Zum Anfang

AktionsPort - Gewinnspiele

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1046 Gäste online

Neue Kommentare

Phil zu „Bauernopfer – Spiel der Könige”. Zwischen Genie und Wahnsinn : So, habe den Film gesehen. Exzellent! Kann ich nu...
Phil zu „Bauernopfer – Spiel der Könige”. Zwischen Genie und Wahnsinn : Ich erinnere mich noch, wie in meiner Kindheit pl...
ernst.probst zu Meinungsfreiheit und Blasphemie: Die deutsche Schriftstellervereinigung PEN tagte erfolgreich in Bamberg : Eine Schriftstellervereinigung, die - wie im Fall...
Daniela zu „Fritz Lang” – Das Genie und seine Dämonen : Was für eine hervorragende Rezension mit Sachken...
Michael Braungart zu Die 14. Architektur-Biennale in Venedig aus Hamburger Sicht: Fundamentals by Rem Koolhaas: wir sind als einzige Hamburger auf der 2016 Bienn...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen 2016

Spezial - Elbjazz Festival 2015

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Hamburg ins Gesicht geschaut

Drucken
(91 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Isabelle Hofmann  -  Montag, den 01. Februar 2016 um 11:00 Uhr
Hamburg ins Gesicht geschaut 4.5 out of 5 based on 91 votes.
Hamburg ins Gesicht geschaut

Bilder ohne Beschriftung, so etwas gab es wahrscheinlich noch nie in einem Hamburger Museum. Dafür Porträts über Porträts, bis unter die Decke. Die Wände sind regelrecht gepflastert mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien.
In der Ausstellung „Hamburg ins Gesicht geschaut“ hat das Hamburg Museum eine ganz neue Form der Präsentation gewagt. Doch um hier inhaltlich ein- und durchzusteigen, verlangt diese Bilder-Installation vom Publikum ungewöhnlich viel Mitarbeit. Im Vorübereilen werden sich die vielen Konterfeis kaum erschließen.
Helmut Schmidt, Horst Janssen, Peter Rühmkorf, Siegfried Lenz – unwillkürlich sucht man nach bekannten Gesichtern in dieser unüberschaubaren Fülle an Augen, die den Betrachter im Saal der Sonderausstellungen gleichsam umzingeln. Rund 1.000 Porträts aus fünf Jahrhunderten, gegliedert in Kapitel wie „Kindheit und Jugend“, „Familienporträts“ oder „Berufe und Berufungen“ haben die Kuratoren Ortwin Pelc (Hamburg Museum), Verena Fink (Altonaer Museum) und Jürgen Bönig (Museum der Arbeit) zusammengetragen. Abbildungen und Büsten, die fast willkürlich aus den immensen, rund 60.000 Porträts umfassenden Sammlungen der drei Historischen Museen heraus gegriffen scheinen: Junge und Alte, Arme und Reiche, bedeutende und unbedeutende, Gläubige und Ungläubige, Wohltäter und Straftäter hängen hier dicht an dicht. Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Kaufleute und Hafenarbeiter, Senatoren und Sozialarbeiter, Dichter und Denker.
Was diese Abbildungen jedweder Couleur gemeinsam haben: Sie alle zeigen Hanseaten – und diese Hanseaten sind bereits Geschichte. Das zumindest nehmen auch diejenigen Besucher wahr, die diese Gesichter im Schnelldurchlauf an sich vorüber ziehen lassen.

Wer sich jedoch eines der zahlreich zur Verfügung stehenden Saalhefte zur Hand nimmt, oder – noch besser - mit den interaktiven Touchscreens befasst, mit denen diese Schau gut ausgerüstet ist, der kann eintauchen in Hamburgs Geschichte. Eine Geschichte, die sich durchaus anhand von Porträts erzählen lässt. Wie viele Namen tauchen hier auf, die heute als Namen von Straßen, Gebäude, Plätze oder Stiftungen allgemein benannt sind – doch von denen kaum noch jemand weiß, welche Persönlichkeiten im Hamburger Stadtraum verewigt wurden: Rudolph Amsinck, Joachim Heinrich Campe, Ferdinand Laeisz, Georg Heinrich Sieveking, Cornelius Gurlitt, Wolff Salomon, Amandus Abendroth, Hein Köllisch, Ernst Merck, und so weiter und so fort.

Sie haben Hamburg geprägt, sie haben hier in den vergangenen Jahrhunderten gewirkt. Und wer die Straßen kennt, den wird es sicher interessieren, hier ein Gesicht (und eine Geschichte) zu dem Namen zu finden.
Und die anderen, die Unbekannten? Nun, auch die geben Aufschluss. Zum Beispiel darüber, wie Ende des 19. Jahrhunderts Kriminelle „ohne Beschönigung im vorgefundenen Zustand abgelichtet werden“, wie es im Katalog heißt.

Hamburg ins Gesicht geschaut
Zu sehen bis zum bis 22.5.2016, im Hamburg Museum, Holstenwall 24, 20355 Hamburg
Geöffnet: Di-Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr,
Eintritt 9 Euro/ erm. 5.50 Euro, unter 18 Jahren Eintritt frei.

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header: Detail aus Heidi Kabel und Henry Vahl, um 1968, Plattencover. Foto: SHMH Hamburg Museum
Galerie:
01. David Kindt: Isabeau Amsinck (1583-1662), 1604, Ölgemälde auf Holz. Foto: SHMH Hamburg Museum
02. Marie Lühmann: Porträt von Julie de Boor, 1899, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
03.
Polizeifoto einer Frau, um 1900. Foto: SHMH Hamburg Museum
04. Dipl. Ing. Teichgräber, Amt für Strom- und Hafenbau. Bau Alter Elbtunnel, 1910. Foto: SHMH Museum der Arbeit
05. Ferd. Braune: Gorch Fock, 1916. Foto: SHMH Hamburg Museum
06. Fritz Kistenmacher: Richard Ohnsorg, 1942, Öl auf Karton. Foto: SHMH Hamburg Museum
07. GERMIN: Lehrjungs machen Mittagspause, 1951. Foto: SHMH Museum der Arbeit
08. Manfred Schlotter: Bürgermeister Herbert Weichmann, 1970, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
09. Hans Meyer Veden: Herr und Frau Köplin im Souvenirladen in Altona, 1994. Foto: SHMH Altonaer Museum
10. Johannes Nawrath: Peter Rühmkorf, 2004, Acrylgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
11. Jochen Hein: Siegfried, 2015, Ölgemälde. © Jochen Hein

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

„Kapitalfehler“ – Schlangenbeschwörer
Kultur Magazin



„Kapitalfehler“ – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen – von Matthias Weik & Marc Fried [ ... ]



Das Lettische Kunstlied – Egils Siliņš singt „Latvian Songs“
Kultur Magazin



Lettland, so heißt es, wurde durch Musik geboren und erlangte über Gesang seine Freiheit. Die „singende Revolution“ – die 600 km lange singen [ ... ]



Harry Popow: „Dämmerzeit. Ein Kessel Streitlust“
Kultur Magazin



Von vergnüglicher Erkenntnis.
Wer freut sich nicht, wenn es bei ihm dämmert? Wenn ihm menschliche oder erweitert: gesellschaftliche Verhältnisse, [ ... ]



VKKO: Basic Soul Encoder
Kultur Magazin



Das Debüt-Album von VKKO, dem Verworner-Krause-Kammerorchester, verweigert sich jedweder kategorischen Schublade – wie wohltuend gut! Nicht weil die inhal [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

Die Kunst als Beruf. In welcher Liga kann ich mitspielen?
Kultur Magazin



Alles schon gemacht, der Bilderberg unermesslich und die Aussicht auf Ruhm und Reichtum äußerst gering. Warum also noch Kunst studieren? Für die Studierenden  [ ... ]



„The Neon Demon”. Wo Schönheit zum tödlichen Abgrund wird
Kultur Magazin



Ekel ästhetisch edelster Art wird zur schwelgerischen Hommage an die frühen Werke von Luis Buñuel und Dario Argento. Eine wundervoll verstö [ ... ]



Auf Entdeckungstour über die NordArt 2016
Kultur Magazin



Die kleine Stadt Büdelsdorf im nördlichen Schleswig-Holstein lockt mit einer neuen Ausstellung der NordArt. 250 Künstler aus fünfzig Nationen präsentieren i [ ... ]



Melanie Diener singt Wagner und Liszt – Gesprächskonzert zur Ausstellung „Manet – Sehen“
Kultur Magazin



Zur Zeit steht Melanie Diener, in Schenefeld gebürtige Sopranistin von Weltruf, in Warschau für „Tristan und Isolde“ auf der Bühne und [ ... ]



One Way Ticket – eine Zeitreise ins Ghetto- und Holocaust-Museum nach Riga
Kultur Magazin



Riga, Lettlands sympathische Hauptstadt galt schon im 17. Jahrhundert als kulturelles und politisches Zentrum lettischer Juden. Bis zu Beginn des ersten Weltkrie [ ... ]



Kampnagel: Magdalena Kožená singt Cole Porter
Kultur Magazin



Ihre kleine Reihe von vier Konzerten als Residenzkünstlerin der Elbphilharmonie/Laeiszhalle schließt die Mezzosopranistin Magdalena Kožená in einem ungewohnt [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events