Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 741 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


Meinung

Burghausen - you jazz me

Drucken
(180 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 27. März 2012 um 08:41 Uhr
Burghausen - you jazz me 4.6 out of 5 based on 180 votes.
Burghausen

Auf Einladung bin ich nach Burghausen gefahren. Die größte Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting zählt etwas mehr als 18.000 Einwohner und ist jeden Kilometer Reise wert.
Burghausen ist in der glücklichen Lage nicht nur eine der reichsten Gemeinden Bayerns zu sein, denn es gibt viel Industrie, sie kann auch mit dem Guinness-Bucheintrag „längste Burg Europas“ aufwarten und touristisch nutzen. Über einen Kilometer erstreckt sich auf einem Höhenzug das Bauwerk aus Burgen, Höfen, Kirchen und Kapellen, Zwischentoren, Zeughaus, Waffen- und Pulverturm.
Die Hauptburg ist gerade gesperrt: Dreharbeiten zu „Der Baron von Münchhausen“ mit Jan Josef Liefers, Katja Riemann und Jessica Schwarz.

Gefühlt hat Burghausen außerdem die längste Jazztradition der ganzen Region. 1969 begann alles, die Internationale Jazzwoche zieht Besucher aus allen Teilen der Stadt, Bayerns, Österreichs und Deutschlands an. Neben den Konzerten hat man eine „Street of Fame“ – eine Hommage an die Jazz-Legenden eingerichtet, die in über 40 Jahren in Burghausen gastierten: Ella Fitzgerald, Albert Mangelsdorff, Oscar Peterson, Dexter Gordon, Dizzy Gillespie und Chick Corea. Große Metallplatten sind mit Namen, Daten und Unterschriften der Musiker versehen.

Ich treffe Bürgermeister Hans Steindl (SPD). Er ist seit 22 Jahren im Amt und seit Anfang an dabei, zunächst als Jazz-Fan und Zuhörer, dann als politisch Verantwortlicher. Er ist bei jedem Konzert, wünscht sich Bands und Interpreten im Vorfeld und besucht auch andere Festivals. Klar, dass er von „seinem“ Festival schwärmt, schließlich werden immer neue Ideen entwickelt: sie haben eine Jazz-Akademie gebaut, loben Nachwuchs- und Solistenpreise aus und die Konzerthallen und Jazzkeller sind voll. „Die verantwortlichen Macher schaffen es über 10.000 Besucher zu mobilisieren, das sind mehr als 50% der Bevölkerung“, sagt er fast im Nebensatz.

Der Regisseur Stephan Barbarino, von 1991 bis 94 Intendant der Hamburger Kammerspiele und künstlerischer Leiter des Musicals „Ludwig II – Sehnsucht nach dem Paradies“ in Füssen lebt in Burghausen. Auch er ist auf jedem Konzert zu finden. Er lädt zum Jazz-Brunch in seine Wohnung ein und wie selbstverständlich sitze ich zwischen dem Münchner Musikprofessor und Leiter der Jazz-Akademie Claus Reichstaller, dem Kabarettisten und Schauspieler Ottfried Fischer und dem amerikanischen Saxophonisten Nathan Davis. Letzterer gab mit Randy Brecker (Trompete), Amina Figerova (Piano), Abraham Laboriel (Bass) und Winard Harper (Drums) ein Workshop-Programm für die Jazz-Meister von morgen. Die amerikanischen All-Star-Jazz-Masters sind begeistert vom alten würdevollen Barbarino-Haus, das im Zentrum eine zweistöckige barocke Hauskapelle beherbergt. „It’s like to live in a museum – oh, I love that“, meint der aus Honduras stammende Abraham Laboriel.
Bei solchen lockeren Zusammenkünften werden Ideen entwickelt und Pläne geschmiedet und die Achse Ham-burg-hausen bekommt eine Gestalt.

Noch eine Empfehlung, für alle, die auf den Geschmack gekommen sind und sich auch in Burghausen verlieben wollen. Einen besonders schönen Blick auf Burg und Stadt hat man von der „Bayerischen Alm“, egal ob man im Hotel wohnt oder auf der Terrasse sein Essen genießt.

Ihr Claus Friede

Bildnachweis:
Header: (c) Claus Friede
Galerie:
1-3. Claus Friede
4. (c) Stephan Barbarino
5. B'Jazz Burghausen

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Meinung > Burghausen - you jazz me

Mehr auf KulturPort.De

Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik
 Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik



„La parole des anciens est secrée.“ (Das Wort des Ältesten ist heilig)

Das Mandingo-Reich (Manding) wurde im 13. Jahrhundert vom sagenhaften Mali-Kaiser [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.