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KlassikKompass: Die Welt der Bach-Cantatas – Pfingsten II

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Geschrieben von Herby Neubacher  -  Montag, den 09. Juni 2014 um 10:49 Uhr
KlassikKompass: Die Welt der Bach-Cantatas – Pfingsten II 4.5 out of 5 based on 120 votes.
KlassikKompass: Die Welt der Bach-Cantatas – Pfingsten II

Zu Bachs Zeiten hatte Pfingsten drei Festtage, davon sind heute nur noch Sonntag und Montag übrig geblieben.
So schrieb der Thomas-Kantor selbstverständlich auch Cantatas für den 2. und 3. Pfingsttag. Ich habe zwei davon ausgewählt, die ich für interessant und exemplarisch halte, weil Bach in ihren sehr frei mit der Kantanten-Form umgeht und eine Art Mikrokosmos schafft, klein besetzte, fast intime Reflexionen auf des Pfingst-Geschehen. Beide Cantatas wurden in einem Jahr 1724 in Leipzig hintereinander an den zwei für sie bestimmten Feiertagen uraufgeführt – die erste ‚Erhöhtes Fleisch und Blut’ BWV 173 am 29. Mai und die andere ‚Erwünschtes Freudenlicht’ BWV 184 am 30. Mai. Beide haben für Bachs Verhältnisse sehr lange instrumental begleitete Rezitative – sogenannte Accompagnati – die dramatisch ausgefeilte, persönliche und prinzipielle Glaubensregeln aus der Pfingst-Erfahrung beinhalten.

Dazu passt, das Evangelium dieser Pfingsttage – es berichtet von Christi Treffen mit einem der Hohenpriester Nikodemus, Mitglied des ‚Sanhedrin’ – des jüdischen Glaubensrates. Die 71 Mitglieder diesen ‚Hohen Rates’ waren Priester, jüdische ‚Älteste’ und Schriftgelehrte.
Nikodemus stiehlt sich heimlich in der Nacht zu Jesus, da dieser ja vom offiziellen jüdischen Priestertum bereits geächtet war, um mit ihm zu diskutieren und seine Sicht der Dinge an der des Gottessohnes zu messen.
Christus gibt ihm eine längere Lektion über die Liebe Gottes und die Möglichkeit ins Himmelreich zu kommen. Die beiden werden dadurch Freunde.
Bach thematisiert einiges aus diesen nächtlichen Gespräch in seinen beiden ‚Cantata-Schwestern’ zu den beiden verbleibenden Pfingsttagen, die wir jetzt, im Anschluss, genauer betrachten wollen.


Bach Cantata BWV 173 ‚Erhöhtes Fleisch und Blut’
Uraufführung: 29. Mai 1724 in Leipzig. Text: Unbekannter Dichter

„Ein geheiligtes Gemüte
Sieht und schmecket Gottes Güte.
Rühmet, singet, stimmt die Saiten,
Gottes Treue auszubreiten.“
Tenor Arie aus der Bach Cantata ‚Erhöhtes Fleisch und Blut’ BVW 173 zum 2. Pfingsttage.

Die Musik unserer ersten Cantata ‚Erhöhtes Fleisch und Blut’ BWV 173 für den 2. Pfingsttag beruht vollständig auf der Köthener Glückwunschkantate ‚Durchlaucht’ster Leopold’ BWV 173a
Er gestaltete sie aus sechs von acht Sätzen dieser Glückwunschkantate, die er in seiner Zeit in Köthen 1722 zum Geburtstag des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen (1694-1728) komponiert hatte.
Die Cantata beginnt mit einem begleiteten Rezitativ und preist ‚Erhöhtes Fleisch und Blut, das Gott selbst an sich nimmt’. Dieser Satz ist vieldeutig, weil er einmal auf das Fleisch und Blut Christi hinweist das am Kreuz ‚erhöht’ für die Sunden der Welt geopfert wurde. Zum anderen deutet diese Zeile auch auf das in Brot und Wein verwandelte Fleisch und Blut des Abendmahls, das die Christen an das Opfer am Kreuz gemahnt und Pfingsten besonders gepflegt wurde, und schließlich auf unser aller Fleisch und Blut das durch Christi Fleisch und Blut-Opfer am Kreuz erlöst und erhöht wurde. Man sieht allein an diesem Beispiel wie vielschichtig Bachs Lyrik und auch die Musik ist denn das ‚Erhöhen’ finden gleich am Anfang des Rezitativs musikalisch statt, in einem aufsteigenden Dreiklang auf das Wort ‚Erhöhtes’, der den Hörer in den Himmel weist:
„Erhöhtes Fleisch und Blut,
Das Gott selbst an sich nimmt,
Dem er schon hier auf Erden
Ein himmlisch Heil bestimmt,
Des Höchsten Kind zu werden,
Erhöhtes Fleisch und Blut!“
Es schließt sich eine tänzerische, von zwei Flöten begleitete Arie an – es werden wieder die gestimmten Saiten zitiert, die ein dem ‚Heiligen Geist’ ein Pfingstkonzert geben sollen – ‚rühmet, singet stimmt die Saiten’ – das wird besonders koloriert genauso wie ‚Gottes Treue auszubreiten’ das ebenfalls sehr weit ausgebreitet dargestellt wird:
„Ein geheiligtes Gemüte
Sieht und schmecket Gottes Güte.
Rühmet, singet, stimmt die Saiten,
Gottes Treue auszubreiten!“
Es schließt sich ohne Rezitativ-Unterbrechung eine Alt Arie an die den tänzerischen Rhythmus der vorausgehenden Arie übernimmt und die ‚großen Dinge’ rühmt, die Gott an den Menschen tun will:
„Gott will, o ihr Menschenkinder,
An euch große Dinge tun.
Mund und Herze, Ohr und Blicke
Können nicht bei diesem Glücke
Und so heilger Freude ruhn.“
Die erste Strophe von Satz 4 ist eine Paraphrase auf den Anfang des Evangeliums, ‚Also hat Gott die Welt geliebt’, den Bach ein Jahr später für den Eingangschor seiner Kantate zum selben Anlass, ‚Also hat Gott die Welt geliebt’ BWV 68, einsetzte.
Der Text bezieht sich auf das Jesus Wort aus der Diskussion mit Nikodemus. Es ist ein Duett, das drei Strophen in zunehmend reicherer Variation behandelt, die erste Strophe ist für Bass und Streicher in G-Dur, die zweite für Sopran eine Quinte höher in D-Dur mit zusätzlichen Flöten, die letzte für beide Stimmen, erneut eine Quinte höher in A-Dur und in lebhafterer Bewegung.

Der Aufbau dieses Duetts ist in Bachs Kantatenschaffen einzigartig, die Steigerung auf mehreren Ebenen drückt die Erhöhung Gottes aus.

Bass
So hat Gott die Welt geliebt,
Sein Erbarmen
Hilft uns Armen,
Dass er seinen Sohn uns gibt,
Gnadengaben zu genießen,
Die wie reiche Ströme fließen.

Sopran
Sein verneuter Gnadenbund
Ist geschäftig
Und wird kräftig
In der Menschen Herz und Mund,
Dass sein Geist zu seiner Ehre
Gläubig zu ihm rufen lehre.

Beide
Nun wir lassen unsre Pflicht
Opfer bringen,
Dankend singen,
Da sein offenbartes Licht
Sich zu seinen Kindern neiget
Und sich ihnen kräftig zeiget

Es folgt ein Duett Rezitativ von Sopran und Tenor, parallel und eng geführt, das fast beschwörenden Charakter hat und wie eine Anrufung, ein Gebet mit erhobenen Händen wirkt:
„Unendlichster,
Den man doch Vater nennt,
Wir wollen dann
Das Herz zum Opfer bringen,
Aus unsrer Brust,
Die ganz vor Andacht brennt,
Soll sich der Seufzer Glut
Zum Himmel schwingen.“

Im letzten Satz erweiterte Bach dann das Gebet-Duett zur homophonen Vierstimmigkeit:
„Rühre, Höchster, unsern Geist,
Dass des höchsten Geistes Gaben
Ihre Würkung in uns haben.
Da dein Sohn uns beten heißt,
Wird es durch die Wolken dringen
Und Erhörung auf uns bringen.“


Bach Cantata BWV 184 ‚Erwünschtes Freudenlicht’
Uraufführung: 30. Mai 1724 in Leipzig. Text: Unbekannter Dichter
Choral: ’O Herre Gott, dein göttlich Wort’, Anarg von Widerfels 1526
Evangelisches Gesangbuch Nr. 195

„Gesegnete Christen,
Glückselige Herde,
Kommt, stellt euch bei Jesu
Mit Dankbarkeit ein!
Verachtet das Locken
Der schmeichlenden Erde,
Dass euer Vergnügen
vollkommen kann sein!“

Alt- und Tenor-Duett aus der Bach-Cantata ‚Erwünschtes Freudenlicht’ BVW 184 zum 3. Pfingsttage.
Die Kantate zum dritten Pfingsttage ‚Erwünschtes Freudenlicht’ BWV 184 zeigt wieder Jesus als den ‚guten Hirten’ seiner Gemeinde – den ‚Pastor Bonus’ – den wir schon einmal in den Bach-Cantatas zum Sonntag Misericordias Domini getroffen haben.
Sie ist kammermusikalisch mit den Hirteninstrumenten besetzt, namentlich zwei Travers-Flöten, und das erste Instrument begleitete Rezitativ des Tenor, das wie in der vorhergehenden Cantata das Werk beginnt, versetzt uns mitten in eine idyllische Schäfer-Landschaft.
Dieses Stück dürfte eines der längsten Rezitative sein, die Bach jemals geschrieben hat, es dauert über dreieinhalb Minuten, länger als manche Arie.
Es wird begleitet von zwei ‚murmelnden’ Flöten die idyllisch wohl das kleine Bächlein charakterisieren soll das auf der ‚grünen Aue’ auf der wir uns befinden fließt.
Bach benutzt dieses Rezitativ, um über den Psalm 23, der vom ‚guten Hirten’ und seinen Taten berichtet, zu reflektieren und ihn in diesen Satz einzubauen. Das Ganze wirkt wie ein ‚Melodram’ – eine Erzählung mit Musik – und ich habe mal den originalen Hirtenpsalm in den Rezitativtext eingearbeitet, wo seine Aussagen umgeformt und neu definiert werden.

Hier erst mal das Original, Psalm 23 ‘Der gute Hirte’:
„Der HERR ist mein Hirte,
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grüner Aue
Und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele
Er führet mich auf rechter Straße
Um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte
Im finstern Tal,
Fürchte ich kein Unglück,
Denn du bist bei mir,
Dein Stecken und Stab trösten mich

Du bereitest vor mir einen Tisch
Im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
Und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
Werden mir folgen mein Leben lang,
Und ich werde bleiben
Im Hause des HERRN immerdar.“

Und nun die Umsetzung in Bachs Cantata im einleitenden Rezitativ des Tenors:
„Erwünschtes Freudenlicht,
Das mit dem neuen Bund anbricht
Durch Jesum, unsern Hirten!

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grüner Aue
Und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele

Wir, die wir sonst in Todes Tälern irrten,
Empfinden reichlich nun,
Wie Gott zu uns den längst
erwünschten Hirten sendet,

Und ob ich schon wanderte
Im finstern Tal,
Fürchte ich kein Unglück,
Denn du bist bei mir,

Der unsre Seele speist
Und unsern Gang
durch Wort und Geist
Zum rechten Wege wendet.

Du bereitest vor mir einen Tisch
Im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
Und schenkest mir voll ein

Wir, sein erwähltes Volk,
Empfinden seine Kraft;
In seiner Hand allein ist,
Was uns Labsal schafft,
Was unser Herze kräftig stärket.

Gutes und Barmherzigkeit
Werden mir folgen mein Leben lang,
Und ich werde bleiben
Im Hause des HERRN immerdar

Er liebt uns, seine Herde,
Die seinen Trost und Beistand merket.
Er ziehet sie vom Eitlen,
Von der Erde,
Auf ihn zu schauen
Und jederzeit auf seine Huld zu trauen.

Dein Stecken und dein Stab trösten mich

O Hirte, so sich vor die Herde gibt,
Der bis ins Grab und bis in Tod sie liebt!
Sein Arm kann denen Feinden wehren,

Sein Sorgen kann
Uns Schafe geistlich nähren,

Ja, kömmt die Zeit,
Durchs finstre Tal zu gehen,
So hilft und tröstet uns sein sanfter Stab.

Und ob ich schon wanderte
Im finstern Tal,
Fürchte ich kein Unglück,
Denn du bist bei mir

Drum folgen wir mit Freuden bis ins Grab.
Auf! Eilt zu ihm, verklärt vor ihm zu stehen.“

Dieses Rezitativ ist eines der erstaunlichsten musikalischen Seelengemälde das Bach komponiert hat. Es atmet schon den Geist der Aufklärung in seiner Naturschilderung, die natürlich immer noch dem Glaubensinhalt gilt.
Die folgende Arie ist dann ein von Flöten begleitetes Schäfer-Danklied im Duett gesungen von Sopran (Seele?) und Alt (Tochter Zion?) – die murmelnden Flöten aus dem Rezitativ zuvor werden mit übernommen und kolorieren das Ganze:
„Gesegnete Christen,
glückselige Herde,
Kommt, stellt euch
Bei Jesu mit Dankbarkeit ein!

Verachtet das Locken
Der schmeichlenden Erde,
Dass euer Vergnügen
Vollkommen kann sein!“

Es folgt ein erneutes Rezitativ des Tenors – diesmal nur vom Continuo begleitet. Interessant dabei der Hinweis auf den alttestamentarischen Hirtenkönig David – ‚Der Held aus Juda’ – der mit Christus, seinem direkten Nachfahren, gleichgesetzt wird – ‚Ein David steht uns bei’ – er hat die in den ‚Sündenbanden’ befrei:
„So freuet euch, ihr auserwählten Seelen!
Die Freude gründet sich in Jesu Herz.
Dies Labsal kann kein Mensch erzählen.
Die Freude steigt auch unterwärts.

Zu denen, die in Sündenbanden lagen,
Die hat der Held aus Juda schon zuschlagen.
Ein David steht uns bei.

Ein Heldenarm macht uns von Feinden frei.
Wenn Gott mit Kraft die Herde schützt,
Wenn er im Zorn auf ihre Feinde blitzt,

Wenn er den bittern Kreuzestod
Vor sie nicht scheuet,
So trifft sie ferner keine Not,

So lebet sie in ihrem Gott erfreuet.
Hier schmecket sie die edle Weide
Und hoffet dort vollkomm’ne Himmelsfreude.“

Der Tenor kündigt in einer weiteren Arie von konzertierender Violine begleitet die ‚güldene Zeit’ ein, die Christus, der ‚gute Hirte’ für seine Schafe jetzt ermöglicht hat:
„Glück und Segen sind bereit,
Die geweihte Schar zu krönen.
Jesus bringt die güldne Zeit,
Welche sich zu ihm gewöhnen.“

Ein feiner, schlichter, vierstimmiger Choralsatz bringt den Beschluss:
„Herr, ich hoff je, du werdest die
In keiner Not verlassen,
Die dein Wort recht als treue Knecht
Im Herz’n und Glauben fassen
Gibst ihn' bereit die Seligkeit
Und lässt sie nicht verderben.
O Herr, durch dich bitt ich,
Lass mich fröhlich und willig sterben.“

Doch damit nicht genug – ein fröhlicher Chor tanzender erlöster ‚Schafe’ beendet das Werk in echten Pfingst-Begeisterung:
„Guter Hirte, Trost der Deinen,
Lass uns nur dein heilig Wort!

Lass dein gnädig Antlitz scheinen,
Bleibe unser Gott und Hort,

Der durch allmachtsvolle Hände
Unsern Gang zum Leben wende.

Guter Hirte, Trost der Deinen,
Lass uns nur dein heilig Wort!“

Wir haben damit in unserer ‚Welt der Bach-Cantatas’ den Osterfestkreis gerundet – beginnend mit den drei Tagen der Auferstehung an Ostern über die 6 folgenden Sonntage, über Christi Himmelfahrt und endend bei den drei Pfingsttagen, der Ausgießung des ‚Heiligen Geistes’.

Bevor ich noch ein paar persönliche Wort zu Bachs Kantaten aufschreibe, sei noch dies erwähnt: Am Palmsonntag des Jahres 1714 brachte Johann Sebastian Bach seine erste Kantate als Weimarer Hofkonzertmeister zur Aufführung: Nach vereinzelten frühen Kantaten fiel mit ‚Himmelskönig, sei willkommen’ BWV 182 der Startschuss für seine regelmäßige Kantatenproduktion. Also, 300 Jahre Bach als Kantatenkomponist!

Bachs Kantaten begleiten mich seitdem ich ein Kind bin. Ich habe sie damals als Siebenjähriger im Salzburger Dom im Chor und auch als Knabensopran solistisch gesungen: ‚Wachet auf ruft uns die Stimme’ BWV 140.
Und ich habe dann jeden Sonntag erst beim WDR und dann beim NDR der Sendung ‚Die Bach-Kantate’ gelauscht, die zu jedem dieser Feiertage eine der jeweils passenden Bach-Cantatas in besten Aufführungen, teils hervorragende Eigenproduktionen, ausstrahlte.
Seitdem sammele ich Bach-Cantatas auf Platte und CD und jeden Sonntag werden die passend aufgelegt und die entsprechenden Bibelpassagen dazu aufgeschlagen.
Ich bin dankbar dafür, weil Bachs Cantatas mir immer wieder bewiesen haben, wie diese herrliche Musik meditativ und tief im Inneren am Besten beweist, wie schön der Glaube ist.
Sie sind auch mit dafür verantwortlich, das Glaube mir nie schwer gefallen ist – im Gegenteil – sie haben mich in ihm bestärkt und mich weniger trüb, weniger zynisch, und jedes mal ein bisschen glücklicher gemacht.
Diese Musik hat mir selbst durch schwere Zeiten geholfen – ohne sie wäre ich heute nicht der relativ zufriedene Mensch, der ich bin. Bachs Musik erfüllt in allem die Aussage Martin Luthers, die am Ende unserer Betrachtungen stehen soll, unter dem bekanntesten Bach-Gemälde, das mir leider nicht so gut gefällt, weil es viel zu ernst und abweisend wirkt. Johann Sebastian Bach ist ohne Frage ein Monolith unter den Komponisten – wie groß sein Name auch immer sein mag, in der ganzen Musikgeschichte – wird Bachs Stellung und Wirkung je erreichen oder erzielen können.

„Wer sich die Musik erkiest,
Hat ein himmlisch Werk gewonnen.
Denn ihr erster Ursprung ist
Von dem Himmel selbst genommen.
Weil die lieben Engelein
Selber Musikanten sein.“
Martin Luther (1483-1546), Deutscher Theologe und Reformator

Ihr Herby Neubacher


Abbildungsnachweis:
Header: Detail aus: Jean Restout (1666-1702), „Ausgießung des Heiligen Geistes”, 500x700cm, Musée du Louvre, Paris, Bildquelle: Wikimedia
Galerie:
01. Rembrandt Harmensz van Rijn: „Jesus und Nikodemus“, um 1660 Federzeichnung, 19,5x16,5 cm. Museum Boymans-van Beuningen, Rotterdam.
02. Giotto: „Pentecoste“, 1303-1305, Fresko, 200x185cm. Cappella degli Scrovegni, Padova.
03. Der Kirchenjahreskreis. Quelle: Wikipedia.

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