Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 831 Gäste online

Neue Kommentare

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Angela zu „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens: Oh, dann Danke für den Lang-Spoiler - da muss ja...
Eva-Maria Reinders zu Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino: 14.10.17
ich habe schon mehrere Aufführun...

Constanze Rüttger zu Film Festival Cologne 2017: Einiges Bekanntes, einiges Brandneues: Ich habe bereits alle 6 Folgen von 'Broken' mit S...
Tim of Fonland zu „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik: Ich habe geweint, dann gelacht und zum Ende wiede...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

„Max Pechstein – Künstler der Moderne“ im Bucerius Kunst Forum Hamburg

Drucken
(65 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 13. Juni 2017 um 09:53 Uhr
„Max Pechstein – Künstler der Moderne“ im Bucerius Kunst Forum Hamburg 4.0 out of 5 based on 65 votes.
„Max Pechstein – Künstler der Moderne“ im Bucerius Kunst Forum Hamburg

Sechs Jahre, eigentlich nicht viel in einer so reichen, langen Künstlerkarriere, wie sie Max Pechstein (1881-1955) erlebte. Und doch haben diese sechs Jahre ihm bis heute ihren Stempel aufgedrückt: Pechstein, der „Brücke-Künstler“.

In Kooperation mit dem Brücke-Museum, Berlin, widmet das Bucerius Kunst Forum dem Werk des Expressionisten nun die erste Einzelschau in Hamburg. Rund 30 Gemälde, sowie 60 Zeichnungen und Druckgrafiken aus Schaffensperioden zwischen 1906 bis 1932 zeigen den einzigen Akademiker der legendären Künstlergruppe dabei als einen ewig Suchenden – nach dem Paradies ebenso, wie nach dem eigenen, unverwechselbaren Stil.

Gleich hinter der Eingangstür erweckt eine Litfaßsäule mit dem Konterfei des Künstlers Erinnerungen an Berliner Großstadtleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts – an genau das Treiben, dem Max Pechstein immer wieder zu entkommen suchte. Bereits als Student an der Dresdner Kunstakademie und frisch gekürtes Mitglied der „Brücke“, zieht es ihn aufs Land. Gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen Heckel, Kirchner und Schmidt-Rottluff will er sich befreien von den Zwängen der Akademien und der Zivilisation. Im Freien freie Menschen malen, am Wasser in Dangast und an den Moritzburger Teichen nahe Dresden.

Diese Sehnsucht nach Einfachheit und Natur, der paradiesischen Einheit von Kunst und Leben, soll Pechsteins Oeuvre, seine Akte, Landschaften, Fischerbote und Sonnenuntergänge ein Leben lang bestimmen. Mit der „Brücke“ allerdings ist ab 1912 Schluss. Die beiden Alpha-Tiere Kirchner und Pechstein reiben sich zu stark. Als Pechstein dann eigenmächtig bei der Berliner Secession ausstellt, werfen ihm die Kollegen „Verrat“ an der Gruppe vor und schmeißen ihn raus. Später gibt es Äußerungen des Künstlers, nach denen er nie zur „Brücke“ gehört haben will.

Von den Spannungen während der Brücke-Zeit ist in der Ausstellung nichts zu spüren, wohl aber von den zahlreichen Einflüssen. Die Kuratorinnen Magdalena Moeller und Kathrin Baumstark haben die Werke nicht chronologisch, sondern nach den Orten gehängt, die für Pechstein prägend waren. Paris, wo Pechstein die Farbe der Fauve entdeckte. Berlin und Dresden, das verträumte Nidden auf der Kurischen Nehrung in Litauen, die „pommerschen Paradiese“ in Leba und Rowe, sowie die Südseeinsel Palau, wo Pechstein mit seiner Frau Lotte drei Monate vor Ausbruch des 1. Weltkriegs den vollkommenen Einklang von Mensch und Natur fanden – um dann als Kriegsgefangene auf abenteuerlichen Wegen nach Berlin zurück zu gelangen.

Mehr noch als die Orte aber werden bei dem Rundgang die Einflüsse von Cézanne, van Gogh, Gauguin und Matisse deutlich. Natürlich waren alle Brücke-Mitglieder inspiriert von den Franzosen, insbesondere von den Farbstürmen der Fauve. Doch keiner, so scheint es, hat so unverblümt ihre Motive übernommen. Hat sich so offensichtlich abgearbeitet an den Stillleben von Cézanne, an dem berühmten Reigen tanzender Frauen von Matisse oder den Insulanerinnen von Gauguin. Pechstein, das wird in dieser überaus dicht, manchmal zu dicht gehängten Schau deutlich, war ein guter Künstler, aber nicht stark genug, sich mit einer eigenen Handschrift jenseits des „Brücke-Stils“ zu profilieren.

„Max Pechstein – Künstler der Moderne“
Die Ausstellung ist zu sehen bis 3.9.2017 im
Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2 in Hamburg
Weitere Informationen

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Brücke-Museum, Berlin und wird kuratiert von Magdalena M. Moeller, Direktorin des Brücke-Museums, Berlin.

Abbildungsnachweis:
Header: Ausstellungsansicht: "Max Pechstein. Künstler der Moderne", © Bucerius Kunst Forum, 2017, Foto: Daniel Bockwoldt
Galerie:
01.
Max Pechstein, Fotografie, um 1900
02. Junges Mädchen, 1908
03. Das gelbschwarze Trikot, 1910
04. Früher Morgen, 1911
05. Ausstellungsansicht: "Max Pechstein. Künstler der Moderne", © Bucerius Kunst Forum, 2017, Foto: Daniel Bockwoldt
06. Am Strand von Nidden, 1911
07. Chogealls Palau, 1917
08. Sitzender junger Mann (Harry Kaprolat), 1917
09. Selbstbildnis mit Hut und Pfeife, 1918
10. Die Löwenbändigerin, 1920
11. Monterosso al Mare, 1924
12. Fischerkaten (Rowe), 1932.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Bildende Kunst > „Max Pechstein – Künstler der Moderne“...

Mehr auf KulturPort.De

Jungle Baroque – Music From A Golden Era
 Jungle Baroque – Music From A Golden Era



Ein wahrer Goldschatz, der da seit den 1970er- und 80er-Jahren im Urwald Boliviens entdeckt, gehoben und bewahrt worden ist. Die Ausgangsidee: Urwaldkirchen soll [ ... ]



„God’s Own Country”. Das unerwartete Ende der Einsamkeit
 „God’s Own Country”. Das unerwartete Ende der Einsamkeit



„Eine innige, aber zugleich schroffe Liebesgeschichte” nennt Francis Lee seinen Film. „God’s Own Country”, das sind große gewaltige Gefühle in Nahauf [ ... ]



Matthias Schriefl mit Shreefpunk plus Bigband: Europa
 Matthias Schriefl mit Shreefpunk plus Bigband: Europa



Das Thema „Europa“ mit einem Wiener Schnitzel zu beginnen und dann auch noch mit einem schlecht schmeckenden, ist allein schon Punk. Shreefpunk ist aber wede [ ... ]



Kopf-Hörer 17 – Sammlung im Herbst
 Kopf-Hörer 17 – Sammlung im Herbst



Ein erstaunliches, packendes Violin-Debüt von Noa Wildschut, melancholische Pavanen für Gambe, Laute und Emma Kirkby, frappierende 600 Jahre junge Neutöner mi [ ... ]



Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum
 Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum



2021 wird in Riga das erste Museum für Gegenwartskunst in Lettland und somit ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum eröffnet. Als ehemalige  [ ... ]



Das ist Hamburg! 10. Spielzeit im Hansa-Theater: Magie, Charme, Eleganz
 Das ist Hamburg! 10. Spielzeit im Hansa-Theater: Magie, Charme, Eleganz



Man musste wirklich zwei Mal hinsehen, um sie zu erkennen: Als Bob-Marley-Verschnitte, mit langen, schwarzen Dreadlocks, grün-gelb-rot gestreiften Mützen und r [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.