Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 838 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Architektur

Alte Synagoge Essen: Haus jüdischer Kultur

Drucken
(202 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Claus Friede  -  Montag, den 10. Januar 2011 um 17:55 Uhr
Alte Synagoge Essen: Haus jüdischer Kultur 4.7 out of 5 based on 202 votes.
Alte Synagoge Essen: Haus jüdischer Kultur

Sie wurde im Sommer 2010 nach zweijähriger Umbauzeit wiedereröffnet: die Alte Synagoge Essen.
Einst war es der größte Synagogenbau in Deutschland, dem man seine Bedeutung bis heute ansehen kann. Erbaut zwischen 1911 und 1913 vom Essener Architekten Edmund Körner, diente sie Jahrzehnte der großen jüdischen Gemeinde Essens als Ort der Versammlung und des Gebets.
Körners Pläne sahen einen monumentalen, freistehenden und beeindruckenden Baukörper vor, mit angrenzendem Rabbinerhaus und einem Verwaltungsteil der jüdischen Gemeinde. Ein selbstbewusstes Sinnbild für den Platz des Judentums in der deutschen Gesellschaft des Kaiserreichs.
Aber nicht nur die äußerliche Erscheinung war und ist bis heute imposant, auch das Innere war besonders. Eine große farbige Glasfensterreihe mit jüdischen Symbolen warf Licht auf die Frauenempore und eine weitere, niedrigere auf den Betsaal unterhalb des u-förmigen Balkons. Vier große und mehrere kleine Leuchter hingen von der Kuppel herab und spendeten dem riesigen Innenraum mit dem nach Osten, zur Klagemauer ausgerichteten, mächtigen Thoraschrein Licht. Mosaike, verschiedene Leuchter, Thorarollen, die in samtenen Mänteln, edel bestickt, mit Schild und Lesehand behängt und glockenverzierten Granatäpfeln versehen waren, gehörten zur reichen Ausstattung der Synagoge und des Thoraschreins. Die auf goldenem Grund verzierte blaue, hebräische Inschrift mit den drei Löwen und Rankenpflanzen über dem Muschelkalkschrein – heute rekonstruiert – war und ist ein Zitat aus der Mishna „Sprüche der Väter“ und lautet in der Übersetzung „Wisse, vor wem Du stehst“. Eine Orgel war jenseits des Thoraschreins eingebaut und jüdische Chöre aus Essen und Düsseldorf sorgten für den musikalischen Teil der Liturgie.

Nur 25 Jahre nach der Einweihung versuchten die Nationalsozialisten während des Novemberpogroms die Synagoge zu zerstören. Der Innenraum brannte am 10. November 1938 lichterloh aus, jedoch bleib das Gebäude äußerlich stehen, weil es solide aus Stahlbeton besteht und eine Sprengung zu gefährlich gewesen wäre. Wie bei annähernd 1400 weiteren Synagogen- und jüdischen Gebetsstättenschändungen in Deutschland, waren Teile der Bevölkerung schaulustig dabei.
Im September 1943 hatte der letzte Transport die Stadt verlassen – Essen galt als „judenfrei“, die Synagoge war längst keine mehr.

Nach 1945 stand sie jahrelang mahnend als Ruine im Essener Zentrum, bis die Stadt 1959 das Gebäude von der 'Jewish Trust Corporation' erwarb. Die neugegründete und kleine jüdische Gemeinde weihte im Oktober 1959 ihre neue Synagoge der Architekten Dieter Knoblauch und Heinz Heise in der Sedanstraße ein.
Entkernt wurde die Alte Synagoge in den 1960er-Jahren dann schließlich genutzt: das Haus Industrieform e.V. entstand. Der Thoraschrein wurde abgerissen, die Kuppel abgehängt und Mosaike übermalt oder entfernt. Fast gar nichts erinnerte mehr im Innenraum an eine Synagoge. Verschiedene Industriedesign- und Plakat-Ausstellungen wurden bis zu einem Kurzschlussbrand 1979 in regelmäßigen Abständen gezeigt.

Zeitgemäß wurde dann aus der Alten Synagoge in den 1980er-Jahren ein Zentrum des Gedenkens. Eine Dauerausstellung zeigte "Stationen jüdischen Lebens - von der Emanzipation bis zur Gegenwart".









 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

OKRA – Piano & Field Recordings
Kultur Magazin



Die Okra, auch Gemüse-Eibisch, ist eine Gewächsart aus der Familie der Malvengewächse. Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas stammende Pflanze, [ ... ]



Till Brönner: The Good Life
Kultur Magazin



Baba-bäää, baba-bo-bääääbää – die Trompete ist unverkennbar, der smoothe und doch intensive Sound auch. Till B [ ... ]



Neil Cowley Trio: Spacebound Apes
Kultur Magazin



„Dies ist ein Projekt, an dem ich lange gearbeitet habe. Es beinhaltet Themen wie Schuld, Angst, Verlust und Sehnsucht – mit ein paar überraschenden [ ... ]



Melt Trio: Stroy
Kultur Magazin



Die beiden Brüder Peter (Gitarre) und Bernhard Meyer (Bass) sowie Moritz Baumgärtner (Drums) bringen ihr drittes Album heraus: Stroy.
Die archaische V [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
Kultur Magazin



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Ope [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
Kultur Magazin



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
Kultur Magazin



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
Kultur Magazin



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



Jonas Burgert – Hälfte Schläfe
Kultur Magazin



Die Hamburger Produzentengalerie in der Admiralitätsstraße zeigt bis zum 30. Oktober 2016 Werke von Jonas Burgert. Seit der Ausstellung „Geschichtenerzä [ ... ]



„Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue
Kultur Magazin



Lucie Borleteau inszeniert die Odyssee ihrer Protagonistin ästhetisch virtuos als Chronik einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung: sinnlich, melancholis [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events