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CDs KlassikKompass

Kopf-Hörer 16 – Liebende und Vergessene

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(87 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 30. Mai 2017 um 09:07 Uhr
Kopf-Hörer 16 – Liebende und Vergessene 4.5 out of 5 based on 87 votes.
Kopf-Hörer 16 – Liebende und Vergessene

Liebe fällt nicht wie der Heilige Geist vom Himmel. Liebe muss wachsen. Liebe will aushalten und überdauern. Irgendetwas berührt uns so sehr, dass wir uns mit und ohne Verstandesgebrauch auf sie einlassen. Musik per se ist so eine Liebesbeziehung, die einen lebenslang begleiten kann. Dennoch fallen Komponisten, die ein noch so liebenswertes Schaffen aufweisen können, dem Vergessen anheim. Gründe gibt es mannigfaltig.
Wiederentdeckte Lieben schaffen schließlich dann doch wunderbare Berührungen unserer Sinne und wir verlieren uns (erneut) in deren musikalisches Können und Wirken.


Eine Reihe liebenswürdiger Neuerscheinungen sollen uns nun begleiten – vielleicht hält etwas davon lang oder gar auf Dauer und gerät nicht aus dem Fokus.

Cover Barber The LoversThe Lovers. In der Welt des amerikanischen Komponisten Samuel Barber (1910-1981) gibt es eine Reihe von Unbekannten. „The Lovers“ ist eine davon und eine die beeindruckend wirkt.
Die Texte zu diesem chorsinfonischen Zyklus’ schrieb kein geringerer als der chilenische Zeitgenosse Barbers: Pablo Neruda (1904-1973). Das soeben erschienene Album widmet sich Barbers Auftragswerk (1971), wobei lediglich eine vage Idee einen spendablen Mäzen zur Finanzierung ermutigte und dem Komponisten freie Hand zu den zehn lyrischen Stücken ließ. Herausgekommen ist ein wunderschönes Opus von einer halben Stunde. Damit die ganze Stunde voll wird, hängten die Sachsen einen weiteren in Deutschland noch unbekannteren Komponisten vorweg: Randall Thompson (1899-1984). Er war ein Chorspezialist, leitete eine Weile den New Yorker ‚Juilliard Choir’ und lehrte als Professor an der ‚Harvard University’ und am ‚Curtis Institute of Music’ in Philadelphia, wo u.a. auch Samuel Barber und Leonard Bernstein zu seinen Studenten gehörten. Thompsons „Frostiana“ (1965) ist durch den Landesjugendchor und das Jugendsinfonieorchester Sachsen von einer unglaublichen Leichtigkeit und Schönheit.

Samuel Barber: The Lovers op.43
Martin Häßler (Bariton), Landesjugendchor Sachsen, Jugendsinfonieorchester Leipzig
Label: Rondeau
CD, Booklet, 23 Seiten
EAN: 4037408061384



Cover Monteverdi Madrigali Vol3Monteverdi Madrigali. Es ist vollbracht! Die CD-Trilogie, die sich dem gesamten Madrigalwerk Claudio Monteverdis (1567-1643) verschrieben hat ist finalisiert. Und dies in Beziehung zu den Orten dessen Wirkens: Cremona (Vol.1), Mantova (Vol.2) und nun Venezia (Vol.3). Im Jahr 2011 begann die vertonte Liebesbeziehung zu den Acht Madrigalbüchern Monteverdis und den 161 Werken darin, die nun vollständig von dem in Paris ansässigen Vokal- und Instrumentenensemble ‚Les Arts Florissants’ unter der Leitung seines ‚Associate Musical Directors’ und ‚Associate Conductors’ vorgestellt wurden. Gespielt auf Instrumenten der Barockzeit verzaubert die Schluss-CD des Zyklus’ nicht allein die Liebhaber des lange in Vergessenheit geratenen Komponisten, der in ganz Europa wirkte und noch bis heute die Musik inspiriert, sondern auch die Liebhaber wundervoller poetischer Texte, von Literaten jener Zeit, die die ganze Bandbreite der Gefühlswelt ausloten, ob weltlich oder geistlich. Monteverdis Werke, die wunderbaren Stimmen der Sänger und Klangvolumina der Instrumentalisten der „Blühenden Künste“ sind in jedem Fall etwas zum Verlieben.

Monteverdi Madrigali, Vol.3 Venezia
Les Arts Florissants, Paul Agnew
Label: Harmonia Mundi
CD, dreisprachiges Booklet, 63 Seiten
EAN: 3149020527801



Cover BoulezHommage à Pierre Boulez. Dieses Album zelebriert den französischen Maestro Pierre Boulez (1925-2016). Sie zelebriert aber auch eine langjährige Freundschaft zwischen ihm und Daniel Barenboim, der über Boulez sagte: „Er erreichte ein ideales Paradoxon: Boulez fühlte mit seinem Kopf und dachte mit seinem Herzen.“ Das ist weit mehr als eine Respektsbekundung, eigentlich bereits eine Liebeserklärung, denn darin steckt etwas Allumfassendes.
Boulez dirigierte noch selbst, anlässlich seines 85. Geburtstages, das West-Eastern Divan Orchestra zu seiner Komposition „Le Marteau sans maître“, welches auf CD 2 zu hören ist. Dass mit dieser Hommage kein Endpunkt gesetzt wurde zwischen den beiden großen Musikern, ist wahrscheinlich selbstredend, denn es gab wohl kaum eine derartig intensive Zusammenarbeit in der jüngeren Vergangenheit und dazu auf so unterschiedlichen musikalischen Gebieten wie zwischen diesen beiden.
Die Auswahl der Kompositionen ist auf beiden CDs fein austariert und lässt Boulez in recht unterschiedlichen Perioden seines Schaffens reflektieren, insbesondere auch in der, in der er sich dem Fortschritt durch elektronische Musik nie verschlossen hat. So ist sein extrem intelligentes und reiches Klarinettenstück „Dialogue de l’ombre double“ nicht nur eine bekannt klassisch aufgenommene Aufzeichnung, sondern hat eine erweitere elektronische Produktionsgeschichte, denn die sogenannte Gegenstimme, also der doppelte Schatten wurde vorproduziert und später integriert. Dadurch entspricht die dialogische Klangwirkung an manchen Stellen eher einem Disput und wird zu einem lebhaften Wechsel von Gegen- und Miteinander. Disput muss nicht nur die Kunst, sondern auch die Liebe aushalten!

Hommage à Pierre Boulez.
West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim
Label: Deutsche Grammophon
2 CDs, dreisprachiges Booklet, 17 Seiten
EAN: 028947971603



Cover Schumann EinsamkeitEinsamkeit. Nach dem Abenteuer Schubert folgt ein weiteres mit Kunstliedern von Robert Schumann (1810-1856). Diese Sammlung kleiner Kostbarkeiten, die reiner kaum sein könnte und die Romantik mit einem Füllhorn voller Weltschmerz begreift, jedoch einen Lichtschimmer am Horizont bereithält. So sind die Liedtexte von keinem geringeren als Joseph von Eichendorff, Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe u.a. Ja, in der Tat es sind Kostbarkeiten, umso erstaunlicher ist es, dass Schumann selbst vom Kunstlied als „minderer Gattung“ schrieb, Musik, die des Wortes bedürfe, sei eine „Kunst auf Krücken“. Die Klaviermusik ist mit Abstand sein Lieblingsinstrument und sein kompositorischer Mittelpunkt. Vergessen ist das Kunstlied glücklicherweise nicht.
Liebesrausch kann eben einiges mit einem Menschen anrichten. Bei Schumann einen Kompositionswahn in überschwänglichen Gefühlen bis hin zur Hochzeit mit Klara 1840. In kurzer Zeit entstanden 138 Einzelwerke, aus denen hier 19, mit der ach so einfühlsamen warmen Stimme von Matthias Goerne und in Klavierbegleitung von Markus Hinterhäuser zu genießen sind. Schwelgen, voller Hoffnung, im Abendlicht bis tief in die Nacht – bis die Einsamkeit ist überwunden.

Einsamkeit. Schumann-Lieder
Matthias Goerne (Bariton), Markus Hinterhäuser (Flügel)
Label: Harmonia Mundi
CD, dreisprachiges Booklet, 37 Seiten
EAN: 3149020224328



Cover Moscheles Schmidt-SimonianVergessener Klaviervirtuose. Ignaz Moscheles (1794-1870) war ein aus Prag stammender hervorragender Klaviervirtuose und genoss darüber hinaus auch als Musikpädagoge internationales Ansehen. Zu Lebzeiten war er sehr bekannt und durch die Freundschaft zu Felix Mendelssohn und Ludwig van Beethoven ein gut vernetzter Musiker. Wie er da alsbald in Vergessenheit geraten konnte...? Sein Wirken u.a. in Wien, Leipzig, Hamburg und London halfen da offensichtlich auch nicht.
Seine Zehn Präludien, die konkrete Reaktion auf das ‚Wohltemperierte Klavier’ von Johann Sebastian Bach mit einer von ihm komponierten Zusatzstimme mit Violoncello sind seinem heute immer noch recht unbekannten kammermusikalischen Schaffen zu verdanken. Und wo wir bei den Danksagungen angelangt sind: zu verdanken ist es Moscheles und Mendelssohn immerhin, dass der Thomaskantor J. S. Bach auch durch sie ein großes Revival im 19. Jahrhundert erhielt. Niklas Schmidt und Stepan Simonian ist es wiederum zu verdanken, dass sie einerseits die Zehn Präludien Op.137a aufnahmen und zudem, dass sie diese so hervorragend und einfühlsam darbieten. Ein absoluter Hörgenuss!

Ignaz Moscheles: Zehn Präludien aus dem ‚Wohltemperierten Klavier‘ von Bach Op.137a
Johann Christoph Friedrich Bach: Cellosonate D-Dur

Niklas Schmidt (Violoncello), Stepan Simonian (Klavier)
Label: Fontenay Classics
CD, viersprachiges Booklet, 15 Seiten
EAN: 4260230740114




Abbildungsnachweis:
CD-Cover
alt

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