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Meinung

KlassikKompass: Die Welt der Bach-Cantatas – Quasimodogeniti

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Geschrieben von Herby Neubacher  -  Sonntag, den 27. April 2014 um 10:12 Uhr
KlassikKompass: Die Welt der Bach-Cantatas – Quasimodogeniti 4.5 out of 5 based on 140 votes.
Quasimodogentini

Der KulturPort.De-KlassikKompass lädt Sie nun sonntags weiter zu einer Reise durch die Welt der Bach-Kantaten ein.
Zunächst beschäftigen wir uns mit den Cantatas zu den Festen und Themen des Kirchenjahres. Die Bach Philosophie und meditative Kraft dieser Musik ist heute noch – wie vor 300 Jahren ungebrochen.

Die protestantische Kirche kennt sechs Sonntage nach Ostern. Sie beginnt die Zählung mit dem Sonntag nach Ostern und endet mit dem Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Die Osterzeit endet als Ganzes mit dem Pfingstsonntag.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) hat in drei Jahrgängen über 200 Cantatas für die Kirche und etwa 25 weltliche Cantatas geschrieben. Dieses Kantatenwerk ist eines der Monumente der Musik, das bis heute zu den meist aufgeführten und eingespielten CD Veröffentlichungen zählt.
Bach hat für diese Sonntage interessante und musikalisch reizvolle Cantatas geschrieben – sie leiten den Gläubigen von der Osterfreude zur Pfingst-Begeisterung – ein Weg durch die ‚Temperamente’, wie man im Barock sagte – durch welche das ganze Spektrum der Gefühlswelt musikalisch angeregt wird. Daher auch das ‚Wohltemperierte Klavier’ BWV 846-893, eine Sammlung von Präludien und Fugen für ein Tasteninstrument die Bach in zwei Bänden 1722 und 1742 veröffentlichte – es hat nichts mit ‚Temperatur’ sondern mit der breiten Palette der Stimmungen zu tun – sowohl des Instruments, als der menschlichen Seele.

Die sechs Sonntage von Ostern bis Pfingsten haben allesamt lateinische Namen. Sie richten sich nach dem Anfang der Antiphon des Introitus (des einstimmigen gregorianischen Chorals) des jeweiligen Sonntags.

Der erste Sonntag nach Ostern heißt ‚Quasimodogeniti’. Dieser Name bezieht sich auf die zu diesem Sonntag gehörende lateinische Sequenz und ist aus dem 1. Petrusbrief im 2. Kapitel übernommen: “Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile sine dolo lac concupiscite, Halleluja” (Wie neugeborene Kinder, Halleluja, verlangt nach der unverfälschten Milch, Halleluja.)
Der Text erinnert an den durch das Osterfest gegebenen Beginn eines neuen Lebens in Jesus Christus. Die Gläubigen, insbesondere die Neugetauften, sollen sich ‚wie neugeborene Kinder’ fühlen, nachdem durch die Auferstehung Jesu der Tod besiegt wurde. Hier klingt die Osternacht auch als althergebrachter Tauftermin an. Die alttestamentliche Lesung dieses Sonntags betont die Hoffnung, die Gott schenkt. Die Hoffnung mit der Wiedergeburt durch die Auferweckung Jesu von den Toten.

Wem übrigens der Name ‚Quasimodogeniti’ bekannt vorkommen mag – eine der weltberühmtesten Romanfiguren Frankreichs wurde nach diesem Sonntag abgekürzt benannt – der ‚Glöckner von Notre Dame’: ‚Quasimodo’. ‚Notre-Dame de Paris’, so der Originaltitel, ist ein 1831 erschienener historischer Roman des französischen Schriftstellers Victor Hugo (1802-1885). Im Mittelpunkt steht die aufwändig geschilderte Kathedrale Notre-Dame de Paris. In ihr spielen die wichtigsten Teile der Romanhandlung, vor allem das Geschehen um die Gestalt des ‘Quasimodo’, des Glöckners von Notre-Dame.  Diesen Namen bekam er von seinem Stiefvater Claude Frollo, der sich seiner annahm, weil der Junge im Alter von etwa 4 Jahren am Sonntag Quasimodogeniti wie ein ‚neugeborenes Kind’ auf den Treppen von Notre Dame gefunden wurde.

Der zweite Sonntag nach Ostern hat den Namen ‘Misericordias Domini’ nach dem gergorainischen Psalm 89: „Misericordias Domini in aeternum cantabo” (Von den Taten Deines Erbarmens, Herr, will ich ewig singen.)
Dieser Sonntag nach Ostern ist theologisch besonders wichtig, weil er der Christ-Allegorie des ‚guten Hirten’ gilt. Der ‚Pastor bonus’, jener gute Hirte, der sein Leben für die Schafe gab, ist ein uraltes Bild seit dem Beginn des Christentums und es gründet sich auf einen der berühmtesten Psalter der Bibel zu diesem Sonntag, dem Psalm 23:
„Der Herr ist mein Hirte,
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
Und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar“

In der christlichen Kunst ist der Hirte mit dem verlorenen Schaf auf den Schultern die älteste Christusdarstellung überhaupt, häufig in den römischen Katakomben.

Bach muss das Symbol des guten Hirten sehr geliebt haben, denn er hat für diesen Sonntag einige seiner schönsten Cantatas komponiert – wir werden uns mit den zwei berühmten später beschäftigen.

Der dritte Sonntag nach Ostern wird mit ‚Jubilate’ bezeichnet nach dem Psalm 66:" „Jubilate Deo, omnis terra” (Jauchzet Gott, alle Welt!)
Die Lesungen des Sonntags gelten der alttestamentlichen Genesis von der ersten Schöpfung und in der Epistel erzählt man von der neuen Schöpfung. Auch im Sonntagsevangelium spielen Schöpfungsbilder eine zentrale Rolle.
Bach hat diesen Jubel in interessanter Weise in das Passion reflektierende Gegenteil verkehrt in seiner Cantata zu diesem Sonntag ‚Weinen, Klagen Sorgen Zagen’ BWV 12. Wir werden uns mit dieser einzigartigen und vielfach eingespielten Cantata später genau beschäftigen.

Sonntag vier nach dem Osterfest heißt endlich wie unsere ganze Bach-Reihe ‚Cantate’ nach dem lateinischen Psalm 98: „Cantate Domino canticum novum“ (Singet dem Herrn ein neues Lied).
Dieser Sonntag ist dem musikalischen Lob Gottes gewidmet und immer schon auch der Wertschätzung des Gesangs und der Kirchenmusik. Vielerorts wird der Sonntag Cantate als musikalisch besonders gestalteter Gottesdienst begangen.

Der letzte und fünfte Sonntag nach Ostern vor dem Himmelfahrtstag heißt ‚Rogate’ wie ‚Bittet oder Betet!’
Er leitet sich aus der zu ihm gehörenden lateinischen Sequenz aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 48 ab: „Vocem jucunditatis annuntiate, et audiatur!” (Verkündet es jauchzend, damit man es hört!) Der Sonntag wird daher auch ‚Bittsonntag’ genannt. Sämtliche Lesungen zu diesem Sonntag sprechen das Gebet oder das Bitten an. Thematisch ist der Sonntag ‚Rogate’ auf das persönliche Gebet ausgerichtet, der Wochenspruch stammt aus Psalm 66: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.“ Historisch rührt die lateinische Bezeichnung ‚Rogate’ von den Bittprozessionen für eine gute Ernte her, die an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt als Flurumgänge über die Felder namentlich in katholisch geprägten ländlichen Gebieten noch heute üblich sind.

Der erste Sonntag nach Christi Himmelfahrt zählt noch zu den Nach-Ostersonntagen und ist der sechste und letzte mit dem Namen ‚Exaudi’.
Er leitet schon auf das Pfingstfest hin und bezieht seinen lateinischen Namen aus Psalm 27: „Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te!” (Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich!)
Im Zentrum steht die Erwartung des Heilshandelns Gottes. Im Sonntagsevangelium weist Jesus auf den kommenden ‚Tröster’ hin. Die Gewissheit dieses ‚Heiligen Geistes’ bestimmt auch die Sonntagsepistel.

Diese sechs Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten leiten von der Osternacht hin zur Erfüllung durch den ‚Heiligen Geist’.
Sie gelten dem Leben als ‚Neugeborene’ (‚Quasimodogeniti’) die der ‚Gnade Christi’ (‚Misericordias Domini’) gewiss sein können, daher preisen (‚Jubilate’), singen (‚Cantate’) und beten (‚Rogate’) bis sie Gott um Erfüllung seines Versprechens anrufen (‚Exaudi’) – eine logische Kette die Bach in einzigartiger Weise in die Musik seiner Cantatas umgesetzt hat.

Mit ‚Christi Himmelfahrt’ – die als monolithisches festliches Ereignis vor dem letzten Sonntag vor Pfingsten ‚Exaudi’ steht - werden wir uns noch gesondert in einer eigenen Klassik Kompass Folge der ‚Welt der Bach-Cantatas’ beschäftigen genau wie mit dem Fest des ‚Heiligen Geistes’ beginnend am Sonntag danach – Pfingsten.

Nun erst Mal zum ersten Sonntag nach Ostern, wenn wir vom ‚Sündenschlafe’ aufwachen ‚Wie die neugeborenen Kindlein’.


Am Sonntag Quasimodogeniti
„Halt im Gedächtnis Jesum Christ“, BWV 67
„Am Abend aber desselbigen Sabbats“, BWV 42


„Erschienen ist der herrlich Tag,
Dran sich niemand g’nug freuen mag
Christ, unser Herr, heut triumphiert,
All sein Feind er gefangen führt.
Alleluja!“

Choral von Nikolaus Herman 1560 aus BWV 67 ‚Halt im Gedächtnis Jesum Christ’ Cantata am Sonntag Quasimodogeniti ‚Wie die neugeborenen Kindlein’.

Die beiden Cantatas die Bach dem Sonntag Quasimodogeniti gewidmet hat, bilden fast eine Einheit – man könnte sie als Teil Eins und Zwei aufführen.
Die erste ‚Halt im Gedächtnis Jesu Christ’, entstanden 1724 reicht bis nach Ostern und erinnert an die Auferstehung bis Christus selbst den Jüngern erscheint.
Die zweite Cantata ‚Am Abend aber desselbigen Sabbats’, komponiert ein Jahr später, 1725, zeigt die Wirkung dieser Revolution der Auferstehung und Erscheinung – ihre ganze kontroverse Kraft und die Furcht in der Nachfolge – Christus sitzt zu Tische und schickt die Jünger auf ihren dornenreichen Weg in die Welt.
Dieser innere Zusammenhang und auch die Entstehungszeit zeigt das man die nummerische Folge des Bach Werkeverzeichnisses nicht immer wörtlich nehmen darf – die erste Cantata hat eine höhere BWV Nummer 67 als die zweite, die ein Jahr später entstand, BWV 42.

Ich finde es immer wieder grandios, wie Bach die Struktur des Glaubens in spannende Musik umsetzt.
Dazu nur die Tatsache, dass die wirklich rasante Cantata ‚Halt im Gedächtnis Jesu Christ’ selbst bei gemächlicher Aufführungspraxis nur 17 Minuten währt.
Ziemlich kurz – Bachs Kantaten dauern im Durchschnitt 20 Minuten bis zu einer halben Stunde. Aber was Bach alles in 17 Minuten packen kann...


Bach Cantata BWV 67 – ‚Halt im Gedächtnis Jesum Christ’
Uraufführung 16. April 1724 in Leipzig, Text: unbekannter Dichter, Choral: ,Erschienen ist der herrlich Tag’ von Nikolaus Herman 1560
Evangelisches Gesangbuch Nr. 106
Choral ‚Du Friedefürst, Herr Jesu Christ’, Jakob Ebert 1601
Evangelisches Gesangbuch Nr. 422

Die Kantate beginnt mit einem rasanten Chor der sich auf das Wort ‚Halt’ konzentriert – das wird in allen Stimmlagen wiederholt und dann ‚hält’ Bach wirklich die Musik an – in einer Fermate am Cantus Firmus der Oberstimmen unter dem das ‚auferstanden’ aus dem Grab zum Licht läuft.

„Halt im Gedächtnis Jesum Christ,
Der auferstanden ist von den Toten.“

Der Bachforscher Alfred Dürr in seinem Buch ‚Bach, Die Kantaten’ das wir in unserer ersten Folge vorstellten, hat eine interessante weitere Entdeckung zu diesem Chor gemacht: „Vielleicht ist es kein Zufall, das im Thema a (dem Cantus in der Oberstimme) die Melodie ‚O Lamm Gottes unschuldig’ anklingt. Der Auferstandene ist der für unsere Sünden Gekreuzigte, dies gilt es im Gedächtnis zu behalten (...)“

‚O Mensch bewein dein Sünde groß’, der Choral von Sebald Heyden um 1530 (Text) und Matthäus Greiter 1525 (Melodie) wurde von Bach als große Chorfuge des ersten Teils seiner ‚Matthäus Passion’ BWV 244, uraufgeführt 1727, eingesetzt. Er ist bis heute einer der zentralen Passions-Choräle und die Idee ihn in einer Oster-Erinnerungs-Cantata sozusagen ‚zu verstecken’ ist eine musikalischer Kunstgriff von hohen Graden. Genauso wie die erneut eingesetzte Clarintrompete die in diesem Chor aus dem Dunkel scheint und das Osterlicht erneut herausblitzen lässt.
Die nachfolgende tänzerische Tenor Arie nimmt den Gedanken an Ostern und die Freude über die Auferstehung an, macht sich aber auch schon erste Sorgen über die Wirkung – den zurück gebliebenen Schrecken, den Bach punktiert passieren lässt. Dieser führt zu ‚Streit und Krieg’ über die Kontroverse zwischen Tod und neuem Leben und wünscht sich Jesu Erklärung und Erscheinen, die Zweifel zu zerstreuen.

„Mein Jesus ist erstanden,
Allein, was schreckt mich noch?
Mein Glaube kennt des Heilands Sieg,
Doch fühlt mein Herze Streit und Krieg,
Mein Heil, erscheine doch!“

Das Rezitativ des Alt, in der barocken geistlichen Musik oft mit der allegorischen ‚Tochter Zion’ oder der ‚Seele’ gleichgesetzt, in der Ostermythologie die Stimme der ‚Maria Magdalena’ – bekämpft die ‚Furcht vor Pestilenz und Hölle’ mit einem ‚Loblied das wir gesungen’, vorgetragen vom ganzen Chor, sozusagen die Gespenster vertreibend.

Rezitativ:
Mein Jesu, heißest du des Todes Gift
Und eine Pestilenz der Hölle:
Ach, dass mich noch Gefahr und Schrecken trifft!
Du legtest selbst auf unsre Zungen
Ein Loblied, welches wir gesungen:

Choral:
Erschienen ist der herrlich Tag,
Dran sich niemand g’nug freuen mag:
Christ, unser Herr, heut triumphiert,
All sein Feind er gefangen führt.
Alleluja!

Doch die Furcht vor der ‚Feinde Rest’ scheint immer noch zu groß als durch ein simples, noch so schönes Osterlied des Nikolaus Herman um 1560 zu vertreiben. Der Alt fährt fort und beschwört einen inneren Streit selbst mit dem Auferstandenen und erwartet und erhofft die Erfüllung seines Gnadenwerkes.
Ich finde diese Regungen und menschlichen Gefühle in dieser Rezitativ-Choral- Rezitativ-Sequenz sehr beeindruckend. Es ist in der Tat etwas ganz anderes als der ‚reine’ oder fast ‚blinde’ Glauben ohne den geringsten Zweifel.

Rezitativ:
Doch scheinet fast,
Dass mich der Feinde Rest,
Den ich zu groß und allzu schrecklich finde,
Nicht ruhig bleiben lässt.
Doch, wenn du mir den Sieg erworben hast,
So streite selbst mit mir, mit deinem Kinde.
Ja, ja, wir spüren schon im Glauben,
Dass du, o Friedefürst,
Dein Wort und Werk an uns erfüllen wirst.

Und genau an dieser Stelle wächst diese Cantata über sich selbst hinaus. Bach startet mit einem Accompagnato zunächst die Erscheinung des Auferstandenen als Vox Christi (Bass) selbst der den Frieden verkündet ‚Friede sei mit euch’, so begrüßt Christus auch die Jünger als er sie in Jerusalem besucht, und gleichzeitig einen echten Kampf der Gefühle und des Glaubens durch die drei alternierenden Stimmen Sopran, Alt und Tenor.

Vox Christi
Friede sei mit euch!

Sopran, Alt, Tenor
Wohl uns! Jesus hilft uns kämpfen
Und die Wut der Feinde dämpfen,
Hölle, Satan, weich!

Vox Christi
Friede sei mit euch!

Sopran, Alt, Tenor
Jesus holet uns zum Frieden
Und erquicket in uns Müden
Geist und Leib zugleich.

Vox Christi
Friede sei mit euch!

Sopran, Alt, Tenor
O Herr, hilf und lass gelingen,
Durch den Tod hindurch zu dringen
In dein Ehrenreich!

Vox Christi
Friede sei mit euch!


Bach bedient sich hier einer musikalischen Form aus der Renaissance des 16. Jahrhunderts, der sogenannten ‚Battaglia’. Das ist die musikalische Darstellung einer Schlacht – hier dem Kampfes zwischen Glauben und den äußeren und inneren Feinden. Doch dieser Kampf wird nicht wie in anderen ‚Battaglia’ Beschreibungen, wie beispielsweise in den ‚Michaelis Cantatas’ des Thomaskantoren als Schlacht zwischen Engeln und Hölle ausgetragen, sondern der Rhythmus gleicht eher einer Erscheinung, eher dem Erdbeben des Ostermorgens, denn eines Kampfes gegeneinander. Dieses geniale Accompagnato macht mit den großen Reiz dieser Cantata aus, die mit dem schlichten, beruhigenden und tröstlichen Choral des Jakob Ebert von 1601 endet:
„Du Friedefürst, Herr Jesu Christ,
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
Ein starker Nothelfer du bist
Im Leben und im Tod:
Drum wir allein
Im Namen dein
Zu deinem Vater schreien“
 



 

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