Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 706 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Adriane Steckhan: Urban Skins

Drucken
(173 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Claus Friede  -  Freitag, den 03. Juli 2009 um 13:29 Uhr
Adriane Steckhan: Urban Skins 4.1 out of 5 based on 173 votes.
Die aus einzelnen rechteckigen Elementen zusammengesetzten Werke zeigen urbanes, beleuchtetes, nächtliches Leben und vermitteln in einigen der Arbeiten durch die verwackelten Lichterstreifen Geschwindigkeit, Rausch und Farbleuchtspuren im Raum. Verwischt, verschwommen, verloren und vorbeigefahren – es bleibt ein Gefühl von Geschwindigkeit und sehr kurzer Aufenthaltsdauer im ehemals fotografischen Motiv. Der große zeitintensive und prozessuale Aufwand, der Einsatz verschiedener Medien und Materialien sowie die Art und Weise der Hängung steht in einem Kontrapunkt zur Kürze der fotografischen Situation. Dieser kurze Moment des Drückens des Auslösers wirft konzentrische Kreise und entwickelt ein Geflecht an inhaltlichen Substrukturen und künstlerischen Tätigkeiten. Die künstlerischen Ergebnisse rechtfertigen allerdings dieses komplexe Vorgehen.
Die abgebildeten Räume und Orte sind zunächst weder motivisch noch über Indizien benennbar. Die nächtliche Stadt mit ihren diffusen Lichtern und Leuchtstreifen gibt auch in der Reihung keinerlei Anhaltspunkte, wo wir uns befinden könnten. Gäbe uns die Künstlerin nicht im Titel einen Städtenamen, so wären wir vollkommen orientierungslos. Die Stadt gleicht in den fotografierten Momenten der anderen. Durch dieses Vorgehen sorgt die Künstlerin dafür, dass die verschwommen, nächtlichen Szenen eine allgemeine und übertragbare Gültigkeit erhalten, denn wir Betrachter haben keinerlei Beweis dafür, ob es sich tatsächlich um Aufnahmen aus der jeweiligen betitelten Stadt handelt oder ob nicht assoziative Benennungen der Künstlerin uns auf eine Spur führen sollen, die es gar nicht gibt. Die Behauptung an sich impliziert im Grunde ihre eigene Stellvertreterschaft. Die Stadt birgt immer auch ihre eigene Doppelgängerin in sich. Das sorgt dafür, dass die diffusen städtischen Strukturen in den Werken als Matrizes gesehen werden können, die uns die Frage nach der eigenen Identität und Historie sowie nach urbanen Mentalitäten stellen.

 


Die Künstlerin präsentiert Ihre „Urban-Skin“-Reihungen wie Tätowierungen auf dieser hautähnlichen Oberfläche, scheinbar für ewig eingraviert, statisch und dennoch lasziv. Dieser Gegensatz, der statuarischen Mobilität, bleibt also als erinnerungswürdiges und allgemein gültiges Mal zurück.

Adriane Steckhan wurde 1971 geboren, studierte zwischen 1995 und 2002 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg und schloss als Diplom Designerin ab. Von 2002 bis 2003 folgte ein Malereistudium am Wimbledon College of Art in London bei Robert Mason.

Die Ausstellung "Urban Skins" läuft vom 8. Juli bis zum 2. August in der Fabrik der Künste, Kreuzbrook 12, 20537 Hamburg, anlässlich des Hamburger Architektur Sommers 2009. Mit freundlicher Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung. alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar David
+2
 
 
klingt nach einer spannenden ausstellung. warum aber an einem so abgelegenen ort?
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Carl
+1
 
 
Da hast Du recht - Werde aber auf jeden Fall zur Vernissage gehen...
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken


 

Mehr auf KulturPort.De

Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
 Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
 Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.