Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 830 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


CDs KlassikKompass

Metamorfosi – Impressions Baroques

Drucken
(13 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 18. Dezember 2014 um 13:53 Uhr
Metamorfosi – Impressions Baroques 4.8 out of 5 based on 13 votes.
Metamorfosi – Impressions Baroques

Der Titel des neuen Albums des franco-kanadischen Ensembles „Constantinople“ gibt schon einen Hinweis auf das was es ist: Eine Umwandlung oder Anpassung – „Metamorfosi“ (italienisch) – „Impressions Baroque“ (französisch).
Die CD ist eine Mischung aus unterschiedlichen Kultureinflüssen unterschiedlicher Epochen. Konstantinopel – das heutige Istanbul – war und ist für die Musiker des Ensembles ein Schmelztiegel von Ost und West mit einer Historie und der bis heute andauernden übergreifenden Verbindungen von Orient und Okzident. Das wollen sie vermitteln und so spürt der Hörer einerseits die Verbundenheit zur Herkunft der Musiker und andererseits die Leidenschaft für die klassische westliche Musik.

1998 in Montreal von den beiden aus Teheran stammenden Brüdern Kiya (Sitar) und Ziya (Perkussion) Tabassian gegründet, ergänzt seit 2008 der Gambist Pierre-Yves Martel das Ensemble „Constantinople“. Für diese CD-Einspielung holte sich das Trio die kanadisch-akadische Sopranistin Suzie Leblanc sowie zwei spanische Barockmusiker Enrique Solinis, (Barockgitarre) und Miren Zeberio, (Barockvioline) hinzu.

constantinople-metamorfosi-baroque-impressionsAuch an dieser Zusammensetzung ist die musikalische und stilistische Bandbreite ablesbar. Für mich geht das Fusionskonzept allerdings nur bedingt auf. Zwar ist die Kombination aus italienischer Renaissance- und Barockmusik und orientalischen Instrumenten und Interpretationen durchaus reizvoll, aber parallel zum positiv überraschenden Klang und die Erinnerungsmomente an das maurische Spanien vor 1490, an den orientalischen Einfluss des Mittelmeerraums per se, verfällt ein anderer Teil der eigenen Interpretationen in eine Art austauschbare Beliebigkeit. Wenn man bei Claudio Monteverdi plötzlich eine Sequenz orientalischen Bauchtanz präsentiert bekommt wird das weder dem Komponisten, noch dem Hörer gerecht. Es wirkt lediglich artifiziell bis belustigend. Und es bedient zumeist eine zeitgenössische und modische Erscheinung von vermeintlicher Interkulturalität. Die Zeit, in der alles an Kombination möglich ist, ist eben auch immer der Beliebigkeit ausgesetzt. Der Grat auf dem sich das Ensemble musikalisch bewegt ist relativ schmal und ab und zu ruscht es ab.

Die vom Ensemble außerdem gewählte Bezeichnung „New World Baroque“ ist in diesem Zusammenhang ein Anachronismus und auch die Verortung überzeugt nicht. Sie lässt sich mindestens zweifach auslegen: „Barock der Neuen Welt“ – aber die Bezüge sind rein italienisch-orientalisch und haben außer der Tatsache, dass die Musiker in der „Neuen Welt“ leben und arbeiten wenig bis nichts mit dem nordamerikanischen Kontinent zu tun – oder der Begriff bedeutet „Neue Welt Barock“ und bezieht sich auf das besagte zeitgenössische Musikfusionsphänomen, das sich jedoch hier überwiegend mit italienischen Frühbarockkompositionen der Jahre 1550 bis 1680 beschäftigt und das „neue“ im Namen nicht wirklich verdient. Dennoch ist allein der Versuch verdienstvoll und mutig, Antworten auf selbstgestellte Fragen zu generieren und die Grundsatzdebatte – was kulturell zu verbinden wäre oder was für sich stehen sollte – wird beflügelt.

Positiv erwähnenswert ist ein Auszug aus der „Sinfonia quinta“ des Frühbarock-Komponisten und Geigers Salamone Rossi (um 1570-1630). Grazil und ruhig, als ob das erweiterte Ensemble von „Constantinople“ einer Abfolge von festgelegten Tanzschritten nachspürt, gleitet die Musik dahin. Hier bleiben die Musiker eng an der Vorgabe und es tut gut, nicht noch eigene Interpretationen zu hören, die die eigentliche Komposition wie aufsteigende Blasen verlassen.
Auch Stefano Landis (1587-1639) konservative Komposition „Marillide deh vieni“ ist überzeugend vorgetragen, die geschmeidige Stimme von Suzie Leblanc fügt sich hier angenehm in Stück und Zeit ein.

Metamorfosi – Impressions Baroques
Constantinople, Suzie Leblanc (Sopran)
Komponisten: Claudio Monteverdi, Marco Uccellini, Salamone Rossi, Barbara Strozzi, Andrea Falconieri, Tarquinio Merula, Giovanni Girolamo Kapsberger; Stefano Landi
Analekta
774204914226

Hörprobe


Abbildungsnachweis:
Header: Ensemble Constantinople. Foto: Jocelyn Michel
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Metamorfosi – Impressions Baroques

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.