Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 858 Gäste online

Neue Kommentare

tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...
Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...

Anzeige


Klartext

Klartext Claus Friede: Zum Ende der Hamburger Klangwerktage

Drucken
(252 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 29. November 2012 um 11:22 Uhr
Klartext Claus Friede: Zum Ende der Hamburger Klangwerktage 4.6 out of 5 based on 252 votes.
Klartext: Claus Friede

Das Aus für die "Hamburger Klangwerktage" kommt nicht überraschend.
Und das liegt, um es gleich vorweg zu sagen, weder an einem mangelhaft-ambitionierten Programm, noch daran, dass das Hamburger Publikum die Neue Musik plötzlich nicht mehr schätzen würde.

Es liegt an der mangelnden Finanzierung und an den Fehlern der Festivalleitung. Derjenige, der seit Jahren das Festival begleitet hat und treu zu den spannenden Themen und zu den auf wackeligen Beinen stehenden Bedingungen stand, ist nach dem Durchlesen der Abschiedspressemeldung mehr als enttäuscht!

Es hätte der Festivalleiterin Christiane Leiste gut angestanden, nicht nur die Schuld bei den anderen zu suchen, sondern auch einmal selbstkritisch die eigene Arbeit zu beleuchten und hinterfragen. Die Reduktion auf die Sätze: „Dieses Jahr lege ich meine Arbeit als künstlerische Leiterin des Festivals nieder und verabschiede mich von den Klangwerktagen. Damit ziehe ich die Konsequenz daraus, dass die Kulturbehörde nicht bereit ist, das Festival, das zu einem überaus wichtigen Kulturfaktor der Stadt geworden ist, zu fördern“, wirkt nicht nur platt, es ist platt!
Die Festivalführung hat über Jahre hinweg sowohl Förderer und Sponsoren wie auch Medienpartner, und das kann ich als Chefredakteur von KulturPort.De aus eigener Erfahrung beklagen, sträflich behandelt, indem sie sie quasi ignorierte. Anstatt die Absprachen einzuhalten und die, die Arbeit, Kraft und Finanzeinsatz einbringen, adäquat zu berücksichtigen, tauchten die erst gar nicht auf den Druckerzeugnissen auf und wurden nach Anmahnen nachträglich dann wenigstens ins Netz gesetzt. So ein Fehler kann mal passieren, aber nicht zwei Jahre hintereinander. Kein Wunder also, dass so mancher Förderer und Medienpartner die Zusammenarbeit aufkündigte. Sich dann am Ende zu beklagen, dass die staatliche Kulturförderung wegfällt und/oder die finanziellen Lücken schließt, ist dreist.

alt Es geht mir hier nicht um das Nachtreten einer gescheiterten Hoffnung, sondern darum, den Blick differenziert aufzuzeigen, auch aus der Warte eines engagierten Partners wie KulturPort.De, der 2012 die Konsequenz ziehen musste und sein Engagement für die „Hamburger Klangwerktage“ einstellte. Danach hörte man nie wieder etwas, kein Nachgespräch, kein Dankeschön für die Jahre des Engagements, rein gar nichts. Es bleibt ein fader Nachgeschmack.

Fairerweise möchte ich den vollständigen Text der Pressemitteilung der Leiterin der Klangwerktage im nachfolgenden den Lesern nicht vorenthalten:

Liebe Freundinnen und Freunde der Hamburger Klangwerktage,

Die Hamburger Klangwerktage 2012 haben auch dieses Jahr wieder einen erfolgreichen Ausklang genommen. Man kann das Gefühl haben, das Festival sei nun, nach sieben Jahren, richtig in Hamburg angekommen, so durchgehend gut besucht waren die Konzerte, trotz des kompliziert klingenden Themas. Das Schwerpunktthema war Mikrotöne, und in diesem Zusammenhang widmeten wir mehrere Veranstaltungen Ligeti und Hamburger Komponisten. Auch das Symposium „Ligeti und die Mikrotonalität“ brachte internationale Gäste nach Hamburg und zu unserem Festival. 
Die Stimmung war während des ganzen Festivals freudig, interessiert, angeregt und inspiriert, was mich dieses Jahr ganz besonders gefreut hat. Nach dem großartigen Abschlusskonzert mit den Hamburger Symphonikern, bin ich glücklich und auch stolz, was aus den Klangwerktagen in den sieben Jahren ihres Bestehens geworden ist.

Dieses Jahr lege ich meine Arbeit als künstlerische Leiterin des Festivals nieder und verabschiede mich von den Klangwerktagen. Damit ziehe ich die Konsequenz daraus, dass die Kulturbehörde nicht bereit ist, das Festival, das zu einem überaus wichtigen Kulturfaktor der Stadt geworden ist, zu fördern. Die Zukunft des Festivals ist leider noch sehr ungewiss, es hängt davon ab, ob sich eine solide Grundsicherung findet…
Ich selbst habe eine neue spannende Aufgabe übernommen. Ich bin als Projektleiterin im Aufbau einer interkulturellen Waldorfschule unter staatlicher Trägerschaft in Hamburg/Wilhelmsburg tätig. 

Ich danke allen treuen Freunden, Unterstützern, Besuchern, Musikern, Komponisten, Künstlern, Förderern, Kooperationspartnern und Mitarbeitern, dass sie durch ihre Begeisterung und ihr Engagement zum Gelingen des Festivals so viel beigetragen haben. Ich danke auch Amelie Deuflhard und dem Kampnagel-Team für die großartige Unterstützung bei der Umsetzung des Festivals. Und ich danke noch einmal Thomas Schmölz, der das Festival vor sieben Jahren gegründet und es mir vor vier Jahren so großherzig übergeben hat.

Somit verbleibe ich in der Hoffnung, dass die Klangwerktage doch noch eine Zukunft in Hamburg haben werden,
mit dankbaren Grüßen, 

Ihre Christiane Leiste
 (künstlerische Leitung)"


Nichtsdestotrotz werden wir bei KulturPort.De der Neuen Musik treu bleiben und weiter über die vielen und guten Veranstaltungen und Entwicklungen berichten.

Ihr Claus Friede


Hinweis: Die Inhalte von "Klartext" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Fotonachweis:
Headerfoto: Claus Friede

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Mücke Quinckhardt
+13
 
 
danke Claus für die klaren Worte, die ich hier nur unterstützen möchte. Ich bin entsetzt über die Pressemitteilung von Frau Leiste, die politisches mit persönlichem mixt und dem kulturellen Auftrag, den sie inne hatte nicht gerecht wird. Ihr persönlicher Werdegang hat in der PM nichts verloren...
Es klingt als verließe die Ratte das sinkende Schiff. Gut für die Ratte, schlecht für das Schiff.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Christiane Leiste
-10
 
 
Lieber Claus Friede,
der Text, den Du kommentierst und weiterleitest, ist keine Pressemeldung, sondern ein persönlicher Newsletter, in dem ich den Freundinnen und Freunden der Klangwerktage meinen Abschied mitteile. In dem Newsletter beklage ich mich nicht, sondern bedanke mich bei allen Unterstützern und Freunden. Die Presse wurde durch eine offizielle Pressemeldung von Kampnagel schon im Oktober darüber informiert. Du weißt aus mehreren Gesprächen, wie sehr ich Kulturport und deine Arbeit schätze. Es stimmt, dass ich 2011 den Fehler begangen habe, sowohl Euer Logo, als auch das einer Förderin abzudrucken. Dafür habe ich mich längst entschuldigt. Aber Du machst mehr daraus. Du verallgemeinerst zwei Einzelfälle und suggerierst, die mangelnde behördliche Förderung sei darauf zurückzuführen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christiane Leiste
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Claus Friede
+14
 
 
Liebe Christiane Leiste,
gerade in einem persönlichen Newsletter, der eben auch an euren Presseverteiler ging, wäre es gut gewesen, das "persönliche" ernst zu nehmen und auch ein paar selbstkritische Worte zu finden.
Das Wertschätzen unserer Arbeit freut uns, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter deiner Führung wir in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf den Druckerzeugnissen nicht berücksichtig wurden.
Wir haben auch erst vor knapp vier Jahren mit unserer Arbeit begonnen und brauchten und brauchen die öffentliche Aufmerksamkeit und das Bekanntwerden des Portals. Dass sich dieser Faux-pas wiederholte, war nahezu unglaublich.
Darüber hinaus bitte ich dich meinen Text noch einmal aufmerksam zu lesen, denn ich suggeriere keineswegs die mangelnde behördliche Förderung sei lediglich darauf zurück zu führen - darauf habe ich mich gar nicht bezogen und dies auch nicht kommentiert. Mir missfiel Dein persönlicher Newsletter aus den genannten Gründen und umso wichtiger war mir, unsere Haltung zu verdeutlichen, weil nämlich du suggerierst, das Ende der Klangwerktage sei lediglich auf die fehlende finanzielle Unterstützung der Kulturbehörde zurückzuführen.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und die neuen Aufgaben, die du übernimmst,

Claus Friede
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar tommy
+3
 
 
hin oder her. ich finde schade, dass die klangwerktage wegen geldmangel* nicht mehr stattfinden. ist das denn wirklich sicher?

*ist das nicht das papierzeug, was allerorten wie wild gedruckt wird?
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Klartext > Klartext Claus Friede: Zum Ende der Hamburger...

Mehr auf KulturPort.De

„Paradies”. Oder die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten des Terrors
 „Paradies”. Oder die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten des Terrors



Als obszön hätte es Andrei Konchalovsky empfunden, seinen Film „Paradies” in Farbe zu drehen. Der 79-jährige russische Regisseur entdeckt für uns radikal [ ... ]



Ernst Toch: Solo Piano Pieces
 Ernst Toch: Solo Piano Pieces



Ernst Toch (1887-1964) gehört zu der Vielzahl von jüdischen Komponisten, deren Werke in Vergessenheit zu geraten drohen. Sie nun in das Aufführungsrepertoire  [ ... ]



Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass
 Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass



Von der Lebenslust polnischer Spielleute über italienische und französische Anklänge bis zur neuen Musik des empfindsamen Zeitalters reicht der Bogen, den Tel [ ... ]



„The Party”. Apokalypse statt Canapés
 „The Party”. Apokalypse statt Canapés



Sally Potter besitzt ein untrügliches Gespür für die Absurdität menschlichen Leidens. Sie präsentiert „The Party” als hintergründige Farce über den Ve [ ... ]



„Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens
 „Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens



John Neumeiers jüngstes Ballett bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg umjubelt.

Es ist mitunter durchaus von Vorteil, eine Uraufführung zu verpassen. Mit etw [ ... ]



Morten Kargaard Septet: Zealand
 Morten Kargaard Septet: Zealand



Gut Ding will Weile haben, sagt ein deutsches Sprichwort. Von der Idee Morten Kargaards im Jahr 2012 bis zur Fertigstellung des Albums hat es fünf Jahre gedauer [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.