Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 515 Gäste online

Neue Kommentare

Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...
Herby Neubacher zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Tja die Koelner - immer vorneweg. Hier in Vietnam...
Dr. Hans Jürgen von Lengerke, Hannover zu Urvashi Butalia, Emily Nasrallah und Irina Scherbakowa erhalten Goethe-Medaille: Ich würde gern an der Veranstaltung am 28. Augus...
Lena Baal zu Max Merseny: „World Traveller“: Das hört sich so spannend, groovig und "lecker" ...
Lothar zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Ich finde den (Antwort-)Kommentar ziemlich dämli...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Architektur

Elbphilharmonie: Die „Weiße Haut“ ist montiert

Drucken
(108 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 04. Februar 2016 um 13:45 Uhr
Elbphilharmonie: Die „Weiße Haut“ ist montiert 4.6 out of 5 based on 108 votes.
Elbphilharmonie: Die „Weiße Haut“ ist montiert

Noch kann der große Saal der Hamburger Elbphilharmonie nicht in seiner ganzen Pracht bewundert werden. Die Sitze fürs Publikum müssen noch ein wenig warten, auch die große Orgel der Firma Klais wird erst noch eingebaut, die Montage beginnt in zwei Wochen. Damit werden dann auch die letzten Lücken der „Weißen Haut“ geschlossen, die dem Konzertsaal die von Yasuhisa Toyota geplante Akustik der Welt-Spitzenklasse verpassen soll und die jetzt schon für seine ganze besondere Anmutung sorgt.

Für die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron, für die Baufirma Hochtief und auch für die Stadt Hamburg war ihre Präsentation des akustischen Wunderwerks, weitgehend gerüstfrei, am Mittwoch ein ganz besonderes Ereignis, das Architekturfotograf Klaus Frahm für KulturPort.De dokumentiert. „Architektonisches Juwel“ war das mindeste, was an Kommentar zu dem Saal zu hören war. Und selbst die Architekten, die es ja wissen mussten, zeigten sich überwältigt.
Soviel allseitiges Glück war auf der Baustelle selten präsent. Freude über den eingehaltenen letzten Zwischentermin und über das Aussehen des Konzertsaals, der Kultursenatorin Barbara Kisseler zu der Bemerkung hinriss, schon die Architektur sei so überwältigend, dass es die Musik gar nicht mehr brauche.

Noch ist das Gesamtkunstwerk nicht akustisch zu erleben, nur zu erahnen. Dafür beeindruckt umso mehr das 6.000 Quadratmeter große Riesenpuzzle, dass die „Weiße Haut“ aus 10.000 exakt berechneten Teilen entstehen ließ – jedes passt nur an einer einzigen Stelle im Saal. Gipsfaserplatten sind es, jede einzigartig zurechtgefräst, um in ihrer Gesamtheit den Schall der Musik wie vom japanischen Akustiker Toyota vorausberechnet optimal in den Raum zu reflektieren und zu jedem Platz zu verteilen.
Wer einige der vielen Konzertsäle kennt, in denen Toyota die Akustik geplant hat – die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles etwa oder den Konzertsaal des Mariinsky-Theaters in St. Petersburg, weiß, dass man am Ende mit einem subtil ausgetüftelten, ganz besonderen Raumklang rechnen kann, der neben den Musikern zum vollwertigen Partner beim entstehen des Hörerlebnisses wird.
Ein knappes Jahr noch wird es dauern bis zum Eröffnungskonzert am 11. Januar 2016. Ende Juni soll der Konzertbereich an die Stadt übergeben werden. Im November soll dann die allgemein zugängliche öffentliche Plaza eröffnet werden.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 01
Von außen entfaltet die gläserne Welle auf dem ehemaligen Backstein-Speicher jetzt ihre zauberhafte Wirkung. In 16.000 Quadratmetern fein gegliederter Glasfassade spiegeln sich Stadt, Wolken und wechselnde Lichtverhältnisse bis zur Spitze hinauf in 110 Metern Höhe – ein Juwel, dessen Faszination so schnell nicht erlöschen wird. Die 4.000 Quadratmeter große Plaza für gute Aussichten suchende Touristen und Hamburger befindet sich in 37 Metern Höhe zwischen dem historischen, nur am oberen Rand etwa aufgestockten Backsteinsockel und dem Glasaufbau. Gesamtkosten des philharmonischen Elbvergnügens: 865 Millionen Euro, davon trägt die Stadt 789 Millionen.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 2
So sieht es im großen Konzertsaal derzeit aus. Gut zu erkennen sind die rundum laufenden, ineinander verschachtelten und steil in die Höhe steigenden Ränge. Dieser Aufbau lässt den Saal kleiner erscheinen als er ist. Und die 2.100 Zuhörer sitzen alle relativ dicht um Orchester und Solisten. Oben zu erkennen: der große runde Schallreflektor, der beim gerechten Verteilen des Hörgenusses hilft. Die „Weiße Haut“ überzieht Wände, Brüstungen, Decke und den Reflektor. Die hellen Lampen sorgen für ein festliches Raumerlebnis.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 3
Sie haben sich die einzigartige Multifunktions-Philharmonie ausgedacht: die stolzen Architekten Pierre de Meuron (links) und Jacques Herzog, die mit ihrem Büro in Basel sitzen und als weltweit Fachleute fürs ganz Besondere, für nie zuvor gebaute Ideen gelten. Die Elbphilharmonie ist ihr erstes Konzertgebäude und trägt in ihrer Auftragsliste die Werkzahl 230.

Elbphilharmonie: Klaus Frahm 4
Die Ränge für die Zuschauer sind natürlich in den Raum eingefügt wie Terrassen in einem steilen Weinberg. In der Mitte des Raums lagern schon Kartons mit Bauteilen für die große Konzertorgel (vier Manuale, 65 Register), deren Einbau in den nächsten Wochen beginnt. Die unregelmäßig verteilten Lampen bringen die Anmutung eines Sternenhimmels in den Raum.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 5
Gut zu erkennen: die unregelmäßige Anordnung der eingefrästen Vertiefungen, von denen es etwa eine Million in der gesamten Akustik-Gipsfaserhaut gibt. Manche sind sehr flach gehalten, andere mehrere Zentimeter tief. Sie sind auf einem Unterbau montiert – das Spiel zwischen den einzelnen Elementen durfte fünf Millimeter nicht überschreiten.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 6
Ein Hauch von Raumschiff: Der Blick nach oben zeigt über der fast mittig im Raum liegenden und von Zuschauerplätzen umgebenen Bühne den großen Reflektor, der unter der 25 Meter hohen Raumdecke schwebt. Er ist prall bestückt mit Technik, die präzise eingepasst wurde in die omnipräsente „Weiße Haut“.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 7
Manchmal sind es nicht nur Vertiefungen, sondern filigrane Öffnungen, die von fern an maurische Verzierungen erinnern. Hinter ihnen kann mit Stoffen und Vorhängen die Akustik weiter modifiziert werden.

Elbphilharmonie - Klaus Frahm 8
Eine Gebirgslandschaft für den perfekten Klang. Die unterschiedlich geformten und unterschiedlich großen Fräsungen reflektieren auftreffenden Schall nicht wie eine glatte Fläche, sondern streuen ihn in unterschiedliche Richtungen. Für Yasuhisa Toyota, der die Pläne für diese elbphilharmonischen Vertiefungen ausgetüftelt hat, die Voraussetzung für den idealen Klang.

KulturPort.De dokumementiert jährlich den Fortgang der Bauarbeiten der Elbphilharmonie:

Baustelle - Landmark - Elbphilharmonie (Beitrag vom 2. Juni 2014 mit Fotografien von Felix Borkenau)
Momentaufnahme Elbphilharmonie (Beitrag vom 24. April 2015 mit Fotografien von Michael Zapf)


Abbildungsnachweis: Alle Fotos Klaus Frahm
Header: Elbphilharmonie

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Dirk C. Fleck
+6
 
 
Sehr guter Artikel, der die Vorfreude immens steigert!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Architektur > Elbphilharmonie: Die „Weiße Haut“ ist mo...

Mehr auf KulturPort.De

Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung
 Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung



Amerikaner erobern Potsdam! Nach der spektakulären Impressionismus-Ausstellung nun der Blick über den großen Teich nach Nord-Amerika: Das Museum Barberini am  [ ... ]



„Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible
 „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible



Verweigerung als Selbststimmung: „Axolotl Overkill” ist das hinreißend provokante Porträt einer 16-Jährigen zwischen Realität un [ ... ]



Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria
 Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria



Das Leben das Universum und der ganze Rest: Nein, ganz so viel wie Douglas Adams berühmter Sience-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis&l [ ... ]



Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne
 Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne



Noch ein Anlauf, Repertoire-Riesen zu bezwingen. Und diesmal, für Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“, stand Kent Nagano wieder genesen selbst am Pult [ ... ]



Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points
 Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points



Keine Linie in Sicht – weit und breit. Dafür Tropfen, Punkte, Flecken, Tupfen und Blasen.
„Drops & Points“ heißt das neue Album des Luxembu [ ... ]



Hip-Hop White Trash Geheimtipp: Snak the Ripper im Harburger Stellwerk
 Hip-Hop White Trash Geheimtipp: Snak the Ripper im Harburger Stellwerk



Confessio: Die Autorin dieses Artikels ist bekennender Hip-Hop-Fan und liebt die Geschichte, Lässigkeit, den „Swag“, den „Style“, den Mo [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.