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Geschwister Pfister: „Servus Peter - Oh là là Mireille“

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Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 18:14 Uhr
Geschwister Pfister: „Servus Peter- Oh là là Mireille“

Für die einen ist es Körperverletzung, die anderen schunkeln verzückt im Takt – wenn deutsche Schlager erklingen, teilt sich die Nation.
Insofern könnte man die Geschwister Pfister als eine Art Völkerverständiger bezeichnen. Denn ihre Revue „Servus Peter - Oh là là Mireille“ amüsiert die Liebhaber deutschen Liedguts ebenso wie jene, die Schnulzen nur ertragen, wenn sie gründlich auf die Schippe genommen werden. Aber Achtung: Die Parodie des schwulen Kult-Duos ist so gut, dass man zwischendurch glatt vergisst, dass es überhaupt eine ist. Und in diesen Momenten heißt es, ganz tapfer zu sein und sich immer wieder vor Augen halten: Es ist nicht das Musikantenstadl, in dem man gerade sitzt. Nein, es sind immer noch die Fliegenden Bauten in Hamburg.

In der Mitte eine Hausbar der Marke „Eiche rustikal“, links und rechts zwei Plüsch-Garderoben. Das verstaubte Bühnenbild erinnert frappierend an die gute alte TV-Zeit, in der Kübelweise Schmalz in die Zuschauer-Wohnzimmer gegossen wurde. Kein frecher Stefan Raab, kein zynischer Harald Schmidt – in den 70er- und 80er-Jahren gab es „Kuli“, Rudi Carel und - natürlich - Peter Alexander, den Schwiegermutter-Traum mit dem Klebe-Charme. In den Fliegenden Bauten lässt Toni Pfister alias Tobias Bonn „Peter, den Großen“ nun wieder auferstehen. Unglaublich, wie gut sich Bonn in den Darling der damaligen Fernsehnation hineinfühlt. Nicht nur die Haartolle sitzt hundertprozentig, auch Attitüden, Dackelblick und der leicht reservierte Tonfall wirken absolut authentisch. Die perfekte Illusion! Wäre da nicht „Gaststar“ Mireille Mathieu (Christoph Marti), würden diejenigen, die bei Liedern wie „Ich zähle täglich meine Sorgen“ und „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ am liebsten weglaufen, es wahrscheinlich auch tun. Aber mit Mireille bekommt die Show jenen irrekomischen Travestie-Touch, der sie überhaupt erst als bissige Persiflage entlarvt. Und wenn dann tatsächlich noch Heintje und Roy Black in dieser herrlichen Spießerkulisse erscheinen, ertappen sich selbst eingefleischte Schnulzenhasser beim versonnenen Mitsummen: „Du bist nicht allein, dadadida dadidaahhhh……..“.

Geschwister Pfister (Ursli und Toni): „Servus Peter- Oh là là Mireille“, bis 11.12., Fliegende Bauten, Glacischaussee 4, Karten unter Tel. (040) 8814 1188 0; Infos unter www.fliegende-bauten.de

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