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Klartext Claus Friede: Zum Ende der Hamburger Klangwerktage

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Donnerstag, den 29. November 2012 um 10:22 Uhr
Klartext Claus Friede: Zum Ende der Hamburger Klangwerktage 4.6 out of 5 based on 253 votes.
Klartext: Claus Friede

Das Aus für die "Hamburger Klangwerktage" kommt nicht überraschend.
Und das liegt, um es gleich vorweg zu sagen, weder an einem mangelhaft-ambitionierten Programm, noch daran, dass das Hamburger Publikum die Neue Musik plötzlich nicht mehr schätzen würde.

Es liegt an der mangelnden Finanzierung und an den Fehlern der Festivalleitung. Derjenige, der seit Jahren das Festival begleitet hat und treu zu den spannenden Themen und zu den auf wackeligen Beinen stehenden Bedingungen stand, ist nach dem Durchlesen der Abschiedspressemeldung mehr als enttäuscht!

Es hätte der Festivalleiterin Christiane Leiste gut angestanden, nicht nur die Schuld bei den anderen zu suchen, sondern auch einmal selbstkritisch die eigene Arbeit zu beleuchten und hinterfragen. Die Reduktion auf die Sätze: „Dieses Jahr lege ich meine Arbeit als künstlerische Leiterin des Festivals nieder und verabschiede mich von den Klangwerktagen. Damit ziehe ich die Konsequenz daraus, dass die Kulturbehörde nicht bereit ist, das Festival, das zu einem überaus wichtigen Kulturfaktor der Stadt geworden ist, zu fördern“, wirkt nicht nur platt, es ist platt!
Die Festivalführung hat über Jahre hinweg sowohl Förderer und Sponsoren wie auch Medienpartner, und das kann ich als Chefredakteur von KulturPort.De aus eigener Erfahrung beklagen, sträflich behandelt, indem sie sie quasi ignorierte. Anstatt die Absprachen einzuhalten und die, die Arbeit, Kraft und Finanzeinsatz einbringen, adäquat zu berücksichtigen, tauchten die erst gar nicht auf den Druckerzeugnissen auf und wurden nach Anmahnen nachträglich dann wenigstens ins Netz gesetzt. So ein Fehler kann mal passieren, aber nicht zwei Jahre hintereinander. Kein Wunder also, dass so mancher Förderer und Medienpartner die Zusammenarbeit aufkündigte. Sich dann am Ende zu beklagen, dass die staatliche Kulturförderung wegfällt und/oder die finanziellen Lücken schließt, ist dreist.

alt Es geht mir hier nicht um das Nachtreten einer gescheiterten Hoffnung, sondern darum, den Blick differenziert aufzuzeigen, auch aus der Warte eines engagierten Partners wie KulturPort.De, der 2012 die Konsequenz ziehen musste und sein Engagement für die „Hamburger Klangwerktage“ einstellte. Danach hörte man nie wieder etwas, kein Nachgespräch, kein Dankeschön für die Jahre des Engagements, rein gar nichts. Es bleibt ein fader Nachgeschmack.

Fairerweise möchte ich den vollständigen Text der Pressemitteilung der Leiterin der Klangwerktage im nachfolgenden den Lesern nicht vorenthalten:

Liebe Freundinnen und Freunde der Hamburger Klangwerktage,

Die Hamburger Klangwerktage 2012 haben auch dieses Jahr wieder einen erfolgreichen Ausklang genommen. Man kann das Gefühl haben, das Festival sei nun, nach sieben Jahren, richtig in Hamburg angekommen, so durchgehend gut besucht waren die Konzerte, trotz des kompliziert klingenden Themas. Das Schwerpunktthema war Mikrotöne, und in diesem Zusammenhang widmeten wir mehrere Veranstaltungen Ligeti und Hamburger Komponisten. Auch das Symposium „Ligeti und die Mikrotonalität“ brachte internationale Gäste nach Hamburg und zu unserem Festival. 
Die Stimmung war während des ganzen Festivals freudig, interessiert, angeregt und inspiriert, was mich dieses Jahr ganz besonders gefreut hat. Nach dem großartigen Abschlusskonzert mit den Hamburger Symphonikern, bin ich glücklich und auch stolz, was aus den Klangwerktagen in den sieben Jahren ihres Bestehens geworden ist.

Dieses Jahr lege ich meine Arbeit als künstlerische Leiterin des Festivals nieder und verabschiede mich von den Klangwerktagen. Damit ziehe ich die Konsequenz daraus, dass die Kulturbehörde nicht bereit ist, das Festival, das zu einem überaus wichtigen Kulturfaktor der Stadt geworden ist, zu fördern. Die Zukunft des Festivals ist leider noch sehr ungewiss, es hängt davon ab, ob sich eine solide Grundsicherung findet…
Ich selbst habe eine neue spannende Aufgabe übernommen. Ich bin als Projektleiterin im Aufbau einer interkulturellen Waldorfschule unter staatlicher Trägerschaft in Hamburg/Wilhelmsburg tätig. 

Ich danke allen treuen Freunden, Unterstützern, Besuchern, Musikern, Komponisten, Künstlern, Förderern, Kooperationspartnern und Mitarbeitern, dass sie durch ihre Begeisterung und ihr Engagement zum Gelingen des Festivals so viel beigetragen haben. Ich danke auch Amelie Deuflhard und dem Kampnagel-Team für die großartige Unterstützung bei der Umsetzung des Festivals. Und ich danke noch einmal Thomas Schmölz, der das Festival vor sieben Jahren gegründet und es mir vor vier Jahren so großherzig übergeben hat.

Somit verbleibe ich in der Hoffnung, dass die Klangwerktage doch noch eine Zukunft in Hamburg haben werden,
mit dankbaren Grüßen, 

Ihre Christiane Leiste
 (künstlerische Leitung)"


Nichtsdestotrotz werden wir bei KulturPort.De der Neuen Musik treu bleiben und weiter über die vielen und guten Veranstaltungen und Entwicklungen berichten.

Ihr Claus Friede


Hinweis: Die Inhalte von "Klartext" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Fotonachweis:
Headerfoto: Claus Friede

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avatar Mücke Quinckhardt
+13
 
 
danke Claus für die klaren Worte, die ich hier nur unterstützen möchte. Ich bin entsetzt über die Pressemitteilung von Frau Leiste, die politisches mit persönlichem mixt und dem kulturellen Auftrag, den sie inne hatte nicht gerecht wird. Ihr persönlicher Werdegang hat in der PM nichts verloren...
Es klingt als verließe die Ratte das sinkende Schiff. Gut für die Ratte, schlecht für das Schiff.
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avatar Christiane Leiste
-10
 
 
Lieber Claus Friede,
der Text, den Du kommentierst und weiterleitest, ist keine Pressemeldung, sondern ein persönlicher Newsletter, in dem ich den Freundinnen und Freunden der Klangwerktage meinen Abschied mitteile. In dem Newsletter beklage ich mich nicht, sondern bedanke mich bei allen Unterstützern und Freunden. Die Presse wurde durch eine offizielle Pressemeldung von Kampnagel schon im Oktober darüber informiert. Du weißt aus mehreren Gesprächen, wie sehr ich Kulturport und deine Arbeit schätze. Es stimmt, dass ich 2011 den Fehler begangen habe, sowohl Euer Logo, als auch das einer Förderin abzudrucken. Dafür habe ich mich längst entschuldigt. Aber Du machst mehr daraus. Du verallgemeinerst zwei Einzelfälle und suggerierst, die mangelnde behördliche Förderung sei darauf zurückzuführen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christiane Leiste
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avatar Claus Friede
+14
 
 
Liebe Christiane Leiste,
gerade in einem persönlichen Newsletter, der eben auch an euren Presseverteiler ging, wäre es gut gewesen, das "persönliche" ernst zu nehmen und auch ein paar selbstkritische Worte zu finden.
Das Wertschätzen unserer Arbeit freut uns, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter deiner Führung wir in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf den Druckerzeugnissen nicht berücksichtig wurden.
Wir haben auch erst vor knapp vier Jahren mit unserer Arbeit begonnen und brauchten und brauchen die öffentliche Aufmerksamkeit und das Bekanntwerden des Portals. Dass sich dieser Faux-pas wiederholte, war nahezu unglaublich.
Darüber hinaus bitte ich dich meinen Text noch einmal aufmerksam zu lesen, denn ich suggeriere keineswegs die mangelnde behördliche Förderung sei lediglich darauf zurück zu führen - darauf habe ich mich gar nicht bezogen und dies auch nicht kommentiert. Mir missfiel Dein persönlicher Newsletter aus den genannten Gründen und umso wichtiger war mir, unsere Haltung zu verdeutlichen, weil nämlich du suggerierst, das Ende der Klangwerktage sei lediglich auf die fehlende finanzielle Unterstützung der Kulturbehörde zurückzuführen.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und die neuen Aufgaben, die du übernimmst,

Claus Friede
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avatar tommy
+3
 
 
hin oder her. ich finde schade, dass die klangwerktage wegen geldmangel* nicht mehr stattfinden. ist das denn wirklich sicher?

*ist das nicht das papierzeug, was allerorten wie wild gedruckt wird?
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