Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 754 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


CDs KlassikKompass

Emma Kirkby – ein klingendes Portrait in fünf Alben

Drucken
(127 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 17. Juli 2015 um 13:21 Uhr
Emma Kirkby – ein klingendes Portrait in fünf Alben 5.0 out of 5 based on 127 votes.
Emma Kirkby – ein klingendes Portrait in fünf Alben

Die englische Sopranistin Emma Kirkby ist seit zwanzig Jahren eine der überragenden Interpretinnen nordeuropäischer Renaissance- und Barockmusik.
Dabei fing sie zunächst gar nicht mit dem Wunsch an, eine der bekanntesten Sängerinnen in historischer Aufführungspraxis zu werden. Sie studierte Klassik an der Universität von Oxford, arbeitete anschließend als Schullehrerin und sang zum Vergnügen in verschiedenen Chören. Anfang der 1970er-Jahre als sie im Taverner Choir sang und ein paar Jahre später durch die Kollaboration mit dem Consort of Musicke fing sie intensiv an für ihre Stimme jene Klangfarbe zu suchen, die zu historischen Instrumenten der Renaissance und des Barocks passt. Mit Hilfe ihrer Gesangslehrerin, der Koloratursopranistin Jessica Cash, formte die 2007 geadelte Dame Emma Kirkby ihre Stimme an der Guildhall-School of Music in London.

Die Stimme der Renaissance und des Barocks
Die Qualität ihrer Stimme liegt in der Natürlichkeit des Ausdrucks, im sparsamen Vibrato und in der Fähigkeit sehr sensibel mit der Modellierung von Worten und Sätzen umzugehen. In nahezu genialer Weise passt dies zu den historischen Instrumenten, zum Resonanzraum eines Klosters und besonders zur Periode des Spätbarocks, in der regionale Einflüsse die italienische und französische Dominanz durchbrachen. Stimme, Instrumente, Ort und Stil finden sich in einer Sammelbox mit fünf Alben und Aufnahmen aus vergangenen Jahrzehnten wieder: Interpretationen von Giaches de Wert, Georg Friedrich Händel, Carl Friedrich Abel, John Dowland, Robert Jones und William Boyce.

Emma Kirkby – 5 Classic AlbumsGesungen von Dame Emma Kirkby und aufgenommen zwischen 1985 und 1989, verpackt in Einzelhüllen, die die Farbigkeit, die Druckqualität und den Charme der späten 1970er-Jahre versprühen. Das Ganze Können der Sopranistin kompakt versammelt und zu einem unglaublichen Niedrigpreis angeboten. Das Reihenkonzept, das wie eine Retrospektive daherkommt, präsentiert fünf singuläre Aufnahmen als klingendes Porträt: Im Falle von Emma Kirkby sind das vor allem eben große Momente der englischen Barockmusik. Warner Classics legt bereits seit einiger Zeit Serien beliebter Künstler wieder auf und huldigt sie so, aber auch das Publikum und die Komponisten.

Und bei so geringem Kaufpreis war dann leider kein Platz für ein Booklet – ich zumindest vermisse das schwermütig, denn es gibt jeweils so viel zu erzählen zur Sängerin, zur Auswahl ihrer Stücke, zu den Aufnahmeorten und zu den Interpreten.

Die Wiederentdeckung Giaches de Wert
Verlieren kann man sich in CD 3 mit Werken des eher unbekannten Belgiers Giaches de Wert (1535-1596), es sind die ältesten Kompositionen in der Sammelbox und sind begnadet gut! Kirkbys Erfahrung mit Chormusik im Zusammensang mit den Kollegen und Zusammenspiel mit dem Consort of Musicke gibt „Il settimo libro de madrigali“, dem siebten Madrigalbuch aus der Zeit des Komponisten in Venedig aus dem Jahr 1581 eine unglaublich Schönheit, Kraft und Leidenschaft. Obwohl ursprünglich für fünf Stimmen geschrieben (Sopran, Alt, Countertenor, Tenor und Bass) sind die bis zu acht Stimmen (dazu kommen bis zu zwei weitere Sopranistinnen: Evelyn Tubb und Suzie LeBlanc und ein Tenor). Eine wahre Bereicherung, denn sie legen den klanglichen Schwerpunkt auf die Frauenstimmen. Neben Emma Kirkby singen Mary Nichols (Alt), Michael Chance (Countertenor), Andrew King und Rufus Müller (Tenor) und Alan Ewing (Bass). Der Raum des ehemaligen Zisterzienserklosters Forde Abbey, einem Kloster in Dorset, gibt den hörbaren geistigen und großen Klang. Giaches de Wert selbst wird auch wiederentdeckt, er, der als Chorknabe ausgebildet wurde und seinen Feinschliff von Cyprian de Rore am Hofe in Ferrara erhielt hat mit seinen Chorwerken großes geschaffen.

Die Kontrastierung ist Teil des Konzepts
Geradezu legendär ist Emma Kirkbys Album mit den Deutschen Arien des Wahlengländers Georg Friedrich Händel (1685-1759). Silbern-klar die Stimme, jedes Wort verständlich und mit der Hingabe an die Zeit erlebt. Ebenfalls berühmte Kirkby-Aufnahmen: die beiden Alben mit melancholischen Songs der Renaissance-Komponisten John Dowland (1563-1626) und Robert Jones (um 1597-1615), zusammen mit dem Lautenisten Anthony Rooley. Auf A Vauxhall Gardens Entertainment bringen Emma Kirkby und das Ensemble London Baroque ein buntes historisches Programm aus Kantaten, Arien, Konzerten und Sonaten auf die Hörbühne, wie es im 18. Jahrhundert in dem berühmten englischen Vergnügungspark tatsächlich erklungen sein könnte. Das mag wie eine Ablenkung gewesen sein nach dem elisabethanischen Zeitalter in der Regentschaft King George II und seinen Konflikten, innerfamiliären Streitereien und Auseinandersetzungen und Kriegen auf dem Kontinent.

Heute erleben wir die Popularität des empfindsamen und des galanten Stils neu – auch durch diese Sammlung.

Emma Kirkby – 5 Classic Albums
Emma Kirkby (Sopran) mit Anthony Rooley (Laute, Orpharion) Evelyn Tubb (Sopran) London Baroque, u.a.
CD, Erato, Warner Classics
ISBN-13: 825646112265

Konzertermine in Deutschland:

Emma Kirkby - The English Muse
Mi. 19.08.15, 20:00 Uhr
Mainz; Seminarkirche mit Jakob Lindberg, Laute
anl. des Mainzer Musiksommers

Sa. 19.09.15, 17:00 Uhr
Burgpreppach; mit London Baroque
Musik in Fränkischen Schlössern


Abbildungsnachweis:
Header: Emma Kirkby. PR/Rayfield Allies
CD-Box-Cover
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Emma Kirkby – ein klingendes Portrait in f...

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.