Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 741 Gäste online

Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: routinierter Start im TV, Gänsehaut exklusive. Die Eröffnung im Fernsehen: Ich denke - und das wird sicher wieder nicht vero...
Dagmar Seifert zu Eröffnung der Elbphilharmonie: Bekenntnis zur Kultur verändert Hamburg: So klug zusammengefasst, lieber Hans-Jürgen Fink...
Dirk C. Fleck zu Eröffnung der Elbphilharmonie: Bekenntnis zur Kultur verändert Hamburg: Ein großartiger Artikel, herzlichen Dank an den ...
Herby Neubacher zu „Safari” – Tötungsakt als menschliche Nähe: Ich finde das allerhoechste Zeit das solche Dinge...
Claus Friede zu „Paterson” – Die Poesie des Alltäglichen: Aber natürlich fällt Rockmusik darunter!
...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Regionale 3 – News From Nowhere

Drucken
(100 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 18. Juli 2016 um 09:04 Uhr
Regionale 3 – News From Nowhere 4.3 out of 5 based on 100 votes.
Regionale 3 – News From Nowhere

Nach zwei Jahren ist es wieder soweit: Die Overbeck Gesellschaft in Lübeck stellt in ihrer Ausstellung die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein vor.
Von der Kulturstiftung werden jährlich acht Stipendien aus den Sparten Bildende Kunst, Theater, Literatur und Musik vergeben. Das Ergebnis dieser Förderung wird seit dem Jahr 2012 im zweijährigen Turnus als „Regionale" im Garten und Pavillon des Lübecker Kunstvereins vorgestellt. Die dritte Regionale präsentiert jetzt die Jahrgänge 2014 und 2015 und deren Positionen zur zeitgenössischen Kunst. Der Untertitel „News From Nowhere " klingt rätselhaft. Neues aus dem Nirgendwo? Welches Nirgendwo?

Dieser Untertitel sei angelehnt an den utopischem Roman des Briten William Morris aus dem Jahre 1890, in der die Gesellschaft, das heißt die Menschen, nur aus Vergnügen arbeiten, so der Kurator der Ausstellung, Sönke Kniphals. Er verweist damit auf die Unterstützung der Künstler, denen Arbeits- und Reisestipendien ein finanziell gesichertes Schaffen ermöglichen. William Morris war im Übrigen nicht nur Schriftsteller, sondern auch Designer, Textilwerker, Maler und einer der bekanntesten Vertreter des englischen Symbolismus.

Ein Rundgang durch die Ausstellungsräume
Als Eyecatcher empfangen den Besucher zwei großformatige Gemälde von Maxim Brandt.
Brandt, 1986 in Kertsch, Ukraine, geboren, studierte an der Muthesius Kunsthochschule und war 2014 auf der NordArt in Büdelsdorf vertreten. Seine gegenständliche Malerei erinnert an die Dadaisten und Surrealisten, an Max Ernst und Hans Böcklins „Toteninsel". Im Unterschied zu Böcklin, zeigt die Insel „Vorgestern" des jungen Ukrainers eine üppige, mediterrane Vegetation. Irrational sein farbintensives Gemälde „Die Entdeckung des Privaten": Zwischen weißen Birkenstämmen mit rissiger Borke verbirgt sich ein großer Findling. Augen auf den Baumstämmen und dem Stein fixieren den Betrachter. Konträr und rätselhaft die Inschrift der bunten Girlande: Mit – Ohne.

Als Vorlage für seine utopischen, teils apokalyptischen Landschaftsbilder benutzt der junge Maler computergenerierte Fotomontagen, deren Einzelmotive er neu arrangiert und auf die Leinwand überträgt. „In meiner Kunst versuche ich eine absurde poetische Wirklichkeit zu erschaffen. Dafür nehme ich Motive aus meinem Alltag, dekonstruiere sie und verbinde sie neu miteinander. Dabei entstehen neue Sinnverbindungen zwischen den Gegenständen, die unbegreiflich und irrational aussehen. Situationen, die ich darstelle, bleiben für die Interpretation des Betrachters offen", erklärt Brandt seine Malerei. Sein Ziel sei das Zusammenbrechen des konventionell-rationalen Denkens des Betrachters.

Zum ersten Mal zeigt die Regionale Arbeiten eines Comic-Künstlers. Gregor Hinz, Dozent für Kommunikationsdesign, Illustration/Comic an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel, Mitglied des Comic-Magazins ‚Pure Fruit’, ist mit vierzehn Zeichnungen vertreten. Seine Comicstrips greifen skurrile Alltagssituationen auf und interpretieren sie neu. In „Denn sie wissen nicht, was sie tun" sieht der Betrachter einen blauen Arm, ein Messer in der Faust haltend. Darunter steht ein Mann mit Messer – Master Craftsman – und der Text „Zur Standardausrüstung eines jeden NASA-Astronauten gehört ein Schweizer Taschenmesser vom Typ Victorinox."

Vis-à-vis hängt „Born in Translation" von Detlef Schlagheck. Ein Kunst- und Sozialprojekt der Galerie im ehemaligen Schleckermarkt in Kiel-Gaarden. Fünf Künstlergruppen und zahlreiche Besucher trafen hier aufeinander; die Exponate durchliefen Stadien der Weiterentwicklung, Verdeckung, Neuordnung oder Demolierung und Demontage. Schlagheck, Künstler und Kurator der Ausstellung, hat diese Kunstaktion in Fotografien und einem achtminütigen Videofilm dokumentiert. Im Garten steht ein weiteres Objekt von Schlagheck: eine goldfarbene Figur der griechischen Nymphe Daphne, umhüllt von schwarzer Plastikfolie.

Raum übergreifend inszeniert die Keramikerin Lena Kaapke ihre Boden- und Wandinstallation „Kunde von draußen". Inspiriert von einem Aufenthalt in Norwegen arrangiert sie Fundstücke aus der Natur auf flachen Tellern und ergänzt diese mit Landkarten, welche die Fundorte markieren. An den Wänden dominieren Blumenstillleben von Stephan Jäschke, ein in Lübeck lebender Künstler. Seine Bilderserie aus Blumensträußen interpretiert Leben, Vergänglichkeit und Tod. Akribisch hält er das Verblühen der farbenfrohe Sträuße aus Tulpen, Sommerblumen und Herbstastern fest: von der vollen Blüte über das Verwelken bis zum Vertrocknen.

Im letzten Ausstellungsraum ein Highlight der Schau: drei großformatige, metallisch glänzende Arbeiten von Stefanie Klick. Klick, heute Lehrbeauftragte am Institut für Kunst-, Design- und Medienwissenschaften, überträgt Fotografien vom Reinigungspersonal der Kieler Stadtgalerie auf Zinkplatten, fixiert die Fotos im Ätzverfahren und bearbeitet sie mit weißem Lack. Weiße und metallisch-spiegelnde Rasterpunkte entstehen, lassen die Fotografien - je nach Standpunkt des Betrachters - auftauchen oder verschwinden. Maria Malmbergs Stele aus durchsichtigem Kunststoff ist gefüllt mit geschichtetem Sand und Erde "Human Erosion". Der Eckernförder Videokünstler und Komponist Gerald Eckert zeigt auf drei Monitoren Filme vom Spiel der Wellen und untermalt dieses Naturerlebnis musikalisch mit eigenen Kompositionen.

Begleitend zur Ausstellung laden Stipendiaten aus den Bereichen Literatur, Musik, Theater und Film zu Lesungen, Konzerten, Filmvorführungen und Künstlergesprächen ein.

Im Anschluss an die Lübecker Ausstellung findet die Schau in Kiel und Berlin eine Fortsetzung. Neben den aktuellen Jahrgängen sind hier alle bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten zur Teilnahme eingeladen. Unter dem Slogan "For You Vor Ort" ist die Regionale 3 in der Galerie im ehemaligen Schlecker in Kiel-Gaarden zu Gast. Und in Zusammenarbeit mit der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein in Berlin präsentiert sich die Regionale 3 unter dem Motto "Driven By Pleasure". Die drei unterschiedlichen Schauorte bieten die Möglichkeit den Kunstdiskurs im nördlichsten Bundesland einem breiteren Publikum vorzustellen. Sie ermöglichen den jungen Künstlern aber auch die Präsentation ihrer Arbeiten über die schleswig-holsteinische Landesgrenze hinaus. Und die Chance, sich auf dem aktuellen Kunstmarkt zu positionieren.

Die Ausstellung „Regionale III – News From Nowhere" ist bis zum 14. August 2016 in der Overbeck-Gesellschaft, Königstraße 11, Behnhausgarten, 23552 Lübeck, zu sehen.
Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 – 17 Uhr.
www.overbeck-gesellschaft.de

Parallel-Ausstellungen:
For You Vor Ort, 25. August bis 15. September 2016, Schlecker Offspace, Kiel-Gaarden
Driven By Pleasure, 20. bis 30. September 2016, Neu West, Berlin
Weitere Informationen: www.regionale-sh.de


Abbildungsnachweis:
Header: Untertitel der Ausstellungen, Collage
Galerie:
01. Regionale 3 - News From Nowhere, Ausstellungsansicht, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 2016, Maxim Brandt (Öl auf Leinwand), Lena Kappke (mixed Media)
02. Maxim Brandt vor seinem Bild. Foto: Christel Busch
03. Arbeit von Gregor Hinz. Foto: Christel Busch
04. Regionale 3 - News From Nowhere, Ausstellungsansicht, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 2016, Stephan Jäschke (Acryl auf Leinwand, Bronze)
05. Regionale 3 - News From Nowhere, Ausstellungsansicht, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 2016, Detlef Schlagheck, Born in Translation, 2015 / 16, Video , ca. 8 min.
06. Regionale 3 - News From Nowhere, Ausstellungsansicht, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 2016, Stefanie Klick, Mustafa/Rahime/Christa II, Zinkplatten geätzt, Acryl, Maße variabel
07. Programm-Flyer

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Bildende Kunst > Regionale 3 – News From Nowhere

Mehr auf KulturPort.De

„Und nun ist Elphi erwacht.“
 „Und nun ist Elphi erwacht.“



Was für ein netter, was für ein sympathischer Satz! Bemerkenswert, dass Joachim Gauck schon den Kosenamen für Hamburgs gläserne Baukunstwerk  [ ... ]



Kathrin Röggla: „Nachtsendung“ – Unheimliche Geschichten aus der Gegenwart
 Kathrin Röggla: „Nachtsendung“ – Unheimliche Geschichten aus der Gegenwart



Ein Konferenzteilnehmer verschwindet. Ein Flugzeug hebt nicht ab. Eine Ferieninsel stirbt aus. Ein Kind errichtet eine Diktatur. Gewalt bricht aus.
Von diesen  [ ... ]



Elbphilharmonie: routinierter Start im TV, Gänsehaut exklusive. Die Eröffnung im Fernsehen
 Elbphilharmonie: routinierter Start im TV, Gänsehaut exklusive. Die Eröffnung im Fernsehen



Der erste Akkord, der erste große Abend in der Elbphilharmonie – das Eröffnungskonzert. Vom NDR live übertragen. Nicht einfach, diese Atmos [ ... ]



„La La Land” – Ein Plädoyer für uns träumende Narren
 „La La Land” – Ein Plädoyer für uns träumende Narren



„La La Land” ist hinreißend, unwiderstehlich. Das nostalgische Musical zwischen Moderne und Klassik, Romantik und Realität verzaubert Jour [ ... ]



Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain
 Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain



Das Kunstmuseum in Wolfsburg präsentiert bis zum 19. Februar 2017 die Anfänge der Pop Art in Großbritannien.
Unter dem Titel „This Is Tomorrow“  [ ... ]



Eröffnung der Elbphilharmonie: Bekenntnis zur Kultur verändert Hamburg
 Eröffnung der Elbphilharmonie: Bekenntnis zur Kultur verändert Hamburg



Am 11. Januar wird in der Elbphilharmonie das Eröffnungskonzert gespielt. Ein großer Moment für die Musik in Hamburg und in ganz Deutschland. Ein Beispiel daf [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.