Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1020 Gäste online

Neue Kommentare

Phil zu "A Ghost Story". Der wehmütige Minimalismus des David Lowery: Rooney Mara ist wirklich zu bewundern für ihren ...
Herby Neubacher zu Kopf-Hörer 19 - für den Advent geeignet: Ja, da war doch was mit dem Advent? Ach ja, da wu...
franky zu 10 Jahre Lichte Momente 2017 – Outdoor-Videoprojektionen in Osnabrück : Lichte Momente sind großartig und machen richtig...
Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...

Meinung

Musikpreis HANS - der Branchenverstärker

Drucken
(213 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 18. November 2010 um 01:27 Uhr
Musikpreis HANS - der Branchenverstärker 4.7 out of 5 based on 213 votes.
Nach diesem Auftritt erfolgte der von Bratze.
Sänger Kevin Hamann nörgelte zunächst ein wenig ins Mikrophon, weil er wohl nicht mit der Wahl der zu fördernden Nachwuchskünstler einverstanden war. Kurz vor Ende ihrer Performance wurden die beiden Bratze-Künstler durch starke Männer von der Bühne entfernt. Das hatte jedoch höchstwahrscheinlich nichts mit dieser Kritik zu tun, es gehörte einfach zur Show.

Auch die Hamburger Afrikanerin Nneka sang zwei besonders schöne Stücke, nur zur Unterhaltung.

“Hamburger Nachwuchs des Jahres” wurde gegen Ende der Veranstaltung, als Höhepunkt, die Gruppe ‚1000 Robota’.
Dieser Preis übrigens war mit 2000 Euro dotiert (gestiftet von der Hamburger Volksbank), und Anton Spielmann verkündete sofort ironisch, man werde die Summe natürlich Bratze überweisen – samt einiger weiterer Freundlichkeiten über ambitionierte Vierzigjährige.
Anschließend haute ‚1000 Robota’ rein, dass die kleinen Umzugskisten, auf denen man direkt vor der Bühne sitzen konnte, hüpften. Spielmann schaffte sich ordentlich und warf vor lauter Leidenschaft das Mikrophon samt Ständer von der Bühne. Als er es für die nächste Strophe brauchte, hatte er dann allerdings einige Probleme damit, es wieder hoch zu angeln.

Alexander Maurus sprach die Abschlussworte. Er betonte, wie beglückt und befriedigt die Veranstalter mit dem Abend wären. Und dann konnte er doch nicht umhin – wie eine Hausfrau, die seit Tagen ihre Wohnung für das große Fest gewienert, vorbereitet, gekocht und gebacken hat und deren Gäste sich gerade in der Gardine die Finger abwischen und vor der Glasvitrine miteinander raufen – mal eben kurz zu versichern, man hätte sich für diesen Preis weiß der Himmel den Arsch aufgerissen, sie würden wirklich von Herzen gern auch Geldpreise vergeben, wenn sie könnten, es sei jedoch nun mal einstweilen keins da!

Da kann man wieder mal sehen: alles ist immer nur eine Sache des Blickwinkels. Wäre kultur-port.de, der Kompass der Künste, zufällig mit dem HANS für die Kategorie ‚Medienformat’ geehrt worden (ich wiederhole, wir gönnen ihn Ina Müller! Zwar ist unser Format auch sehr hübsch und wir sind stolz darauf, aber ihrs ist zweifellos spektakulärer, ich hätte niemals auf so hohen Absätzen derart schnell rennen und hüpfen können und Claus Friede kann nicht so schön singen)
Aber WENN wir nun eben doch gewonnen hätten…
Dann hätte ich vielleicht auch angefangen, darüber nachzudenken, ob die kostenlosen Getränke und das leckere Fingerfood, das dem Publikum von reizenden jungen Damen aufgedrängt wurde, ob das anschließende Buffet und der Auftritt von Nneka, die ja sicher nicht aus reiner Freundlichkeit gesungen hat, eigentlich nötig gewesen wären – oder ob sich die Zuhörer nicht Käsebrote mitbringen könnten und ihre Cola selbst kaufen, wenn dafür alle Preisträger ein kleines Sümmchen erhielten?

Da ich mich jedoch lediglich als Zuhörer im Gruenspan befand, genoss ich den Service ganz außerordentlich und hielt die Verleihung des HANS für eine gelungene Performance…

Ihre Dagmar Seifert

(Dagmar Seifert ist stellvetrende Chefredakteurin von Kultur-Port.De, Autorin zahlreicher Romane, Drehbücher, Rundfunk-Features und Theaterstücke.)
Foto: Thomas Baumgarten

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Lutz
-3
 
 
tja. Die Szene feiert sich mal wieder selbst. Und wo bleibt die Aussage hinter all dem Brimborium?
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Sylvana
+24
 
 
Wo auch immer die Aussage der Musikbranche bleibt, die Aussage der Kolumne finde ich irre komisch. Hab mich scheckig gelacht. Endlich mal wieder ein richtiger Seifert!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Fox
+30
 
 
Ja, das ist nett geschrieben und mit Nachsicht und Augenzwinkern geschrieben. Aber Fakt ist doch, dies Verhalten der C-Promis auf der Bühne ist leider symptomatisch. Rebellion muss sein, bloß kein braves, bürgerliches Verhalten. Ein Getue wie Marlon Brando, als er seinen Oscar verweigerte, aber ohne das Talent und Format von Marlon Brando. Preiszerhacken, mit Mikrophonen schmeißen - wie wild und sexy. Auf NDR war die Tat zu bewundern, der Künstler ist definitiv handwerklich nicht sehr begabt, es sah nicht wild aus, sondern kläglich.
Was überall fehlt, ist eine so verpönte altmodische Sache wie Respekt. Deshalb können sich die einen dann 'den Arsch aufreißen' und die anderen versuchen verzweifelt, sich durch Undank zu profilieren. Jämmerlich und sehr niedriges Niveau.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Naklein
+18
 
 
Fünf Sterne - ohne Wenn und Aber! Sehr amüsanter Artikel.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken


 

Home > Kolumne > Meinung > Musikpreis HANS - der Branchenverstärker

Mehr auf KulturPort.De

Golnar & Mahan – Derakht
 Golnar & Mahan – Derakht



Ein Repertoire zwischen Weltmusik und Jazz: die Album-Neuerscheinung der beiden in Teheran geborenen – der Komponistin und Sängerin Golnar Shahyar und des Oud [ ... ]



Mike Stern: Trip
 Mike Stern: Trip



Eigentlich war Mike Stern auf dem Weg zum Flughafen, um eine Europatournee zu starten. Ein Unfall, bei dem er sich beide Oberarmknochen brach, brachte ihn dann i [ ... ]



Anton Melbye: Maler des Meeres
 Anton Melbye: Maler des Meeres



Unter dem Titel „Anton Melbye – Maler des Meeres“ findet im Altonaer Museum in Hamburg eine umfangreiche Ausstellung des dänischen Künstlers statt, der v [ ... ]



Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag
 Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag



Am 9. Dezember 2017 jährt sich der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann.
Als Sohn eines armen Schuhmachermeisters 1717 in Stendal, Sachsen-Anhalt geb [ ... ]



„Drei Zinnen". Oder die Abgründe einer Kinderseele
 „Drei Zinnen



Jan Zabeil inszeniert sein subtiles, visuell virtuoses Familiendrama als verstörendes Survival-Epos.
Mag er eigentlich diesen kräftigen, sportlich durchtraini [ ... ]



Jhumpa Lahiri sagt: "Mit anderen Worten – Wie ich mich ins Italienische verliebte"
 Jhumpa Lahiri sagt:



Als die Pulitzer-Preisträgerin des Millenniumjahrs 2000 Jhumpa Lahiri vor zwei Jahren vom amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama die "National Humanities M [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.