Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 840 Gäste online

Neue Kommentare

Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Angela zu „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens: Oh, dann Danke für den Lang-Spoiler - da muss ja...
Eva-Maria Reinders zu Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino: 14.10.17
ich habe schon mehrere Aufführun...


CDs KlassikKompass

Ensemble Oni Wytars: cantar d’amore

Drucken
(111 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 13. Oktober 2015 um 12:42 Uhr
Ensemble Oni Wytars: cantar d’amore 4.4 out of 5 based on 111 votes.
Ensemble Oni Wytars

Musik aus einer aufregenden Zeit: Die Druckkunst hilft Anfang des 16. Jahrhunderts nicht nur der Literatur und Wissenschaft, sondern auch der Musik zu einem gewaltigen Aufschwung in der Verbreitung. Außerdem nähern Kunst- und Volksmusik nähern sich einander an. Musik aus dieser Zeit hat das Schweizer Alte-Musik-Ensemble Oni Wytars nach dem Album „La follia“ auf seiner großartigen CD „cantar d’amore“ versammelt: Lieder und Tänze aus Italien, von Venedig bis Neapel und noch tiefer in den Süden.

Alle drehen sich – wie’s der Titel verspricht – um die eine, ewig aktuelle Frage: „Comma se’a fari pi ama’ ’sta Donni? (Was muss ich tun, damit diese Frau mich liebt?) – und die direkt anschließende: „Und warum nicht?“ Die Stücke auf der CD – instrumental, vokal mit Begleitung und zwei Solo-Songs – stammen aus Lieder-Sammlungen der Zeit von 1508 bis 1680 und von „fogli volanti“, von Flugblättern, auf denen populäre Songs damals zu Hits gemacht wurden. In Neapel gab es geradezu ein Bewegung musikalischer Zirkel, in denen Musik gemacht wurde.
Bekannte Straßenmusiker wurden zu den Höfen des Adels eingeladen, professionelle Komponisten ließen sich von den umherziehenden Spielleuten inspirieren und veredeln deren Melodien mit ihren elaborierten Kompositionstechniken – Copyright wurde damals noch nicht wirklich groß geschrieben.
Man spürt auch auf dieser CD des 1983 gegründeten Ensemble Oni Wytars die große Erfahrung, die seine Musiker darin haben, verborgene oder vergessene Verbindungslinien der Musikentwicklung vorsichtig herauszupräparieren und zu neuem Leben zu erwecken, indem man auf die innere Kraft dieser Musik vertraut und Crossover-Versuchungen, die anderswo hohe Verkaufszahlen garantieren, aus dem Weg geht.

Maurische Anklänge und der Rhythmus der Tarantella
Ensemble Oni Wytars: cantar d’amore - CoverStatt dessen verwenden sie alte, zum Teil rekonstruierte Instrumente: Marco Ambrosini ist etwa – neben der Maultrommel und Mandoline – Experte für die Nyckelharpa, ein Streichinstrument, bei dem die Tonhöhen statt mit den Fingern gegriffen mit Tasten erzeugt werden, die den schwingenden Teil der Saiten verkürzen. Peter Rabanser kümmert sich um Barockgitarre, Chalumeau (ein früher Vorläufer der Klarinette) und Dudelsack, er singt auch, so wie der Harfenist Riccardo Delfino. Michael Posch spielt die Blockflöten, für Percussion ist Katharina Dunstmann zuständig. Und dann ist da noch die wunderbare römische Sängerin Gabriella Aiello, deren fein angeraute Stimme ganz großartig die verschiedenen Spielarten des Volkstons vom sanften Locken bis hin zur großen Leidenschaft beherrscht.
Oni Wytars (der Name ist nach Auskunft des Mitgründers Peter Rabanser die lautmalerische Übersetzung der einzigen beiden Worte, die ein italienischer Freund der Musiker kannte, er bedeutet: „Ohne weiteres“) sucht die Verbindungen zwischen den Kulturen, und findet natürlich in Neapel und Süditalien Harmonien und Rhythmen, die noch als mehr oder weniger dezente Anklänge die Erinnerung an längst vergangene maurische Zeiten wach halten – so wie in „Che si puo fare“. Oder die rasende Tarantella im 3- oder 6-Achtel-Takt, die hier mal sehr melancholisch daherkommt wie eine Erinnerung an ferne, wildere Zeiten (in „Antidotum Tarantulae“), aber auch auch tatsächlich zur Ekstase gerät wie in „Pizzica di San Vito“ oder „La Rondinella“.
Und ein Lied wie „Maronna nun è cchiù“ entpuppt sich mit seiner innigen Melodie im vielstimmigen Satz als wirklicher Ohrwurm. Jahrhunderte alte Musik, die heute noch unter die Haut geht.

Ensemble Oni Wytars: cantar d’amore
CD
deutsche harmonia mundi/Sony Classical
88875081102
Hörbeispiele

Video, Mit Aufnahmen aus älteren CDs und Programmen ist Oni Wytars zu erleben in ihrem Webauftritt


Abbildungsnachweis:
Mittelalterlicher kolorierter Holzschnitt von Tänzern und Musikern
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Ensemble Oni Wytars: cantar d’amore

Mehr auf KulturPort.De

Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden
 Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden



Seit 2014 spielt das Ensemble Resonanz jedes Jahr seine ganz eigene Fassung von Bachs „Weihnachtsoratorium“ im Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße in H [ ... ]



„Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“
 „Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“



Reproduktionen und Variationen sind keine Erfindung der Moderne. Wie „Die Geburt des Kunstmarktes“ im Bucerius Kunst Forum zeigt, gingen schon „Rembrandt,  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.