Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 941 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige


CDs KlassikKompass

Brahms – Pollini – Thielemann – Staatskapelle Dresden

Drucken
(0 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 24. Juli 2014 um 10:31 Uhr
Thielemann - Pollini

Pianist Maurizio Pollini und die Staatskapelle Dresden sind ein bewährtes Team in der Semperoper. Bereits 2011 beschenkten sie das Publikum mit Brahms' erstem Klavierkonzert und bekamen für die Einspielung 2012 den begehrten „Echo Klassik“. Im Januar 2013 folgte im Rahmen des 6. Symphoniekonzerts mit dem Brahms Zyklus II, die live Einspielung des zweiten Klavierkonzerts des Hamburger Meisters.

Ich war bis 2011 kein wirklich großer Fan von Pollinis Klavierspiel, auch wenn die Kollegen ihn für „seinen“ Mozart und Chopin immer lobten. Ich habe keine Ahnung woher er sein Potential mit über 70 Jahren nimmt, Brahms derartig gut zu spielen und einen Gehörschmaus auf einen Tonträger zu bringen wie „seinen“ Brahms. Pollini wächst hier über sein bisheriges spielerisches Vermögen hinaus, und insbesondere das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms (1833-1897) kulminiert in (m)einer Lobeshymne.

Brahmns - Pollini-ThielemannTexte von Label und Marketing neigen dazu, alles gut zu finden und das Einzigartige, in den noch so verstecktesten Nischen zu finden, um besser ihr Produkt verkaufen zu können. Mit dieser Einspielung verbinden sich die Interessensbereiche und klingen unisono.
Hier ist eine konforme Größe zu hören: Maurizio Pollini hat sein Orchester und seinen Dirigenten gefunden und umgekehrt. „Poetisch“ nannten die Fachkritiker sein Spiel. Zustimmung. Pollinis Spiel ist Poesie, weich und dennoch dezidiert, kraftvoll und dennoch einfühlsam: Horn und Klavier im ersten Satz (Allegro non troppo, B-dur) gehen meisterlich miteinander in den Dialog. Insbesondere das Cello und Piano zu Beginn des dritten Satzes (Andante – più adagio, F-dur) ist genau das, was es bezeichnet: schreitend und überlegt ruhig. Alles wächst ineinander und verbleibt untrennbar verbunden. Zugegeben, die Ausgewogenheit ist in solchen kleinen, kammermusikalischen Besetzungspassagen einfacher zu bewerkstelligen. Wie sich Pollini mit dem Gesamtorchester klanglich abstimmt ist überdies ein weiterer Höhepunkt. Weder drängelt sich der Solist in den Vordergrund, noch geht er im Klangrausch unter. Alles in allem: 47 Minuten Hochgenuss.

Es ist Brahms’ Genialität zu verdanken vier Sätze erleben zu können, die das Werk besonders machen. Auch diese Aufnahme gibt Brahms recht – die Komposition ist eine Sinfonie mit Klaviersolo. Wie kraftvoll letzteres sich gegenüber dem Orchester im zweiten energetischen (Allegro appassionato, d-moll) und vierten (Allegretto grazioso, B-dur) Satz durchklingen kann ist schon beeindruckend. Kritiker meinen das Scherzo (zweiter Satz) hätte Brahms weglassen zu können, doch er bestand auf etwas „Kräftiges und Leidenschaftliches“, auch der Wechsel der Tonart gibt dem Klavierkonzert seine ganz eigene Aura.

„In Dresden“, so schreibt Tobias Niederschlag im Booklet: „hat das B-dur-Konzert eine besondere Historie: Gleich zweimal [...] spielte es der Komponist [...] in der Semperoper. [...] Spätestens seit dieser Zeit gehören Brahms’ Werke zum Kernrepertoire der Dresdner Kapelle, deren Musiker den Komponisten 1884 zum Ehrenmitglied ihres Tonkünstler-Vereins machten.“ Thielemann und Pollini haben sich diese Ehre nun längst auch redlich erarbeitet und verdient.

Eine kleine anekdotische Parallele ist übrigens: Zwischen Brahms erster und zweiter Klavierkonzertkomposition lagen gut 20 Jahre, zwischen der Zusammenarbeit zwischen Pollini und der Staatskapelle Dresden auch.


Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 B-dur op. 83
Staatskapelle Dresden, Maurizio Pollini, Christian Thielemann
Deutsche Grammophon (DG)
Nr.: 00028947923848

YouTube-Video


Abbildungsnachweis:
Header: Thielemann (l.) Pollini (r.) Foto: Staaatskapelle Dresden
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Brahms – Pollini – Thielemann – Staatsk...

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.