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Marialy Pacheco: Introducing

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Montag, den 05. Mai 2014 um 08:46 Uhr
Marialy Pacheco: Introducing

Natürlich: Solch ein Album kann nur ein Mann besprechen. Was jetzt rein gar nichts mit dem abgebildeten Cover zu tun hat – auf diesen Gedanken würde nur eine Frau kommen… – sondern allein mit… ähm, tja, also… genau: um einfach mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, Männer würden attraktive Jazzmusikerinnen nicht zuletzt ob ihrer außermusikalischen Attribute ganz besonders schätzen.Was selbstredend völliger Unsinn ist, vor allem im Falle Marialy Pachecos, deren optische Note wohl kaum genügt hätte, um 2012 als erste Frau den Solo-Klavierwettbewerb des Montreux Jazz Festivals zu gewinnen. Nein, die kubanische Pianistin, die es vor einiger Zeit nach einem „Zwischenspiel“ in Australien nun in den Norden Deutschlands verschlagen hat, besitzt einfach auf den Tasten eine staunenswerte Sensibilität. Die nicht zuletzt aus ihrer klassischen Klavierausbildung herrührt, die offenbar nicht nur ihr Ohr, sondern eben auch den Anschlag für die feinen Zwischentöne geschult hat und ihr eine für Jazzpianisten eher seltene Ausdrucksdifferenzierung ermöglicht.

Marialy Pacheco: IntroducingDass Pacheco in Havanna obendrein Komposition studiert hat, kommt sowohl ihren Arrangements als auch den eigenen Stücken zugute, verknüpft sie doch gekonnt afro-kubanische Rhythmen mit teils furiosen, teil beschaulichen Jazz-Improvisationen, ohne dass sie oder ihre Musiker sich in Beliebigkeit oder technisch-virtuosen Schaustücken verlieren. Stattdessen entlädt sich dann und wann die instrumentale Energie wie auf einer perkussiven Fiesta, um hernach mit dem Tast-Sinn der Pianistin wieder in lyrische Gefilde zurückzufinden, in denen die Poesie heimischer Balladen mit dem Impressionismus eines Debussy verschmilzt. Was einen als Mann einfach dahinträumen lässt – natürlich nicht ob des Gedankens, wie das Coverbild wohl aus der entgegengesetzten Perspektive aussehen würde: Nein, ob der Feinfühligkeit dieser Jazzmusikerin, bei der die Harmonien gar wunderbar süß dahinzuschweben vermögen, wenn die Hämmer auf die Saiten treffen.


Label: Neuklang/Edel
Fotos: Copyricht Kuehne

Auftritt Jazzahead 2013

“Be my Love” mit Camerata of St. John’s


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.

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