Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 793 Gäste online

Neue Kommentare

Jane zu Trennung auf Wunsch - Jürgen Fitschen verließ Schloss Gottorf: Aber sicher doch! Wie kann Sie schnell dem unschl...
Hans-Juergen Fink zu Jordi Savalls Themenalbum „Granada“: Der Traum vom toleranten Miteinander: Das ist wohl so, danke für den Hinweis. Alle Lin...
Hans-J. Fink zu Jordi Savalls Themenalbum „Granada“: Der Traum vom toleranten Miteinander: Muss wohl, denn die Shops verweisen auch von "Gra...
Knerz zu “A War”. Auf den Spuren von Dogma 95: Endlich nachgeholt (auf einer dänischen Blu-ray!...
Henning zu Jordi Savalls Themenalbum „Granada“: Der Traum vom toleranten Miteinander: Im Netz und in den Shops ist eine weitere CD mit ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Hamburg ins Gesicht geschaut

Drucken
(92 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Isabelle Hofmann  -  Montag, den 01. Februar 2016 um 11:00 Uhr
Hamburg ins Gesicht geschaut 4.5 out of 5 based on 92 votes.
Hamburg ins Gesicht geschaut

Bilder ohne Beschriftung, so etwas gab es wahrscheinlich noch nie in einem Hamburger Museum. Dafür Porträts über Porträts, bis unter die Decke. Die Wände sind regelrecht gepflastert mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien.
In der Ausstellung „Hamburg ins Gesicht geschaut“ hat das Hamburg Museum eine ganz neue Form der Präsentation gewagt. Doch um hier inhaltlich ein- und durchzusteigen, verlangt diese Bilder-Installation vom Publikum ungewöhnlich viel Mitarbeit. Im Vorübereilen werden sich die vielen Konterfeis kaum erschließen.
Helmut Schmidt, Horst Janssen, Peter Rühmkorf, Siegfried Lenz – unwillkürlich sucht man nach bekannten Gesichtern in dieser unüberschaubaren Fülle an Augen, die den Betrachter im Saal der Sonderausstellungen gleichsam umzingeln. Rund 1.000 Porträts aus fünf Jahrhunderten, gegliedert in Kapitel wie „Kindheit und Jugend“, „Familienporträts“ oder „Berufe und Berufungen“ haben die Kuratoren Ortwin Pelc (Hamburg Museum), Verena Fink (Altonaer Museum) und Jürgen Bönig (Museum der Arbeit) zusammengetragen. Abbildungen und Büsten, die fast willkürlich aus den immensen, rund 60.000 Porträts umfassenden Sammlungen der drei Historischen Museen heraus gegriffen scheinen: Junge und Alte, Arme und Reiche, bedeutende und unbedeutende, Gläubige und Ungläubige, Wohltäter und Straftäter hängen hier dicht an dicht. Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Kaufleute und Hafenarbeiter, Senatoren und Sozialarbeiter, Dichter und Denker.
Was diese Abbildungen jedweder Couleur gemeinsam haben: Sie alle zeigen Hanseaten – und diese Hanseaten sind bereits Geschichte. Das zumindest nehmen auch diejenigen Besucher wahr, die diese Gesichter im Schnelldurchlauf an sich vorüber ziehen lassen.

Wer sich jedoch eines der zahlreich zur Verfügung stehenden Saalhefte zur Hand nimmt, oder – noch besser - mit den interaktiven Touchscreens befasst, mit denen diese Schau gut ausgerüstet ist, der kann eintauchen in Hamburgs Geschichte. Eine Geschichte, die sich durchaus anhand von Porträts erzählen lässt. Wie viele Namen tauchen hier auf, die heute als Namen von Straßen, Gebäude, Plätze oder Stiftungen allgemein benannt sind – doch von denen kaum noch jemand weiß, welche Persönlichkeiten im Hamburger Stadtraum verewigt wurden: Rudolph Amsinck, Joachim Heinrich Campe, Ferdinand Laeisz, Georg Heinrich Sieveking, Cornelius Gurlitt, Wolff Salomon, Amandus Abendroth, Hein Köllisch, Ernst Merck, und so weiter und so fort.

Sie haben Hamburg geprägt, sie haben hier in den vergangenen Jahrhunderten gewirkt. Und wer die Straßen kennt, den wird es sicher interessieren, hier ein Gesicht (und eine Geschichte) zu dem Namen zu finden.
Und die anderen, die Unbekannten? Nun, auch die geben Aufschluss. Zum Beispiel darüber, wie Ende des 19. Jahrhunderts Kriminelle „ohne Beschönigung im vorgefundenen Zustand abgelichtet werden“, wie es im Katalog heißt.

Hamburg ins Gesicht geschaut
Zu sehen bis zum bis 22.5.2016, im Hamburg Museum, Holstenwall 24, 20355 Hamburg
Geöffnet: Di-Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr,
Eintritt 9 Euro/ erm. 5.50 Euro, unter 18 Jahren Eintritt frei.

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header: Detail aus Heidi Kabel und Henry Vahl, um 1968, Plattencover. Foto: SHMH Hamburg Museum
Galerie:
01. David Kindt: Isabeau Amsinck (1583-1662), 1604, Ölgemälde auf Holz. Foto: SHMH Hamburg Museum
02. Marie Lühmann: Porträt von Julie de Boor, 1899, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
03.
Polizeifoto einer Frau, um 1900. Foto: SHMH Hamburg Museum
04. Dipl. Ing. Teichgräber, Amt für Strom- und Hafenbau. Bau Alter Elbtunnel, 1910. Foto: SHMH Museum der Arbeit
05. Ferd. Braune: Gorch Fock, 1916. Foto: SHMH Hamburg Museum
06. Fritz Kistenmacher: Richard Ohnsorg, 1942, Öl auf Karton. Foto: SHMH Hamburg Museum
07. GERMIN: Lehrjungs machen Mittagspause, 1951. Foto: SHMH Museum der Arbeit
08. Manfred Schlotter: Bürgermeister Herbert Weichmann, 1970, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
09. Hans Meyer Veden: Herr und Frau Köplin im Souvenirladen in Altona, 1994. Foto: SHMH Altonaer Museum
10. Johannes Nawrath: Peter Rühmkorf, 2004, Acrylgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
11. Jochen Hein: Siegfried, 2015, Ölgemälde. © Jochen Hein

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

Olivier Le Goas: Reciprocity
Kultur Magazin



Eine ganz starke Besetzung.
Mit Kevin Hays am Piano, Nir Felder an der Gitarre und Phil Donkin am Kontrabass spielt sich Schlagzeuger Olivier Le Goas in die Wec [ ... ]



Downbeat-Jazz – Das Trio Elf und die MusicBoxMusic
Kultur Magazin



Vielseitigkeit ist nur einer von vielen Begriffen, den man für die neue Silberscheibe des Trio Elf zur näheren Bestimmung heranziehen kann. Weitere sin [ ... ]



Lubomyr Melnyk – „Illirion“: Zwischen Brahms und Bhagwan
Kultur Magazin



Schweben auf Klangwolke No. 81, Sonnenuntergang hinter den 88 Tasten des Konzertflügels, Melancholie „beyond romance“. Das Piano in der Endlossc [ ... ]



Kenny Garrett: Do Your Dance!
Kultur Magazin



Volltreffer: Der Titel „Do Your Dance“ passt perfekt! Konventionelle Tanzschritte eignen sich zu Kenny Garretts neuem Album selten! Hier hagelt es Sy [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

„Japanomania in the North 1875-1918. The Influence of Japan on Nordic Art and Design”
Kultur Magazin



Gleich zwei Nationalmuseen in der norwegischen Hauptstadt Oslo widmen sich einem Phänomen in den Künsten, das vor knapp 150 Jahren ganz Europa und die Geschich [ ... ]



„Captain Fantastic”. Wie widerstandsfähig sind soziale Utopien?
Kultur Magazin



Systemkritik als hinreißendes Roadmovie: Klug, komisch, anrührend, provokant und manchmal sehr traurig.
Viggo Mortensen ist “Captain Fantastic [ ... ]



Berenice Abbott: Fotografien
Kultur Magazin



Unter diesem sehr sachlich pragmatischen Titel zeigen die „Berliner Festspiele“ im Rahmen des „European Month of Photography 2016“ im Mar [ ... ]



Reiner Seliger: beyond
Kultur Magazin



Die Galerie Borchardt in Hamburg zeigt bis zum 10. September 2016 Skulpturen, Tafelbilder und Installationen von Reiner Seliger.
Als bildkünstlerisches Materi [ ... ]



Was haben der Auftakt des Internationalen Sommerfestivals Kampnagel und der diesjährige Sommer gemeinsam?
Kultur Magazin



Das Kampnagel Sommerfestival startete in diesem Jahr mit Oliver Dubois‘ „Auguri“ – einem philosophischen Stück über den trostlosen Zust [ ... ]



„Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft”. Oder der Held im Verborgenen
Kultur Magazin



Worte, Formulierungen, Metaphern, darum wird in „Genius” gerungen und gekämpft. Es ist ein Actionfilm besonderer Art. Etwas für Literaturfr [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events