Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 518 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“. Sammlung Falckenberg

Drucken
(110 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Isabelle Hofmann  -  Donnerstag, den 12. März 2015 um 10:59 Uhr
„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“. Sammlung Falckenberg 4.5 out of 5 based on 110 votes.
Selbstjustiz durch Fehleinkäufe. Sammlung Falckenberg

Ziemlich blöd guckt sie aus der Wäsche. Nein, falsch, vielmehr aus der Schärpe.
Die Frau mit dem dunkel angelaufenen Kopf und ihren zwei Einkaufstaschen steht ja völlig nackt vor gelbem Grund – bis auf die rote Schärpe, die sich leuchtend von dem gelbgrünlichen Leib abhebt. „Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“ hat Martin Kippenberger (1953-1997) diese 1984 auf die Leinwand gebannte Abrechnung mit einer Liebschaft genannt. „Aber Kippenberger wäre nicht Kippenberger, wenn seine Arbeit nicht zugleich allgemein ein gekonnter Seitenhieb auf das Kunstsammeln wäre“, schreibt Harald Falckenberg in seiner Einführung.

Lange hat der Hamburger Sammler nach diesem Bild gesucht. Nachdem er es im Sommer 2014 endlich in den Händen hielt, inspirierte es ihn zur gleichnamigen Ausstellung – einem rund 140 Arbeiten umfassenden Querschnitt durch die Neuerwerbungen seit 2011.

Harald Falckenberg ist einer der angesehensten und potentesten Sammler Deutschlands. Und doch zählt er sich nicht zur Riege der Superreichen, die Kunst als Statussymbol sehen und jede x-beliebige Summe zahlen. Ganz im Gegenteil, die Kunstwelt, bei der es nur noch um Kapitalanlage, gelegentlich auch um Geldwäsche geht, ist ihm höchst suspekt. Und Künstler wie Jeff Koons und Damian Hirst, die auf dieser Hype-Welle ganz oben schwimmen, ebenso.
Falckenberg sammelt seit 20 Jahren Konzeptkunst, Richard Artschwager, John Baldessari, Hanne Darboven und Konrad Klapheck, um nur einige Namen zu nennen. Vor allem aber Counter Culture, wie die subversive, gegen den Mainstream schwimmende Kunstrichtung neudeutsch genannt wird. Künstler, wie den frühverstorbenen Punk Martin Kippenberger gehören dazu oder der Aktions- und Konzeptkünstler John Bock, dessen Schrott-Installationen nicht selten ganze Räume füllen und zu riesigen Bühnenbildern geraten. Auch der amerikanische Performance- und Installationskünstler Mike Kelley (1954-2012), Paul McCarthy, Albert Oehlen oder der visionäre Allrounder Christoph Schlingensief. Weit mehr als 60 Positionen sind jetzt bei den Neuerwerbungen der vergangenen vier Jahre vertreten, völlig unterschiedliche Künstler, die jedoch eines vereint: Sie haben sich von der kommerziellen Schiene verabschiedet. Behandeln stattdessen gesellschaftliche Entwicklungen, wie Falckenberg schreibt: „Fragen und Probleme, die uns alle angehen“.

„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“, ist zu sehen bis 25. Mai, in der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, Tor 2, 21073 Hamburg-Harburg,
Öffnungszeiten und Führungen: Do und Fr 18 Uhr, Sa 12 und 15 Uhr, So 12, 15 und 17 Uhr, Anmeldung ist erforderlich.
Individuelle Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache möglich.
Anmeldung und Information.


Abbildungsnachweis:
Header: Außenansicht der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg.
Galerie:
01. Martin Kippenberger, Selbstjustiz durch Fehleinkäufe, 1984. Mixed media auf Leinwand. 120x100 cm. © Martin Kippenberger Estate. Foto: Adam Reich.
02. Christoph Schlingensief: The African Twintowers. Stairlift to Heaven. Installation, Größe variable; Courtesy Hauser & Wirth. Foto / Photo: Uwe Walter.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
 Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
 Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.