Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 788 Gäste online

Neue Kommentare

Toby Alderweireld zu „Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max: Ein so großer, noch dazu dermaßen durchdachter ...
Lena zu Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne: Was Frau Isabelle Hofmann da schreibt, stimmt haa...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Ich hatte nicht geahnt, dass ich der Verleihung i...
Bertil und Astrid zu Paolo Conte in der Elbphilharmonie : Genau so war es !! Paolo , die Band und Elphi ! G...
Knörz zu „Silence” – Wo Judas zum Wiederholungstäter wird: Ja, ist denn schon wieder Ostern?...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Günther Förg – Wandmalerei

Drucken
(85 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 21. September 2015 um 08:55 Uhr
Günther Förg – Wandmalerei 4.7 out of 5 based on 85 votes.
Günther Förg – Wandmalerei

Blau gegen Orange, Rot gegen Grün, Ocker gegen Rosé, Schwarz gegen Weiß. In den Hamburger Deichtorhallen sind derzeit riesige monochrome Farbflächen zu bestaunen, die mit geradezu körperlicher Wucht auf den Besucher einwirken: Die geometrischen Wandmalereien von Günther Förg (1952-2013) verwandeln die Nordhalle in energetisch aufgeladene Kraftfelder, die an Größe und Intensität bislang wohl einmalig sind.

Günther Förg soll sich gefreut haben auf diese Ausstellung, erzählt Dirk Luckow, Deichtorhallen-Chef und Kurator der Schau. Bis zuletzt haben die beiden in Kontakt gestanden, bis zuletzt arbeitete der krebskranke Künstler an dem Werkverzeichnis seiner rund 140 Wandmalereien, von denen in Hamburg nun 25 Beispiele gezeigt werden. Das Werkverzeichnis blieb unvollendet, doch die Wandarbeiten konnten dank sorgsam geführter Aufzeichnungen und der Zusammenarbeit mit dem Estate Günther Förg rekonstruiert werden. Allerdings in veränderten Maßen und den Dimensionen der nördlichen Deichtorhalle angepasst. Unter der Leitung von Albrecht Hausotter und Bernhard Suhr waren mehr als ein Dutzend Hamburger Künstler gut eine Woche lang mit der Umsetzung befasst. Wände von fünf Metern Höhe und sechs, sieben oder acht Metern Länge so zu streichen, dass die Farbflächen einheitlich monochrom und so satt wirken, dass sie eine sowohl physisch wie auch psychisch spürbare Präsenz entfalten, ist keine leichte Aufgabe. In den Deichtorhallen ist das hervorragend gelungen.

Förg selbst finanzierte sein Studium anfangs als Anstreicher. Hier erkundete er erstmals die vielfältigen Wechselwirkungen von Farbrhythmen und -Kontrasten, entwickelte sein untrügliches Gespür für große Dimensionen und Raum-Inszenierungen. 1978, noch während seiner Studienzeit an der Münchener Akademie der Bildenden Künste (dort lehrte er auch ab 1999), schuf der gebürtige Füssener seine erste raumfüllende Wandmalerei in einer Privatwohnung im Allgäuer Günzach. Seitdem beansprucht dieser Werkkomplex einen wichtigen Stellenwert in seinem umfangreichen Oeuvre.

Günther Förg war ein Allrounder der bildenden Kunst. Er malte, zeichnete, modellierte und fotografierte. Gemeinsamer Nenner aller Sparten war die Architektur. Das heißt, als Bildhauer schuf er auch figürliche Masken und Körper, doch die Auseinandersetzung mit geometrischen Bauten und Strukturen, etwa der russischen Avantgarde oder der Bauhausarchitektur, prägten sowohl die Fotografie wie auch die Wandmalerei nachhaltig. Für Letztere mag auch die amerikanische Farbfeldmalerei der 1940er bis 1960er Jahren Pate gestanden haben, (die wiederum ohne die geometrischen Abstraktionen Piet Mondrians und Josef Albers undenkbar wären): Der Einfluss von Barnett Newman, Ellsworth Kelly oder auch Mark Rothko ist unverkennbar. Für die eindrucksvollen „Farbskulpturen“ in den Deichtorhallen jedenfalls gilt, was Mark Rothko einmal so formulierte: „Ein Bild lebt durch die Gesellschaft eines sensiblen Betrachters, in dessen Bewusstsein es sich entfaltet und wächst“.

Günther Förg – Wandmalerei
Deichtorhallen Hamburg, Halle für Aktuelle Kunst, zu sehen bis 25. Oktober 2015.
Geöffnet: Di-So 11-18 Uhr
Kuratorführung: 8. Oktober 2015, 16 Uhr. 13 Euro/ erm. 9 Euro inkl. Eintritt, keine Anmeldung erforderlich

Es erscheinen zwei Publikationen im Snoeck Verlag:
1.) Günther Förg: Wandmalerei 1978-2013. Hrsg. Edition Traverses Sàrl, Münchenstein, Suisse & Michael Neff, Frankfurt/Main, ca. 368 Seiten, 29,7 x 21 cm, gebunden in rotem Leinen. Mit einem Essay von Max Wechsler. Buchhandelspreis: 98 Euro, Preis in der Ausstellung: 78 Euro
2.) Katalogband zur Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg. Mit Fotografien von Julian Faulhaber. Hrsg. Edition Traverses Sàrl, Münchenstein, Suisse/Dirk Luckow, Deichtorhallen Hamburg/Michael Neff, Frankfurt/Main, ca. 24 Seiten, 33,5 x 45 cm. Mit einem Vorwort von Dirk Luckow. Buchhandelspreis: 48 Euro, Preis in der Ausstellung: 28 Euro.

Katalogansicht GÜNTHER FÖRG – WANDMALEREI

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header: Ausstellungsansicht. Foto: © Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg.
Galerie:
01. Günther Förg: Wandmalerei Antwerpen, Ausstellung Galerie Micheline Szwajcer Antwerpen, 1985. Foto: Günther Förg. © Estate Günther Förg
02. Günther Förg: Wandmalerei Köln, Ausstellung Galerie Max Hetzler, 1985. Foto: Wilhelm Schürmann. Courtesy Estate Günther Förg
03. Günther Förg: Wandmalerei Amsterdam Ausstellung „abstract”, Galerie van Krimpen Hazenstraat 20, Amsterdam, 1996. Foto: Günther Förg. © Estate Günther Förg
04. Günther Förg: Wandmalerei Köln, Ohne Titel, 2013 rose/coquelicot, Maße variable, Ausstellung Galerie Gisela Capitain, Köln, 2013. Foto: Simon Vogel. Courtesy Galerie Gisela Capitain
05. bis 08. Ausstellungsansichten. Foto: © Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Bildende Kunst > Günther Förg – Wandmalerei

Mehr auf KulturPort.De

Vom Glotzen & Labern oder Durchbruch durch acedia
 Vom Glotzen & Labern oder Durchbruch durch acedia



„Trägheit, lateinisch acedia, der wir alle unterliegen (…) ein Zustand,
den schon die alten Buddhisten reflektierten,
ob Versenkung und Meditatio [ ... ]



„Salām Syria“ – Weltmusik als Heimat
 „Salām Syria“ – Weltmusik als Heimat



Ja, ich weiß, alle beschweren sich, dass nur noch aus der Elbphilharmonie berichtet wird, alles andere werde vernachlässigt von uns Journalisten etc. [ ... ]



„Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max
 „Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max



„Rammstein: Paris” ist ein futuristisch anmutendes Gesamtkunstwerk, genial, brutal, laut, kreativ und lustvoll in Szene gesetzt. Am 6. und 7. Mä [ ... ]



Lorelei Dowling: Ein Fagott zum Verlieben
 Lorelei Dowling: Ein Fagott zum Verlieben



Vergessen Sie alles, was Sie bisher vom Fagott gehört haben! Diese CD von Lorelei Dowling zeigt das Instrument, das auch Frank Zappa besonders mochte, in einem  [ ... ]



Musikwoche Hitzacker: Zu sich selbst gefunden
 Musikwoche Hitzacker: Zu sich selbst gefunden



Das Cembalo bringt „Fantasie“ auf den Punkt und entfaltet von dort aus die Vielfalt.

Hitzacker – Manchmal konzentrieren sich Veränderungen  [ ... ]



Hélène de Montgeroult – Edna Stern
 Hélène de Montgeroult – Edna Stern



Hélène de Montgeroult (1764-1836) gehört weder zu den heute bekannten, noch zu den häufig veröffentlichten Musikerinnen. Ihr Name und die damit verbundenen  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.