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Meinung

Wagner hören: CD Empfehlungen

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(113 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Herby Neubacher  -  Freitag, den 01. November 2013 um 11:04 Uhr
Wagner hören: CD Empfehlungen 4.4 out of 5 based on 113 votes.
Wagner Hören: CD Empfehlungen - Wagner für Ohren und Phantasie

Tannhäuser
„Dir töne Lob! Die Wunder sei'n gepriesen,
Die deine Macht mir Glücklichem erschuf!
Die Wonnen süß, die deiner Huld entsprießen,
Erheb' mein Lied in lautem Jubelruf!
Nach Freude, ach! nach herrlichem Genießen
Verlangt' mein Herz, es dürstete mein Sinn:
Da, was nur Göttern einstens du erwiesen,
Gab deine Gunst mir Sterblichem dahin.“
Preislied aus dem 1. Akt ‚Tannhäuser’

Wer sich auf den Weg macht, die beste Wagner-CD zu kaufen, hat ein Problem: tausende von Auswahlmöglichkeiten, allein wenn es um Opern-Gesamtaufnahmen von Wagners Werken geht. Und nur die interessieren mich wirklich. Ich habe kein Gehör für „Wagner’s Best of...“ oder irgendwelche ‚Ringe ohne Worte’ und auch selbst die nett gemeinte Geburtstags-Hommage der German Brass-Bläser aus Berlin, die einen Querbeet-Wagner-Verschnitt für Blech herausgebracht haben, halte ich eben leider für genau das – für überflüssiges Blech.
Vielleicht kann man Glenn Goulds tolle Kapriole, die ‚Meistersinger’-Ouvertüre auf einem Flügel zu spielen, noch gelten lassen – aber wirklich haben muss ich das eigentlich auch nicht. Obwohl – Gould ist Gould und der kann sogar das.

Wagner ist eben ein Mann des Gesamtkunstwerks – dafür muss man sich einfach Zeit nehmen. Ich bin bis heute nicht in der Lage eine Wagner Oper mal so ‚nebenher’ zu hören – obwohl ich fast jede Note kenne.
Ich setzte mich hin, nehme mir einen Nachmittag Zeit, mache meine Aktpausen und höre unter guten Kopfhörern Wagner. So viel Zeit muss sein in der ganzen alltäglichen Hektik. Also, im Verlauf meiner CD Empfehlungen gibt es keine ‚Musik-Schnippel’ von Wagner sondern nur Gesamtaufnahmen kommen auf den Teller.
Natürlich gibt es viel mehr davon, als ich hier empfehle und ich schlage auch nur einen kleinen Ausschnitt aus meinem eigenen CD-Schrank vor – aber das was jetzt kommt sind Perlen – finde ich.
Noch eins: wer Wagner intensiv hört, wird nie zum Punkt kommen das er ‚alles kennt’. Die Musik ist so vielschichtig und ein solches Gewebe von unglaublichen Ideen und immer wieder neuen Harmonien das man darin eintauchen kann, wie die Rheintöchter in ihren Fluss.

Ich beginne mit dem ‚Fliegenden Holländer’, den ich dringend in der Aufnahme von 1977 von Sir Georg Solti empfehle. Das waren noch Zeiten, als die Musikindustrie – hier Decca – Geld und Mut genug hatte, solch aufwendige, hervorragend abgemischten Studioaufnahmen zu machen. Solti ist ein Dirigenten-Star was Wagner angeht, und der ‚Holländer’ ist eine wilde Oper mit Sturmgebraus und Geistern, die hier alle lebendig werden.
Dazu gibt es eine Sängergilde, die damals vom Besten war und auch heute noch begeistert, besonders Norman Bailey als Holländer und der finnische Bassist Martti Talvela – vor Matti Salminen das Maß aller Dinge für diese tiefen Bassisten Rollen, als Daland.
Auch schön, Rene Kollo mit seine weichen Tenorstimme als Jäger Erik.
Aber Solti lässt das Orchester und den Chor toben, das geht wirklich in die Knochen, die man an Bord des Geisterschiffes rasseln hört. Eine reine Spaßaufnahme vom hohem Grad. Übrigens – das Remastering von Vinyl auf CD hat hervorragend geklappt – die Aufnahme klingt wie gestern eingespielt.

2 CDs ‚Der fliegende Holländer’, Gesamtaufnahme, 1977 Remastered. Mit dem Chicago Symphony & Chorus, Leitung Sir Georg Solti. Mit Norman Bailey (Holländer), Martti Talvela (Daland), Janis Martin (Senta), Rene Kollo (Erik). Zu erhalten bei Decca Records, Bestellnummer 0289 470 7922 4.

Daniel Barenboims ‚Tannhäuser’-Aufnahme wurde viel diskutiert. Man sagte der Dirigent habe keine rechte Beziehung zu dieser Oper gehabt.
Ich kann das überhaupt nicht finden. Unten empfehlen wir alle großen Barenboim Wagner Opern im Paket – hier der ‚Tannhäuser’ daraus als Einzel-Gesamtaufnahme und er ist wirklich großartig.
Natürlich gibt es Waltraut Meier als Venus – wer ist wohl besser? Dazu Jane Eaglen, eine sanfte und berückende Elisabeth und Peter Seiffert in der Titelrolle. Man höre sich dazu bloß einmal die ‚Rom-Erzählung’ an – ergreifender geht es nicht mehr.
Und diesmal ist Thomas Hampson auch besser eingesetzt als im ‚Parsifal’ als Amfortas – er singt den Wolfram von Eschenbach wunderschön. Hier kommt die Weichheit der Barockstimme zum Tragen und bei der ‚Abendstern’-Arie gehen in der Tat die Sterne auf...
Die Aufnahme wurde 2001 im Studio eingespielt und Barenboim zieht die Dresdner Fassung (ohne das lange Bachannal am Beginn) vor.

3 CDs Richard Wagner „Tannhäuser“ , mit u.a. Peter Seiffert (Tannhäuser), Jane Eaglen (Elisabeth), Waltraud Meier (Venus), Thomas Hampson (Wolfram von Eschenbach), Chor der Deutschen Staatsoper Berlin, Staatskapelle Berlin, Musikalische Leitung: Daniel Barenboim.
Zu kaufen bei Decca Records unter der Bestellnummer 8573-88064-2.

Die nächsten Aufnahmen sind echter Knaller. Ich war so überrascht davon – ich habe den ‚Lohengrin’ und die ‚Walküre’ wahrhaft noch nie so gehört. Denn – die Russen kommen. Und zwar gewaltig!
Man entdeckt in Russland zur Zeit Wagners neu. Bayreuth hat sich daher sogar entschlossen dieses Jahr einem russischen Dirigenten, Kiril Petrenko, den ‚Geburtstags-Ring’ musikalisch zu übergeben. Russische Musiker feiern Wagner.
Der WDR in Köln ist oft Vorreiter und Förderer von besonderen Entwicklungen in der klassischen Musiklandschaft und hat bereits 2008 eine konzertante Aufführung des ‚Lohengrin’ unter der Stabführung des russischen Dirigenten Semyon Bychkov aufgenommen. Bychko wurde 1952 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren und leitete das WDR Sinfonieorchester von 1992 bis 2010.
Die Aufnahme ist unglaublich. Bychkov wischt den ganzen ‚treu-deutschen’ Schleier von dieser Oper und macht ein rasantes und eindrucksvolles Liebesdrama daraus.
Ich erinnere mich das ich beim ersten Hören fast aus dem Sessel gesprungen bin als der Dirigent am Ende des ersten Aktes auf den begeisterten Chorrufen ‚Preis deiner Fahrt, Heil deiner Art’ plötzlich eine rasante Stretta gestaltete, die sicher nicht so bei Wagner steht, aber die unheimlich den Jubel der Szene unterstreicht. Die Sänger sind auserlesen – Falk Struckmann als düsterer Telramund ein Ereignis für sich. Dazu Anna Pieczonka eine elfengleiche Elsa, Petra Lang eine wirklich wüsste Ortrud und Johan Botha – toll in der Titelpartie.
Eine wirklich bemerkenswerte, ungewöhnliche Aufführung. Man wird noch mehr von russischen Wagner-Interpretationen hören.
So ist zum Beispiel das Mariinski Theater in Petersburg unter der Stabführung von Valery Gergiev dabei den ‚Ring’ neu aufzunehmen – die ‚Walküre’ von 2011 ist bereits raus. Auch enorm. So heiß sind die Walküren selten geritten.
Ich kann nur empfehlen – beide besorgen!

3 SACDs Richard Wagner „Lohengrin“ , mit u.a. Johan Botha (Lohengrin), Andrea Pieczonka (Elsa), Petra Lang (Ortrud), Falk Struckmann (Friedrich von Telramund), dem WDR Radio Chor, WDR Sinfonie Orchester, Köln. Musikalische Leitung: Seymon Bychkov.
Zu haben bei Hänssler Records unter der Bestellnummer PH 09004.

4 SACDs Richard Wagner „Die Walküre“, mit Rene Pape (Wotan), Jonas Kaufmann (Siegmund), Anja Kampe (Sieglinde), Nina Stemme (Brünnhilde), Ekaterina Gubanova (Fricka), Mikhail Petrenko (Hunding), Orchester des Mariinski Theaters St. Petersburg. Musikalische Leitung: Valery Gergiev.
Zu haben bei Mariinsky Records unter der Bestellnummer MAR 0572.

Er macht keinen Hehl daraus, das er modernes Regietheater bei Wagner verabscheut. Ihm kommt die Musik dabei immer zu kurz.

Aus dieser Abneigung entwickelte der polnisch-deutsche Dirigent Marek Janowski eines der interessantesten Projekte des Wagner-Jubelfestes – er spielt die zehn größten Opern live bei konzertanten Aufführungen ein.
Marek Janowski wurde 1939 in Warschau geboren. Aufgewachsen und ausgebildet in Wuppertal, führte Marek Janowskis künstlerischer Weg zu Beginn über Korrepetitoren- und Kapellmeistertätigkeiten in Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg zu Engagements als Generalmusikdirektor zum Philharmonischen Orchester Freiburg (1973–1975) und nach Dortmund (1975–1979). 1986 bis 1990 amtierte er parallel als Chefdirigent des Gürzenich-Orchesters in Köln, 1997 bis 1999 war er außerdem Ständiger Gastdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.
Bis heute gilt Janowskis Gesamteinspielung von Richard Wagners Zyklus ‚Der Ring des Nibelungen’ mit der Staatskapelle Dresden aus den 80er-Jahren weltweit als eine der musikalisch interessantesten, die von diesem Werk je aufgenommen wurde. Marek Janowski ist seit 2002 Chef des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, dem ältesten deutschen Rundfunkorchester. Mit diesem Orchester und dem Rundfunkchor Berlin, einem der weltbesten Chöre und Grammy-Gewinner führt Janowski bereits seit 2010 den gesamten Wagnerzyklus in Berlin live auf. 2010/11 widmeten sich Janowski und das RSB den Opern ‚Der Fliegende Holländer’ und ‚Parsifal’.
‚Die Meistersinger von Nürnberg’ folgten am 3. Juni 2011. Wir empfehlen diese Oper, aber auch alle anderen Einspielungen Janowskis des Wagner-Zyklus, die von hoher Güte sind, und mit ausgesuchten Sängern der Weltklasse arbeiten
Marek Janowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin setzten in der Saison 2011/2012 ihren zehnteiligen Wagner-Reigen mit "Lohengrin" am 12. November 2011, "Tristan und Isolde" am 27. März sowie "Tannhäuser" am 5. Mai 2012 fort.
Zum 200. Geburtstag Richard Wagners in der Saison 2012/13 bildet die Aufführung der Operntetralogie ‚Der Ring des Nibelungen’ den Höhepunkt des
mehrjährigen Projekts. Marek Janowski, der Chefdirigent und Künstlerische Leiter des Orchesters, konzentriert sich in seinen Aufführungen ausschließlich auf die Musik Richard Wagners. Die musikalische Interpretation allein soll dem Publikum ein individuelles inneres Abbild der Handlung vermitteln. Er entzieht sich dem Einfluss von Regie oder gestalteter Szene und überlässt das Bildhafte der Opernaufführungen der Vorstellungskraft des Zuhörers. Janowski erreicht eine große musikalische Intensität mit seinen Einspielungen – genaue Werktreue, ein fast empfindsamer Wagner – das Orchester spielt durchsichtig, leicht und zügig.
Zum Kennenlernen sind diese Aufnahmen sicherlich am geeignetsten, weil Janowski wirklich Wagners Musik immer in den Vordergrund stellt – jedes Leitmotiv sitzt. Das Orchester begleitet die Sänger in bester Weise, ohne dabei seine musikalische Eigenständigkeit einzubüßen.
Die Konzerte wurden in Berlin ein riesiger Publikumserfolg und machten Janowski erneut zum gefeierten Star – er will eigentlich gar keiner sein und hat oft Schwierigkeiten, mit so viel Öffentlichkeit umzugehen.
Seine Aufnahmen sind ein Highlight des Wagner-Jahres – ohne Frage. Er ist jetzt beim Ring angekommen und es gibt bereits das ‚Rheingold’ auf CD. ‚Walküre’, ‚Siegfried’ und zum Abschluss ‚Götterdämmerung’ sollen bis Ende 2013 folgen.

4 SACDs ‚Die Meistersinger von Nürnberg’, Livemitschnitt aus Berlin Juni 2011. Mit u.a.: Albert Dohmen (Hans Sachs), Robert Dean Smith (Walther von Stolzing), Dietrich Henschel (Sixtus Beckmesser), Edith Haller (Eva). Mit dem Rundfunk-Sinfonie Orchester Berlin, dem Rundfunkchor Berlin. Musikalische Leitung: Marek Janowski.
Zu bestellen bei Pentatone Records unter der Bestellnummer PTC 5186 402.

Sir Georg Soltis Einspielung von Wagners Musikdrama ‘Der Ring des Nibelungen’ ist die allererste Studioaufnahme dieses gigantischen Meisterwerks – bis heute bleibt sie ein in vielerlei Hinsicht beispielloses und unerreichtes Aufnahmeprojekt.

Der legendäre Produzent John Culshaw und sein Technik-Team um den Chefingenieur Gordon Parry setzten mit diesen Einspielungen, entstanden zwischen September 1958 und November 1965, neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Opernaufnahme: Sie präsentierten die neuen Möglichkeiten der Stereo-Technik, die sie sich höchst effektvoll zunutze machten. Dank einer Idealbesetzung der größten internationalen Wagnerinterpreten in Zusammenarbeit mit Sir Georg Solti und den Wiener Philharmonikern verdichtete sich dieses Aufnahme-Projekt der Superlative zu einem einzigartigen Tondokument. Er ist in der Tat bis heute ein Meilenstein der Wagner-Interpretation und als Wunder der Aufnahmetechnik in die Geschichte einging. Von Kritikern und Hörern gleichermaßen gefeiert, wurde Soltis Ring mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt und bleibt bis heute eine absolute Referenzeinspielung. Das Erstaunlichste bei dieser Aufnahme ist, dass sie in allen Jahrzehnten seit ihrer Entstehung klanglich und besonders interpretatorisch überhaupt nicht gelitten hat und heute so frisch und gewaltig klingt wie bei ihrer Entstehung.
Man braucht sich daher auch nicht vor der einfachen DVD oder der Fassung zu fürchten, die sich in der Solti Wagner-Opern-Gesamtaufnahme (unten) findet. Sie ist – trotz aller Jahre – technisch immer noch mehr als gut.
Wer natürlich etwas ganz Besonderes im Wagner-Jahr in den Plattenschrank stellen möchte der kann die (allerdings sehr teure, über 200 Euro) digitalisierte Neufassung der Aufnahme erwerben die außerdem noch etliche interessante Extras bietet.

So auf 2 CDs eine Einführung zum Ring von Deryck Cooke. Dazu, ebenfalls hochinteressant, gibt es allerdings auch als einzelne DVD im Handel die BBC-TV-Dokumentation zur Aufnahme ‚The Golden Ring’.
Sie zeigt nicht nur Solti bei der Arbeit an der ‚Götterdämmerung’ sondern auch Interviews mit den Beteiligten und ist ein wirklich interessanter Werkstattbericht. Gut in dieser aufwendigen Neu-Packung des ‚Ring’ ist auch ein Faksimile von Soltis Partitur mit seinen Bemerkungen und Strichen. Also, wer ein besonderes Geschenk zum Wagner Geburtstag sucht... Die Aufnahme versammelt das gesamte Oberhaus der Wagner Interpreten der 50er- bis 70er-Jahre.
Im ‚Rheingold’ wird Wotan von George London (1920-1985) gesungen – in der ‚Walküre’ vom für viele ‚besten Wotan aller Zeiten’, Hans Hotter (1909–2003). Fricka ist die norwegische Wagner Heroine Kirsten Flagstad (1895-1962) im ‚Rheingold’ in der ‚Walküre’ die einmalige Altistin Christa Ludwig (geboren 1928).
Eine Jahrhundert-Brünnhilde ist auf dem Solti Ring zu finden – sie gilt noch immer als die Unerreichte in diesem Fach, die schwedische Sopranistin Birgit Nilsson (1918-2005). Selbst Nebenrollen sind mit großen Stimmen besetzt so Brigitte Fassbänder als Waltraute oder die junge Helen Watts als Schwertleite.
Der Bayreuther Startenor James King (1925-2005) ist als Siegmund zu hören. Und dann mit dabei, der Traum-Wagnertenor der zwei Generationen in diesen Rollen dominierte: Wolfgang Windgassen (1914-1974).
Auch enorm und wirklich ‚rabenschwarz’, der Bassist Gottlob Frick (1906-1994) als Hagen. Daneben Dietrich Fischer-Dieskau (1925-2012) als Gunther, sein Stiefbruder.
Dieser Solti-Ring beantwortet positiv meine persönliche „einsame Insel“-Frage – der müsste in jedem Fall mit.

14 CDs "Der Ring des Nibelungen", Aufnahme von 1958 bis 1965. Mit u.a.: George London/Hans Hotter (Wotan/Wanderer), Gerhard Stolze (Mime), Gustav Neidlinger (Alberich), Kirsten Flagstad/Christa Ludwig (Fricka), Kurt Boehme (Fafner), James King (Siegmund), Regine Crespin (Sieglinde), Birgit Nilsson (Brünnhilde), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Gottlob Frick (Hagen), Dietrich Fischer-Dieskau (Gunther), Marga Höffgen (Erda). Es spielen die Wiener Philharmoniker. Leitung: Sir Georg Solti
Zu haben bei Decca Records unter der Bestellnummer 455 555-2.

19 CDs & DVDs "Der Ring des Nibelungen" remastered mit der Besetzung siehe oben, im Schuber mit Libretto und Faksimile von Soltis Partitur und mehr...
Zu erfragen bei Decca Records – keine Bestellnummer vorhanden.

1 DVD ‘The Golden Ring’, BBC Dokumentation von 1965.
Zu haben bei Decca Records unter der Bestellnummer 0 440 074 3196 2.

Georg Solti hat fast alle seine Wagner Opern in Wien aufgenommen. In Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper und den weltberühmten Wiener Philharmonikern.
Der besondere Klang dieses Orchester lockte Dirigenten aller Zeiten an, besonders für Wagner sind sie für ihren ungewöhnlich facettenreichen, weichen Sound beliebt. Solti lobte dabei besonders die Bläser.
Die Wiener Staatsoper, das ‚Erste Haus am Ring’, ist das bekannteste Opernhaus Wiens wurde am 25. Mai 1869 mit einer Premiere von ‚Don Giovanni’ von Mozart eröffnet.
Aus den Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren sich ebenfalls die Wiener Philharmoniker. Diese gelten als eines der führenden Orchester der Welt. 2006 und 2007 wurden die Wiener Philharmoniker von Musikkritikern der europäischen Fachzeitschriften und Radiosender, unter Führung der Monatszeitschrift ‚Le Monde de la musique’, zum besten Orchester Europas gewählt. Das Instrumentarium von Bläsern und Schlagwerk der Wiener Philharmoniker unterscheidet sich von dem anderer großer Orchester, was zu einem deutlich anderen, vielschichtigen Klang führt.
Die Streichergruppen verwenden gängige Instrumente, pflegen aber traditionell ein besonderes Klangideal, das auch als ‚Wiener Streicherklang’ bezeichnet wird. Die internationale Entwicklung während des 19. Jahrhunderts hin zu immer größerem Klangvolumen fand hier nicht in diesem Ausmaß statt. So blasen die Hornisten auf einem einfachen F-Horn mit Pumpventilen, dem Wiener Horn, das nur noch bei den Wiener Philharmonikern gespielt wird. Auch in anderen Stimmgruppen werden spezielle, sonst nicht verwendete Instrumente eingesetzt, so bei der Klarinette, dem Fagott, der Posaune und der Trompete. Bemerkenswert ist der Einsatz der Wiener F-Tuba und der Wiener Oboe. Auch Christian Thielemann macht seine Einspielungen jetzt immer häufiger in Wien, es entstanden bereits ein ‚Tristan’ im Jahr 2004, ein ‚Parsifal’ mit Placido Domingo in der Titelpartie 2006.
In diesen Tagen erscheint die Live ‚Ring’-Einspielung der vom Publikum und Kritik hoch gelobten, ja geradezu frenetisch gefeierten Aufführung Thielemanns im vergangenen Jahr an der Wiener Staatsoper.
Ich habe diesen Ring schon bestellt, aber leider noch nicht gehört, er scheint aber ein wirkliches Ereignis zu sein, folgt man den Kritiken. Er ist mit Sicherheit viel besser als der schlampig und lieblos zusammengestoppelte Mitschnitt des Thielemann-Rings von 2010 nach der Inszenierung von Tankred Dorst in Bayreuth.
Ich möchte an dieser Stelle die Aufnahme von ‚Tristan & Isolde’ empfehlen, die Thielemann als erstes Wagner-Opern-Projekt für Grammophon an der Wiener Staatsoper verwirklichte.
Deborah Voigt (sie ist auch die Brünnhilde in der neuen Met-Inszenierung vom Ring, die ich bereits besprach) singt eine beeindruckende Isolde. Thomas Moser, Tristan, ist ein wirkliches Ereignis in ‘seinem’ dritten Akt, dazu gibt es eine begeisternde Petra Lang als Brangäne und einen, wie immer, beeindruckenden Robert Holl als König Marke.
Aber man mache sich keine Illusionen, der wirkliche Star der Aufnahme und der Hauptgrund diese zu erwerben ist ohne Zweifel Christian Thielemann und der besondere Klang des Wiener Staatsopernorchesters.
Thielemann dirigiert einen unglaublich flüssigen und mitfühlenden ‚Tristan’. Das Orchester breitet einen feinen Klangteppich, aus dessen Vielfarbigkeit und Intensität die Oper trägt. Ich kenne kaum eine Aufnahme dieser Oper der letzten Jahres, die mich derart in den Bann geschlagen hat.

3 CDs Tristan & Isolde’ Mit u.a.: Thomas Moser (Tristan), Deborah Voigt (Isolde), Petra Lang (Brangäne) Robert Holl (König Marke), Peter Weber (Kurwenal). Mit dem Chor und Orchester der Wiener Staatsoper. Musikalische Leitung Christian Thielemann.
Zu haben bei Deutsche Grammophon Records, Bestellnummer B0002250-02.

14 CDs und 2 DVDs mit Werkstattbericht und Erklärungen zu jeder Oper.
"Der Ring des Nibelungen", Liveaufnahme von 2011. Mit u.a.: Albert Dohmen (Wotan/Wanderer), Wolfgang Schmidt (Mime), Tomasz Konieczny (Alberich), Janina Bächle (Fricka), Ain Anger (Fafner), Christopher Ventris (Siegmund), Waltraud Meier (Sieglinde), Katarina Dalayman - in der Walküre -/ Linda Watson - in der Götterdämmerung - (Brünnhilde), Stephen Gould (Siegfried), Eric Halfvarson (Hagen), Markus Eiche (Gunther), Anna Larsson (Erda). Mit dem Chor und Orchester der Wiener Staatsoper. Musikalische Leitung Christian Thielemann.
Zu haben bei Grammophon Records, leider keine Bestellnummer vorhanden.


 

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