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Meinung

Postmoderne – selbstverschuldete Unmündigkeit

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Geschrieben von Pavel Vitalis  -  Donnerstag, den 11. November 2010 um 22:27 Uhr
Postmoderne – selbstverschuldete Unmündigkeit 4.4 out of 5 based on 90 votes.
Macht die Religion dumm? Ist die islamische Religion gewalttätig? Dies sind häufig gestellte Fragen in unserer Zeit.
Gleich vorweg: Keine Religion macht die Menschen dumm. Die Religionen lassen sich jedoch für verschiedene Zwecke instrumentalisieren. Der Islam ist durch seine Struktur z. B. für eine Radikalisierung sehr anfällig.

Im Gegensatz zur Trennung zwischen Staat und Religion in den westlichen Demokratien, verlangt der Islam eine einheitliche religiöse Durchdringung der Politik, der Wissenschaft und auch des Rechtssystems in einer Gesellschaft. Weder eine solche Gesellschaftsform noch die Rollendefinition der Geschlechter im Islam vertragen sich mit der deutschen Verfassung. Definiert man Deutschland als einen Verfassungsstaat, dann „gehört der Islam" definitiv nicht dazu.
Weil sich die Politik bisher nur getraut hat, diese Frage in „verschleierter" Form anzugehen, treibt sie einen immer größeren Teil der Bevölkerung in die Hände der Rechtspopulisten.

Viele Diskussionsbeiträge berufen sich auf die „Vielfalt" der islamischen Strömungen und hoffen, auf diese Weise Chancen zur „Anpassung" auszuloten. Dies zeigt, dass die allgemeinen religiösen Kenntnisse defizitär sind. Der Islam ist eine Wortreligion. Diese Tatsache macht es schwierig, in vergleichbarer Weise wie mit der christlichen Religion, an den Grundstrukturen herumzuinterpretieren.

Die postmoderne Epoche unserer Zeit verlangt von den Individuen in allen wichtigen Lebensfragen ihr eigenes Urteilsvermögen anzuwenden. Eine ungeprüfte Übernahme von Wahrheiten unter Berufung auf eine väterliche Autorität ist in der Kultur der Postmoderne nicht mehr zulässig. Eine solche Fremdbestimmung ist jedoch keine Dummheit sondern eine selbstverschuldete Unmündigkeit. Die Berufung auf die religiöse Freiheit kann nicht zu Aushebelung anderer Teile der deutschen Verfassung benutzt werden.

Für Menschen mit einem gesunden Urteilsvermögen hat die deutsche Verfassung wohl einen solchen Wert, dass sie diese verteidigen. Sie ist die Grundlage des Zusammenlebens in dieser Gesellschaft. Sie verlangt auch von Niemandem in diesem Land zu leben, wenn sie oder er den moralischen Wertekatalog der Verfassung nicht akzeptieren kann.

Ihr Pavel Vitalis

(Pavel Vitalis schrieb das Buch „Peter Sloterdijks religiöse Verstellungen aus der Sicht des Urchristentums", Norderstedt, 2008. Zum Thema Integration vgl. auch von Pal Dragos: Integrationsfalle – Biologismus - Verblendungsfalle der Soziologie Pressemitteilung unter www.wachstumstrend.de in der Rubrik: Weitere Pressemitteilungen)

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avatar Sören
+1
 
 
Lieber Herr Vitalis
erst einmal grundsätzlich, sind sich glaube ich alle darin einig, daß die Anerkennung eines höheren Wesens eine Ordnung auf Erden möglich macht. Dem stimmt auch ein katholischer Bürger, der seine Kinder in diesem Glauben erziehen wird, zu. Die göttliche Autorität gilt auch für Christen. Das hat schlichtweg überhaupt nichts mit einer staatlichen Gesetzgebung zu tun. Außerdem eine Frage an sie persönlich: was meinen Sie eigentlich genau mit Unmündigkeit?
Für mich klingt das was Sie in ihrem Text beschreiben eher nach einer von ihnen vermutenden Unzurechnungsfähigkeit von radikaler ' Islamisten' und einer dadurch anzunehmender Furcht ihrerseits.

Zeile 18 in ihrem Text lautet:

Dazu zu bemerken ist, denke ich jetzt als ihr Kritiker, das der Sohn für eine gesunde Entwicklung die Meinung des Vaters übernehmen sollte. Und später durch eine Auseinandersetzung mit dessen Meinung zu seiner Meinung zu gelangen. Doch zuerst übernimmt er die Meinung des Vaters. Und das, damit er sich von der Mutterbrust lösen kann. Sigmund Freud beschreibt das mit in seinem 'Ödipuskomplex' . Das ist eine sehr interessant Literatur zum Thema Mündigkeit und da ich jetzt nicht alle offenen Fragen die bei mir durch ihren Text entstanden sind auflisten möchte, lege ich ihnen dessen Werke liebevoll ans Herz.
Freundlichst
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