Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 798 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


Meinung

Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, nein - Polizei-Orchester, ja

Drucken
(42 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 24. September 2010 um 11:23 Uhr
Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, nein - Polizei-Orchester, ja 4.6 out of 5 based on 42 votes.
Wir sind das Altonaer Museum

Das Altonaer Museum wird geschlossen, aber das Polizei-Orchester bleibt. Was für eine eklatante Fehlentscheidung!

Und dazu das unsägliche Prozedere: Kultursenator Reinhard Stuth fand vor der Senats-Pressekonferenz nicht die Zeit, Direktor Torkild Hinrichsen vom Aus seines Hauses zu informieren. Er meldete sich erst danach telefonisch. Einen schlechteren Führungsstil kann man sich kaum vorstellen.

Aber das nur am Rande. Die Kulturschaffenden der Stadt fragen sich, was den Ersten Bürgermeister, Christoph Ahlhaus, bewog, sich persönlich für den Erhalt des Polizei-Orchesters einzusetzen, aber das Altonaer Museum sterben zu lassen: Die alten Seilschaften als ehemaliger Innensenator oder kulturpolitische Kurzsicht? Wahrscheinlich beides. In jedem Fall ist die Museumsschließung das falsche Signal.

Natürlich muss gespart werden – mehr als eine halbe Milliarde Euro pro Jahr – da versteht jeder, dass „schmerzliche Eingriffe“ (Ahlhaus) nicht ausbleiben. Doch die Schließung des traditionsreichen Hauses ist ein irreparabler Imageschaden für die Möchtegern-Kunstmetropole. Nicht nur, dass die arme reiche Hansestadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein städtisches Museum opfert und sich damit heftig blamiert, auch wirkt diese Maßnahme unverständlich und kontraproduktiv in Hinblick auf die neue Kulturtaxe, die nun eingeführt werden soll. Bislang wurden die Touristen nicht per Hotelabgabe zur Kasse gebeten. Nun verringert sich das Angebot, während die Preise steigen. Natürlich geht es nicht um Quantität, es geht um Qualität. Aus diesem Grund ist die Strukturreform, die mit der Zusammenlegung der kulturhistorischen Museen vor zwei Jahren begann, auch dringend notwendig. Aber das 1863 gegründete Altonaer Museum zu zerschlagen, macht aus vielerlei Gründen keinen Sinn - nicht zuletzt aus finanziellen.

Die Einsparungen von 3,5 Millionen Euro jährlich greifen erst in ein paar Jahren, da die 70 Mitarbeiter nicht entlassen, sondern „umgeschichtet“ werden. Und da auch die Sammlung „nicht weggeworfen werden soll“ (Christa Goetsch), sondern weiter betreut, finden im kommenden Jahr wahrscheinlich gar keine nennenswerten Einsparungen statt. Das Polizei-Orchester, das jährlich 1,5 Millionen Euro verschlingt, kann jedoch weiterblasen - den Trauermarsch für Hamburgs Kulturpolitik.

Ihre Isabelle Hofmann

(Isabelle Hofmann ist freischaffende Kulturjournalistin)

Foto: Copyright Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Heiko Langanke
+3
 
 
Den Hinweis, man könne ja auch das Polizeiorchester (hat es jemand eigentlich mal gehört? es ist verdammt gut) abschaffen, finde ich unangemessen.
Doch leider zeigt es, wie sich die Stadt Hamburg eine Spar-Diskussion aufzwingen läßt.
Denn der Neid unter Kulturschaffenden wird ebenso alltäglich wie es völlig normal schien, dass es evtl. gar keinen Kultursenat mehr gegeben hätte oder es fast unbemerkt bleibt, dass von der vermutlich kommenden "Kulturtaxe" "BESONDERS ATTRAKTIVE KULTURVERANSTALTUNGEN mit HOHER QUALITÄT WIE ETWA FESTIVALS ..." gefördert werden sollen.
Was das heißt, dürfte doch klar sein, oder?

Massenevents versus Kultur für die Menschen in Hamburg.
Wir sind auf dem besten Weg Hamburg zu einer Art Disneyland der Möchte-Gerne-Kultur zu machen.
Gratulation!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Meinung > Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, ne...

Mehr auf KulturPort.De

Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner
 Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner



Kennen Sie die Heiligengeistbrücke über das Alsterfleet? Die Feenteichbrücke an der Außenalster? Die Brooksbrücke, die vom Katharinenviertel zur Speichersta [ ... ]



Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.