| Film | ||
| Rezensiert! Wolfman |
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| Geschrieben von: Dagmar Seifert |
| Dienstag, den 09. Februar 2010 um 17:22 Uhr |
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Für Lon Chaney jr. war es der absolute Durchbruch: im Film ‚The Wolf Man’ (Der Wolfsmensch) spielte er 1941 zum ersten Mal des heulende Pelzmonster. Und später noch einige Male. Der Schwarz-Weiß-Film – damals wie heute von ‚Universal’ produziert, das vor allem in den 1930er und 40er Jahren als Horrorspezialist galt – ist ein Klassiker. Menschen, denen so etwas Freude macht, sei sehr empfohlen, die DVD zu genießen, gerade und besonders im Vergleich mit dem neuen ‚Wolfman’, der sich erklärtermaßen als eine Hommage an das sechzig Jahre alte Gruselstück versteht. So bleibt das Inhaltsgerüst das gleiche, sogar die Namen wurden übernommen. Larry Talbot kehrt aus dem Ausland ins Schloss seiner Ahnen zurück, weil sein Bruder verstorben ist. Er wird von seinem Vater, Sir John, empfangen, er begegnet einer schönen Frau, Gwen Conliffe, in die er sich verliebt, sowie durchziehenden Zigeunern – denn es soll eine Zigeunerlegende sein, die Larry immer wieder zu hören bekommt: Even a man who is pure off heart, And says his prayers by night May become a wolf when the Wolfbane blooms And the autumn moon is bright… Oder: auch dem Tugendsamsten kann es unter erschwerenden Umständen passieren, dass er zum Wolf mutiert. So trifft es den zwar großen und athletischen, doch wirklich sanftmütigen Larry. Er verteidigt ein Opfer gegen das geifernde Untier (damals der undeutlich wahrzunehmende Schattenriss eines angebundenen Schäferhundes, der sogar aus Versehen wedelt) und zwar zufällig mit einem Spazierstock, dessen Griff ein silberner Wolfskopf ziert. Werwölfe, muss man wissen, sind nur durch Silber, die symbolische Verbindung zum Mond, zu erledigen. Unglücklicherweise bekommt Larry jedoch bei der Aktion einen Biss in die Brust, das heißt, er infiziert sich und fängt an, den Mond mit ganz anderen Augen zu betrachten. Übrigens wird er seinerseits, wenn es ihn überkommt, keineswegs zum Schäferhund. Vielmehr verwandelt er sich in ein Geschöpf, das wir inzwischen aus vielen guten oder schlechten Werwolf-Filmen kennen, eine Art schnauzenloser Teddybär mit überentwickeltem Gebiss und dicker Perücke. Der damalige Chefmaskenbildner von Universal, Jack P. Pierce, orientierte sich nämlich besonders an Bildern von so genannten Wolfsmenschen - früher gern auf Jahrmärkten oder in Freak Shows gezeigt - die an Hypertrichose leiden, einer übermäßigen Körper- und Gesichtsbehaarung, die in krassen Fällen nur Handflächen und Fußsohlen frei lässt. Es wird vermutet, dass dieses Phänomen zur Bildung von Werwolflegenden beitrug. 1941 war ein Computer eine raumfüllende Rechenmaschine und der Begriff Computeranimation unbekannt. Pierce klebte dem still liegenden Chaney einfach immer mehr kleine Fellbüschel ins Gesicht, was jeweils fotografiert und später als Film abgespult wurde – eine für den damaligen Zuschauer beeindruckende Verwandlung. Der haarige Larry, der bei Mondlicht wie ein Schlafwandler ohne sein Tagbewusstsein umherstreift und mordet, leidet schreckliche Gewissensqualen. Zuerst lehnt er die absurde Werwolf-Idee, die ihm eine alte Zigeunerin erklärt hat, als moderner Mensch ab. Aber nach und nach, auch, weil seine schwere Bisswunde nach wenigen Tagen wieder verschwunden ist oder weil er entsetzt beobachtet, wie seine Füße und Beine zu Pelzpfoten werden (Fellbüschel für Fellbüschel), muss er sich schuldig fühlen. Die Dorfbevölkerung teilt diese Ansicht und würde ihn (bei Tag, versteht sich) gern lynchen. Sein würdevoller Vater verteidigt ihn jedoch, unterstützt von einem Doktor, der Larry hauptsächlich rät, sich einfach zu beruhigen. Was diesem nicht gelingt, so dass er beim nächsten Vollmond, ohne zu wissen, was er tut, seine geliebte Gwen durch die Wälder jagt und zum Kreischen bringt… |
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