Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 646 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige


CDs KlassikKompass

Arvo Pärt – Für Anna Maria

Drucken
(125 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 12. Januar 2015 um 13:15 Uhr
Arvo Pärt – Für Anna Maria 4.9 out of 5 based on 125 votes.
Arvo Pärt

Er ist ein Meister seines Fachs und trotz des großen Erfolgs als gefeierter zeitgenössischer Komponist Neuer Musik, immer bescheiden und zurückhaltend geblieben. Die Rede ist von Arvo Pärt, dem 1935 in Estland geborenen Avantgarde-Minimalisten.

Er schafft als einer der wenigen einen großen Spagat: die Verbindung von Klassik zur Moderne und zum Zeitgenössischen. In Pärts Kompositionen mischt sich beispielsweise Gregorianik und Minimal Music, klassische Vokal-Polyphonie mit seinem und von ihm entwickelten Tintinnabuli-Stil (Glöckchenspiel).

„Für Anna Maria“ ist eine Komposition, die Arvo Pärt für einen seiner jüngsten Fans schrieb. Entstanden ist sie „im Auftrag“ der damals 7-jährigen Anna Maria aus Estland. Pärt widmete ihr dieses Klavierstück 2006 zu ihrem 10. Geburtstag. Art und Umfang des Werkes erinnern an Pärts „Für Alina“, das im Jahre 1976 seine Hinwendung zum erwähnten Tintinnabuli-Stil erstmals manifestierte. So ist es auch selbstverständlich, dass letztgenanntes Stück ebenfalls und unter anderen auf der Doppel-CD und Sammlung vollständiger Solo-Klavierwerke steht. Die beiden CDs decken einen großen Zeitraum des Schaffens des estnischen Komponisten ab: von dem frühen neoklassizistischen Stil, 1956 bis zu den populären minimalen Werken bis 2008.

Arvo Pärt - sämtliche KlaviermusikPärt ist eigentlich kein Klavierkomponist und umso bemerkenswerter ist diese Aufnahme sämtlicher Solostücke. Jeroen van Veen scheint der perfekte Interpret dieser Stücke zu sein und seine Persönlichkeit und sein Wissen – selbst ist er ebenfalls Komponist – ist spürbar. Er kennt sich aus mit Minimal Music und spielt Arvo Pärt zuweilen richtigerweise wie Eric Satie. Van Veen bietet dem Hörer ein regelrechtes Eintauchen in die Bandbreite und Interpretationsmöglichkeiten. Das lediglich zwei Seiten und wenige Noten umfassende Werk „Für Alina“ (1976) taucht auf den CDs mit insgesamt 50 Minuten vier Mal auf. „Für Anna Maria“ (2006) ist ebenfalls als Variation zu hören. Der Niederländer, der die fünfzehn Sets 2013 bis 2014 aufnahm, reduziert auf das Wesentliche: Minimalismus mit maximalem Effekt!
Zwei Abweichungen gibt es im „solo“. Der amerikanische Cellist Douw Fonda begleitet die Stücke „Fratres“ (1977/80) und „Spiegel im Spiegel“ (1978) und van Veens Ehefrau Sandra spielt das zweite Piano bei „Hymn to a Great City“ (1984/2004).

Die Chronologie bei „Arvo Pärt – Complete Piano Music“ ist etwas auf den Kopf gestellt, denn die erste CD präsentiert den Komponisten der gefunden hat, während die zweite CD den noch Suchenden und Verhafteten vorstellt. Das ist aber gar nicht schlecht gedacht, denn wenn sich der Hörer an die vorgegebene CD-Reihenfolge hält merkt er deutlich, ja, vielleicht wesentlich deutlicher, welche Entwicklungsphasen es bei Pärt gegeben hat, um an sein Ziel zu gelangen.

Diese teilweise sehr kontemplative und beruhigende Sammlung ist absolut empfehlenswert.

Arvo Pärt – Für Anna Maria, Complete Piano Music
Jeroen van Veen, Sandra van Veen, Douw Fonda
Brillant Classics, 2 CDs
5028421950532
(Auch in Vinyl-Form erhältlich)

Track Listing:

CD1
Für Alina (1976) [20:18]
Variations for the Healing of Arinushka (1977) [5:56]
Ukuaru valss (1973, rev. 2010) [2:54]
Für Anna Maria (2006) [1:21]
Für Alina (1976) [2:41]
Pari intervallo* (1976, rev. 2008) [5:26]
Hymn to a Great City* (1984, rev. 2004) [5:08]
Für Anna Maria (2006) [1:07]
Für Alina (1976) [3:15]
Fratres (1977, rev. 1980) [11:52]
Spiegel im Spiegel (1978) [9:10]

CD2
Vier leichte Tanzstücke ‘musik für kindertheater’ (1956-57) [7:38]
Sonatina No. 1 (1959) [7:15]
Sonatina No. 2 (1959) [5:42]
Partita Op. 2 (1958) [7:18]
Für Alina (1976) [23:06]
(gesamt 51:11)

Hörproben:
Arvo Pärt - Für Anna Maria Brilliant Classics 2CD 94775 (7:35)
Für Anna Maria - Complete Piano Music by Arvo Part (4:57)

Video:
Für Alina / Arvo Pärt door Jeroen van Veen


Abbildungsnachweis:
Header: Arvo Pärt. Foto: Estnisches Außenministerium. Quelle: Wikipedia
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Arvo Pärt – Für Anna Maria

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.