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Meinung

Theater und Kunst im Shopping-Alltag

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Geschrieben von Carolin Peiseler  -  Montag, den 07. November 2011 um 00:15 Uhr
Theater und Kunst im Shopping-Alltag 4.4 out of 5 based on 60 votes.
Theater und Kunst im Shopping-Alltag _ HSH-Bank Shopping Passage

Wir befinden uns Ende 2011 nach Zeitrechnung. Ganz Hamburg scheint am verkaufsoffenen Sonntag nur der Wunsch nach Shopping zu bewegen. Ganz Hamburg? Nein!
Ein von unbeugsamen Kulturschaffenden bevölkerter Info-Stand in der HSH Nordbank Shopping Passage hört nicht auf, für Theater und Kunst zu werben und versucht wacker, aus den Konsumenten von heute die Kulturinteressierten von morgen zu machen. Alexandra Ucke und Audrey Rina Sachse stehen seit 13.00 Uhr im Erdgeschoss der Einkaufspassage an ihrem Tischchen mit Prospekten der Hamburger Kammerspiele. Zur „Halbzeit“, so gegen 15.30 Uhr, haben sie ihrer Schätzung nach etwa 50 Personen in ein Gespräch verwickeln können. Immerhin! Auf Nachfrage zu den Stücken, die derzeit auf dem Spielplan stehen (z.B. „Das kunstseidene Mädchen“ bis 22. November 2011 und „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ bis 24. Januar 2012) kommt auf den Punkt die Kurzfassung der Story gefolgt von dem Flyer mit den weiteren Informationen. Das macht neugierig auf mehr!

Auch die Deichtorhallen Hamburg sind mit einem Info-Stand in der HSH Nordbank Shopping Passage am Gerhart-Hauptmann-Platz vertreten. Auf dem Tisch künden Materialien von der Ausstellung „Wunder“ (bis 5. Februar 2012) und „Paris im Fotobuch“ (bis 8. Januar 2012). Wen es interessiert, der nimmt sich die Info-Folder mit oder er blättert zumindest ein wenig darin, während der Rest der Familie noch die Auslagen des gefühlten 300. Schaufensters ausgiebig mustert.

Rückblickend hätte man den beiden Info-Ständen mehr Aufmerksamkeit wünschen mögen, so bescheiden, wie sie da vor dem Schuhgeschäft und dem Laden mit den Hamburgensien und Postkarten standen. Und überhaupt, der Begriff „Kunst- und Kulturfest in der HSH Nordbank Shopping Passage“ ist eindeutig etwas hoch gegriffen. An sich hat die Idee jedoch einiges für sich, die Menschen daran zu erinnern, künftig nicht nur an Boutiquen, sondern auch mal wieder an Meisterwerken der Bildenden Kunst vorbei zu bummeln. Und wenn man diesen verkaufsoffenen Sonntag als sachtes Vorglühen für den Weihnachtsrummel an den Adventswochenenden nimmt, dann wäre es einfach großartig, wenn einige der Power-Shopper auf den Gedanken kommen, dass ein Gutschein für einen gemeinsamen Theaterbesuch die bessere Geschenkidee für „unter den Baum“ ist als irgend ein langweiliges Verlegenheitspräsent, das viel eher der Notwendigkeit unterliegt umgetauscht werden zu müssen.

Ihre Carolin Peiseler

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