Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 750 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Meinung

Galerie der Gegenwart: Ich bin dann mal geschlossen

Drucken
(163 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Claus Friede  -  Samstag, den 15. Mai 2010 um 08:42 Uhr
Galerie der Gegenwart: Ich bin dann mal geschlossen 4.6 out of 5 based on 163 votes.
Kunsthalle: Ich bin dann mal geschlossen

Zuerst dachte ich, es sei eine Ente. Ungläubig sitze ich vor der Pressemeldung der „Freunde der Hamburger Kunsthalle“, dass die Galerie der Gegenwart, in der so erfolgreich die „PopLife“ gezeigt wurde, bis Oktober 2010 weitgehend geschlossen bleiben soll.
Begründet die Behörde für Kultur, Sport und Medien die zeitlich begrenzte Schließung mit "notwendigen Umbaumaßnahmen" wegen des Brandschutzes, so heißt es aus der Kunsthalle, die Finanznot treibe diese Notwendigkeit an. In der Tat ist die Situation dramatisch - und nicht nur für die Hamburger Kunsthalle. Von Beginn der Überführung zu privaten Stiftungen an, sind das Finanzmodell und die Verwaltungs, Ausstellungs- und Ankaufsbudgets - wenn es letztere überhaupt noch gibt - für die Museen kaum tragbar.

Selbst wenn die Bekanntgabe der vorübergehenden Schließung nur das Rollen der ersten Kanone auf den Zinnenturm wäre, zeigt es die Misere nun deutlich: Schlechtes kulturpolitisches und kulturfinanzielles Management. Dabei sind die Probleme seit langer Zeit bekannt!

Die Finanzkrise und die dürftigen Steuereinnahmen im Jahr 2009 tun sicherlich auch das ihrige dazu. In manchen Kommunen in Deutschland sanken die Einnahmen aus der Gewerbesteuer um 40%. Da sind die Sparfüchse dann ziemlich schnell in der Kultur unterwegs.
Auch das Emil Schumacher-Museum in Hagen, das Museum Alte Post in Mülheim/Ruhr oder die katastrophale Situation in Wuppertal sind nur der Gipfel des Eisbergs. In der Kultur spart man seit langem.
Langsam kommen wir zu amerikanischen Verhältnissen: Der Staat kann immer weniger Kulturfinanzierung übernehmen. Wir haben aber keine amerikanischen Verhältnisse und werden diese im Bereich der Kulturfinanzierung auch nie bekommen. Kein Unternehmen, kein Privatmäzen kann und will in Deutschland vergleichbare Summen aufbringen, um den Kulturbetrieb reibungslos aufrecht zu erhalten. Die Eintrittspreise müssten nun in astronomische Höhen steigen, der Museumsbesuch würde zu einen teuren Vergnügen werden.

Apropos teures Vergnügen: In ein paar Jahren haben wir ja dann in Hamburg die Elbphilharmonie und wehe, wir bekommen wieder eine Finanzkrise oder wir kämpfen noch mit der jetzigen, dann lauten die Meldungen möglicherweise: Großer Saal bleibt aus Kostengründen bis 2019 geschlossen. Wir hätten da noch enen Konzertsaal zu vermieten...

Ihr Claus Friede

(Claus Friede ist Chefredakteur von Kultur-Port.De, Kulturjournalist, Moderator, Ausstellungs- und Filmreihenkurator. Er ist Mitgründer des Kulturklub Hamburg und leitet seit 20 Jahren die Kunstagentur Claus Friede*Contemporary Art)


Foto: Wolfgang Neeb, "Blick auf die Galerie der Gegenwart, Neubau und Altbau mit Blick auf die Alster"
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar David
+4
 
 
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Lia Henneberger
0
 
 
"Kein Unternehmen, kein Privatmäzen kann und will in Deutschland vergleichbare Summen aufbringen, um den Kulturbetrieb reibungslos aufrecht zu erhalten."

Mit dieser Einstellung wären deutsche Kulturinstitutionen dem absoluten, historischen Untergang geweiht. Lieber Herr Friede besinnen Sie sich doch Ihrer eigenen Worte: Es bedarf nämlich umso mehr "(...)kulturpolitische[n] und kulturfinanzielle[n] Management[s]." Um dies zu erreichen hilft keine Resignation über die erschreckende Wirklichkeit, sondern es bedarf innovativer Ideen und Konzepte für eine bessere Zukunft.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Claus Friede
+2
 
 
Danke für Ihre Reaktion!
Mein von Ihnen zitierter Satz bezieht sich auf die amerikanischen Verhältnisse - die wir eben nicht haben. Ich sehe da gar keine Notwendigkeit, mich meiner Worte in Ihrem Sinn besinnen zu müssen. Sie haben vollkommen recht: Innovation ist gefragt und keine Resignation! Aber die momentane Situation ist so, wie ich sie beschreiben habe und nun sind die Verantwortlichen aller Seiten gefragt, Lösungen zu finden und anzubieten...
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Sonja Ostendorf-Rupp
+3
 
 
Und dabei sind die Buerger und Unternehmen der Hansestadt Hamburg bundesweit mit an der Spitze im Bezug auf buergerschaftliches Engagement! Aber ich stimme Claus Friede zu. Ein Drittel der Betriebskosten durch Spenden und Sponsoring zu decken, so wie hier in den USA ueblich, dazu faellt mir vergleichweise keine Kulturinstitution in Deutschland ein. Aber ich lasse mich gerne belehren! Der deutsche Sozial- und Kulturstaat deckt weitestgehend die Kosten. Das wird weniger und weniger seit vielen Jahren. Unsere Chance, ein Umdenken von oeffentlicher zu privater Foerderung positiv zu beeinflussen!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Claus Friede
+2
 
 
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Ope [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
 Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
 Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



OKRA – Piano & Field Recordings
 OKRA – Piano & Field Recordings



Die Okra, auch Gemüse-Eibisch, ist eine Gewächsart aus der Familie der Malvengewächse. Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas stammende Pflanze, [ ... ]



Jonas Burgert – Hälfte Schläfe
 Jonas Burgert – Hälfte Schläfe



Die Hamburger Produzentengalerie in der Admiralitätsstraße zeigt bis zum 30. Oktober 2016 Werke von Jonas Burgert. Seit der Ausstellung „Geschichtenerzä [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live