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Canti amorosi – erotische Lieder des Barock

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Geschrieben von Hans-Juergen Fink  -  Dienstag, den 24. Juni 2014 um 13:52 Uhr
Canti amorosi

Es muss nicht immer frisch gepresst sein. Auch Kompilationen können großen Reiz entfalten, wo wie „Canti amorosi – Erotische Lieder des Barock“, ein Gipfeltreffen der großen Stimmen aus dem Reich der deutschen Grammophon und der Decca. Ein Gipfeltreffen zum Schnäppchenpreis, das Cover ziert, dekorativ hingegossen, eine klassisch-edle Nudität. Die CD enthält eine Zusammenstellung, deren älteste Aufnahme aus den „Madrigali“ von Claudio Monteverdi aus dem Jahr 1972 stammt und deren jüngste – Anna Prohaska mit einer Arie aus Händels „Apollo e Dafne“ – gerade einmal ein Jahr alt ist. Eine Kompilation, bei der jedes einzelne Stück eine kleine Perle ist. „Classical Choice“ nennt sich die Reihe, in der dieses Album erscheint.

alt22 Titel zum Thema Liebe. Gesungen von einigen der feinsten Stimmen, die sich regelmäßig auch im Barockfach tummeln: die Sopranistinnen Anna Prohaska, Simone Kermes, Patricia Petibon, Barabra Bonney, Emma Kirkby, Renée Fleming und einige weniger bekannte, die Mezzosopranistinnen Anne Sofie von Otter und Magdalene Kozena, die Countertenöre Andreas Scholl und Timothy Penrose, dazu der Tenor Ian Partridge und der Bass Christopher Keyte. Begleitet werden sie von großartigen Ensembles wie Arcangelo, Gabrieli Players, dem Venice Baroque Orchestra, der Adademy of Ancient Music oder den Musiciens du Louvre.

Das Repertoire umfasst Arien und Madrigale aus etwa 150 Jahren Musikgeschichte von Giulio Romano Caccini, Biagio Marini, Marc-Antoine Charpentier, Henry Purcell, John Dowland, Claudio Monteverdi, Tommaso Albinoni, Georg Friedrich Händel und Christoph Willibald von Gluck.

Geflirtet, geschmachtet, geliebt wird zu allen Zeiten, Eifersucht inklusive – und es ist durchaus hübsch zu hören, wie sich die großen Komponisten mit den publikumswirksamen Gefühlen auseinandersetzen. Natürlich dürfen allbekannte Ohrwürmer dabei nicht fehlen, Monteverdis „Pur ti miro“ oder „O mio bene“, Dowlands „Come again, sweet love“, Händels Welt-Hit „Lascia ch’io pianga“, Caccinis „Amarilli mia bella“ und Glucks „Che farò senza Euridice“ nicht fehlen. Daneben gibt es aber noch viele Entdeckungen, immer auf höchstem gesanglichen Niveau. Wunderbare Musik für einen entspannten sommerlichen Nachmittag.

Canti amorosi – erotische Lieder des Barock.
Deutsche Grammophon
Nr. 482 0614

Hörproben
Bei YouTube: Gluck - Paride ed Elena, Kozena, McChreesh, Gabriele Players


Abbildungsnachweis:
CD-Cover

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