Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 846 Gäste online

Neue Kommentare

Giselheid Otto zu Dialog über Grenzen: Kunst aus Ost und West – Die Sammlung Riese: Lieber Herr Riese,
ich bin Michaelas Freun...

Willem van Rensenbrink zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns: Danke für den Tipp. Ein klarer Oscar-Kandidat!...
h. pöhls zu James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone: war genauso beeindruckt. Gut beschrieben....
Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...

CDs KlassikKompass

Stile Antico: Giaches de Wert – Divine Theatre, Sacred Motets

Drucken
(113 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 11. Juli 2017 um 08:25 Uhr
Stile Antico: Giaches de Wert – Divine Theatre, Sacred Motets 4.4 out of 5 based on 113 votes.

Stile Antico: Giaches de Wert – Divine Theatre, Sacred Motets

Jacques de Wert (1535-1596), durch seinen langen Aufenthalt in Italien besser bekannt unter dem Vornamen Giaches, ist ein franco-belgischer Madrigalkomponist und gilt als musikalisch bedeutendes Bindeglied zwischen Vokalpolyphonie der Spätrenaissance und der „seconda prattica“, ein Musikstil, der Jahrzehnte später von Claudio Monteverdi umgesetzt wurde.


Der flämische Komponist, dessen Lebensdaten teilweise nicht genau zu definieren sind, kam bereits als 8-jähriges Kind nach Italien und verbrachte den Großteil seines künstlerischen Lebens in Mantua, am Hofe des Herzogs. Warum er und sein Werk heute bei vielen relativ wenig bekannt sind, ist kaum zu verstehen, genoss er zu Lebzeiten Ruhm als Madrigalkomponist, der durch die Begegnung mit Claudio Monteverdi und dessen Reminiszenz auf de Werts Werk verstärkt wurde.
Noch „weniger bekannt ist sein wegweisendes und strak persönlich geprägtes Kirchenmusikschaffen, für das sich in seinen drei im Druck erschienenen Motettensammlungen glanzvolle und charakteristische Beispiele finden“, heißt es im CD-Booklet. Überhaupt überzeugt das Booklet mit einem ausgezeichneten Text von Matthew O’Donnavan, der zwischen persönlicher Beteiligung und Fachkenntnis den Interessenten mitzureißen versteht.

COVER Stile Antico Giaches de Wert – Divine Theatre, Sacred MotetsDas britische a-cappella Vokalensemble „Stile Antico“ (Alter Stil) hat sich aus dem einhundertneunundneunzig De-Wert-Madrigalen dreizehn für das „göttliche Theater“ ausgesucht und nicht nur das Theater ist göttlich, sondern auch die sensiblen, schönen Stimmen, die feine Interpretation und die Klarheit des Ausdrucks, die so sehr zum Kompositionsstil de Werts passt und diesen regelrecht erfüllt. Die präzise, regelkonforme Stilisierung lässt emotionale Figurationen zwischen Fröhlichkeit und Trauer höchstgradig mitempfinden. Kompositions- und Gesangsstil sind selbst bei einer Motette, die den Übergang von Trauer zu zukünftiger Freude anstrebt, kaum zu überbieten. Das bestärkt die narrativen Stränge und hilft den lateinischen Texten (vorwiegend aus dem Neuen Testament) zu einer wundervoll sechsstimmigen erzählerisch-lyrisch-empfindsamen Form zu erblühen. Gerade die dramatischen Momente sind wie ein ummantelndes Gewand, äußerst intensiv erlebbar.
Die Unruhe Giaches de Werts, ständig etwas Neues in seine Kompositionen aufzunehmen, etwas zu erfinden, schwingt als gesamter Spannungsbogen über diesem unscheinbar daherkommenden Album. Letztlich bleibt musikalisch wie textlich die Erkenntnis, dass die göttliche Weisheit und Erkenntnis in diesem Motetten ein Zuhause gefunden hat.


Stile Antico: Divine Theatre, Sacred Motets by Giaches de Wert
Helen Ashby, Kate Ashby, Rebecca Hickey, Emma Ashby, Eleanor Harries, Katie Schofield, jim Clements, Andrew Griffiths, Benedict Hymas, Tom Kelly, Will Dawes, Tom Flint, Matthew O'Donovan
Label: Harmonia Mundi
CD, dreisprachiges Booklet mit 23 Seiten
EAN: 3149020762066
Aufgenommen wurde die 65 Minuten dauernde Madrigalsammlung im April 2016.

Hörprobe


Abbildungsnachweis:
Header: Stile Antico. Foto: Marco Borggreve
CD-Cover
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Stile Antico: Giaches de Wert – Divine Thea...

Mehr auf KulturPort.De

„Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro
 „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro



Betörender Genre-Mix aus Märchen, Musical, Spionagethriller, Liebesgeschichte, Neo Noir. Guillermo del Toro verändert nachhaltig den magischen Kosmos von ‚L [ ... ]



Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
 Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd



Gut Ding will Weile haben, heißt es. Manchmal erstaunlich lange Weile: Zum ersten Mal untersucht eine Ausstellung den Einfluss außereuropäischer Kunst auf das [ ... ]



„Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott
 „Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott



Elegantes Kidnapping-Drama als Psychogramm menschlicher Gier.
Rom, Juli 1973. „Bambino” nennen ihn die Prostituierten vom Piazza Farnese ironisch-mitleidig, [ ... ]



Machen sie mich schön, Madame d’Ora
 Machen sie mich schön, Madame d’Ora



Sie setzte mit großer Leidenschaft die schönen Dinge des Lebens in Szene: Die Mode. Die Kunst. Die feine Gesellschaft im Wien der K.u.k.-Monarchie und später  [ ... ]



Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung
 Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung



In den vergangenen Monaten machte Korea oft Schlagzeilen, aber immer war es Nordkorea, verbunden mit den Drohgebärden seines atomraketenverliebten Staatschefs K [ ... ]



„The Disaster Artist”. James Franco und der Kult um das Scheitern
 „The Disaster Artist”. James Franco und der Kult um das Scheitern



Vor vierzehn Jahren erlangte Tommy Wiseaus Leinwand-Epos „The Room” in Hollywood zweifelhafte Berühmtheit als „schlechtester Film aller Zeiten”. Lächer [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.