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Architektur

Im Gespräch: Claus Friede mit dem Architekten Heiner Limbrock

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Dienstag, den 22. Dezember 2009 um 11:36 Uhr
Im Gespräch: Claus Friede mit dem Architekten Heiner Limbrock 4.6 out of 5 based on 264 votes.

CF: Das klingt für mich mehr nach Bewusstseinsveränderung als nach Weiterbildung...

HL: Das ist doch Weiterbildung per se.

CF: Ihr Architekturbüro hat sich neben Neubauten insbesondere auf die Bewahrung und Sanierung von Bausubstanz und historischen Gebäuden spezialisiert. Welche Erfahrungen haben Sie mit den Auftraggebern und Partnern weltweit machen können? Gibt es ein ausgeprägtes historisches und baukulturelles Bewusstsein?

LimbrockHL: Das ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. In China hat man auf diesem Gebiet eine ganze Menge zu reanimieren. Das historische Bewusstsein leidet nach wie vor unter den Aus- und Nachwirkungen der Kulturrevolution. Wenn es ums Bewahren geht, kann man in China eine ganz leichte positive Tendenz beobachten. Man geht mittlerweile etwas sorgfältiger mit der historischen Substanz um.
In Georgien, wo ich auch tätig bin, ist das wiederum ganz anders. Das Land ist bei weitem wirtschaftlich nicht so orientiert wie China, aber das historische Bewusstsein ist sehr ausgeprägt, dort pflegt man die Städte. Einerseits entstehen auch neue Gebäude mit Blick auf eine internationale Architektur, andererseits gibt es beispielsweise in Tiflis sehr sinnvolle Stadterhaltungsmaßnahmen. Das läuft allerdings ganz anders als hier. Das Recht liegt auf der Seite der Initiative, auf dem Praktischen und nicht automatisch bei den Ämtern und Behörden. Das führte dazu, dass die Hauptstadt Georgiens so aussieht, wie sie gewachsen ist, von frühen mittelalterlichen über die zaristischen Gebäude des frühen 19. Jahrhunderts, bis hin zu einer neuen, internationalen Architektur. Stadtentwicklung und -planung bedeutet in Georgien eine öffentliche Auseinandersetzung in Form von Workshops. Und das mediale Interesse an Stadtentwicklung ist dort auch sehr ausgeprägt, was wiederum einen Einfluss auf die Politik hat.
In Hamburg ist das Bewusstsein für das baukulturelle Erbe recht unterschiedlich evident. Es gibt historische Gebäude, die für die Gesellschaft eine relevante Wirkung haben. Ich meine das nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten. Bei der Umwandlung und Aufstockung eines alten Silos im Harburger Binnenhafen haben Bauherr und mein Architekturbüro die Kernaussage des Gebäudes nicht in Frage gestellt. Wir haben die milieuschaffenden Elemente erhalten. Das kann man nur tun, wenn ein allseitiges Bewusstsein dafür vorhanden ist.

CF: Zum Abschluss unseres Gesprächs möchte ich gerne von Ihnen wissen, welches neuerrichtete oder im Bau befindliche Gebäude steht für Hamburg?

HL: Ganz klar: Die Elbphilharmonie!


Zur Idee des Architektur Centrums Hamburg
Alle Aktivitäten zum Thema Architektur und Bauen sind an einem zentral gelegenen Ort vereinigt. Das Architektur Centrum steht allen an Architektur, Städtebau und Planung Interessierten und Beteiligten offen und möchte für die verschiedenen Institutionen, Verbände, Firmen und die Öffentlichkeit ein übergreifendes, lebendiges Forum sein.
Architektur Centrum - Gesellschaft für Architektur und Baukultur e.V.
im „hamburgmuseum“
Holstenwall 24
20355 Hamburg

Fotos: (Header) Astrid Ott. Portrait Heiner Limbrock © Architektur Centrum Hamburg
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