nur kurz einmal besucht werden?
Die Künstlerin verbindet ihre fotografierten, gemalten oder gezeichneten und überarbeiteten städtischen Sichtachsen, Details und Architekturfragmente mit persönlichen Erinnerungen, Erfahrungen und ihrer eigenen Identität und definiert damit ihre räumliche Befindlichkeit und Dynamik. Denn ihrer Auffassung nach sind Räume per se mit Gefühlen und individuellen Empfindungen verknüpft. Das Empfinden unterscheidet die heimatlichen Orte von jenen, die nur kurz besucht werden. Es werden zu ihnen andere verbindlichere Gefühlsbeziehungen aufgebaut. So deklinieren die Werke aus den drei unterschiedlichen Städten Hamburg, Palermo und London also nicht nur einen architektonischen, sondern grundsätzlich auch einen emotionalen Raum in unterschiedlichen Zeit- und Bewegungsphasen. So entstehen Kulturräume, die auf visuell farbigen- oder schwarz-weiß-reduzierten-, aber auch auf psychischen Reizen und Aneignungen beruhen. Die einzelnen Städte und deren Realität sollen quasi überlistet werden, ihre äußere Erscheinung wird überdeckt mit individuellem Gefühl. Der Ortswechsel, den die Künstlerin permanent vollführt ist immer auch geistiger und emotionaler Wechsel. Dieser wird zur Motivation und das Reisen selbst zur Inspiration.

So unterschiedlich also die Städte architektonisch und kulturell sind, so unterschiedlich nähert sich die Künstlerin auch diesen an, nimmt sie individuell wahr und vermittelt diese. Die barocke Formensprache Siziliens, die Farbigkeit und das Licht sind eindeutig von den klaren Strukturen und der blau-anthraziten Farbigkeit des Nordens zu unterscheiden. Im Gegenteil zum Überangebot täglicher visueller Formen und lebendiger Eindrücke konzentriert sie sich auf wesentliche Elemente und Fragmente, setzt ihre augenscheinlichen Impulse zielgenau und pointiert.

Gemeinsam allen Werken ist die Übersetzung ihres tatsächlich stattgefundenen dynamischen Moments der Bewegung im Raum auf die Träger: Papier, Leinwand, Foto oder Folie. Der malerische Gestus zeugt häufig davon, er gebärdet sich temperamentvoll flüssig bis wild. Das gilt gerade auch für die Darstellungen von Details von Fassaden, Brunnenfiguren oder Skulpturen. Sie wirken als Bindeglied zwischen Werken, die die reine architektonische Form und den Stadtraum als solchen fokussieren und jenen, die organischer und kommunikativer Natur und von Menschen, Tauben oder Kraftfahrzeugen bevölkert sind und sich permanent visuell verändern. Die Orte werden dadurch nicht verklärt oder behandelt wie romantische Landschaften, sondern behalten vielmehr ihren selbstverständlichen „metropolhaften“ Zusammenhang und Charakter. Das gilt auch für die Bilder, die Szenen eines sizilianischen Strands oder der Küste zeigen, die also an der Bruchstelle zum Urbanen angesiedelt sind.

Dass die durchreisende Künstlerin den Raum als Momentaufnahme begreift, wird aber nicht nur malerisch, künstlerisch deutlich, sondern lässt sich auch als Metapher lesen – für eine unaufhörliche Reise durch das Leben. Auf der Suche nach einem Ort in dem man sich verankern kann, der Veränderungen und Entwicklungen akzeptiert. Weder Künstlerin noch Betrachter sollen sich als Gast, Fremde, Reisende oder Außenseiter fühlen! Sehr bewusst lässt Eva Roth auch Platz für freie individuelle Assoziationen und Empfindungen, das sind jene Kontexte, die der Betrachter mitbringt, erinnert und somit hinzufügen und einbringen kann. Das kreiert eine Art Sehnsucht mit einem leichten Hauch von Weltschmerz, oder sollte es besser „Kulturschmerz“ heißen?

Eva Roth arbeitet auch dreidimensional. Ihre Objekte – häufig handelt es sich um Käfige, um Vogelbauer für kleine Singvögel – beinhalten Einzelobjekte, Karten, Fotos und Gegenstände. Sie funktionieren in der Gegenüberstellung, im Dialog und muten hyperreal an. Dabei ist das zeitlich entrückte Déjà-Vu-Erlebnis durchaus gewollt, sowohl im künstlerisch-formalen wie im inhaltlichen Ausdruck. Eva Roth bezeichnet ihre Eingriffe als simple Zusammenstellung und Hinzufügungen und vergleicht diese mit den Schichtungen ihrer anderen Bildwerke. Die ursprüngliche Aussage des Einzelelements wird dadurch jedes Mal kommentiert, hinterfragt oder ganz neu entworfen.

Eine weitere Werkgruppe bilden sogenannte Ikonen, die auf etwas anderes, höheres verweisen sollen. Neben Denkmalen und Heiligenfiguren sind dies oft Zeichen des modernen Alltags: Flugzeuge, Busse, Autos und Alltagsgegenstände. Ihrer Bedeutung hat Eva Roth etwas Spirituelles hinzugefügt, manchmal nur einen Schleier oder ein Gegenüber, das sich deutlich unterscheidet und sogar fremd wirkt. Insbesondere dieser Komplex ist als Gruppe anzusehen und verstärkt erst in der Serie die umfangreiche Bedeutungstiefe.
Flugzeuge tauchen immer wieder als Symbol für Reise auf, als „Transformatoren“ zwischen den unterschiedlichen Städten. Sie bilden die gedanklichen Anschlüsse und Verbindungen zwischen Hamburg, Palermo und London.


Fotonachweis:
Header: Alle Abb. von Eva Roth. Detail aus "Monreale", 2005, Tempera auf Fotografie, 10x15 cm
Galerie:
01. „Hamburg 85“, 1986, Collage, Mischtechnik, 10x15 cm
02. „space 1“ (Hamburg), 2011, Aquarell und Tempera auf Fotografie, 16x18 cm
03. „Ballaro 11“ (Palermo), 2011, Wachskreide und Tempera, 27x17cm
04. „Palermo 101“, 2011, Aquarell auf Fotografie, 20x30 cm
05. „street 28“ (Palermo), 2012, Bleistift und Acryl, 20x30 cm
06. „Passage“ (London), 1987, Wachskreide, Tempera und Fotografie auf Papier, 20x30 cm
07. „London56“, 2012, Mischtechnik, 20x30cm
08. „Euston Road 7“, 2012, Mischtechnik / Collage, 13x15 cm
09. „Westminster 27“, 2012, Acryl auf Fotografie, 16x27 cm
10. „escape 1“, 2009, Objekt, 23x15x17 cm
11. „layers 64“, 2011, Aquarell / Collage, 13x19 cm
12. Plakat der Ausstellung
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Sylvia Hünecken
0
 
 
Liebe Eva,
da habe ich es doch tatsächlich geschafft, Dich wieder zu finden.
Meine herzlichsten Glückwünsche zu Deinem Geburtstag und auch
zu Deinem künstlerischen Schaffen.
Schicke mir doch einfach Deine e-mail Adresse,dann können
wir weiter kommunizieren.
Ganz liebe Grüße sendet Sylvia aus Hamburg
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Eva Roth
0
 
 
Liebe Sylvia,
rechtzeitig zu Deinem Geburtstag bin ich vor ein paar Tagen ueber Deine Nachricht gestolpert! Schick mir doch bitte Deine e-mail Adresse an info@evaroth.com
Ich weiss nicht, ob dieser Kommentar der ganzen Welt zugaenglich ist...
Will be thinking of you tomorrow! I was working near Bushy Park the other day...
Eva xx
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Bildende Kunst > Eva Roth: "Streifzüge – Hamburg Paler...

Mehr auf KulturPort.De

Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original
 Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original



Das Hamburger Theater für Kinder im Allee Theater, das in dieser Spielzeit seinen 50. Geburtstag feiert, bezaubert mit einer fantastischen Version des „Dschun [ ... ]



„Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn
 „Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn



Furioser Politthriller als Chronik staatlich autorisierter Gewalt.
Detroit, 25. Juli 1967. Hinter der Bühne des legendären Fox-Theatres fiebern Leadsinger Lar [ ... ]



Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.