Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 779 Gäste online

Neue Kommentare

Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...


CDs JazzMe

Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson

Drucken
(78 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 17. Oktober 2017 um 07:59 Uhr
Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson 4.1 out of 5 based on 78 votes.
Hudson - Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield

Unter dem Bandnamen „Hudson” haben sich mit Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski und John Scofield vier großmächtige Jazzmusiker zusammengetan, die gern und oft andere Genres in ihr Spielt gemischt haben und in derselben Gegend leben: im Hudson-Tal.

Dieser Landstrich spielte schon eine zentrale Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Später wurde er der bevorzugte Zufluchtsort vieler, die befürchteten, vom nur ein paar Autostunden entfernten Moloch New York City verschluckt zu werden – und nicht zuletzt liegt hier Woodstock, der berüchtigte Urschlamm der Hippies. Das Hudson River Valley ist also gleichermaßen Bestandteil des Gründungsmythos der USA und der Woodstock-Generation – und bis heute sollen hier im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Künstler leben als irgendwo sonst in den Vereinigten Staaten.

So atmet dieses Album denn auch die Gelassenheit einer einzigartigen Landschaft mit einem breiten, ewig-fließenden Strom. Behutsam hebt der Opener „Hudson” an und offenbart mit den ersten Tönen, wie dieses Quartett funktioniert: Sie hören einander zu, ergänzen, nehmen auf, halten im Fluss, spornen an, gleichen aus, verstärken – immer mit dem Ziel, das Stück besser zu machen. Gruppendynamik statt Showdown. Man muss sehr lange einem Fluss gelauscht haben, um solche Musik machen zu können.

COVER Hudson Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John ScofieldMit dem tiefenentspannt aber pointiert vorgetragenen „El Swing” (vom 2011er-Album „Miles Español”) besänftigt das Quartett Jazzpuristen und verneigt sich vor dem Übervater Miles Davis.
Joni Mitchell’s Folkhymne „Woodstock” nähert sich Scofield mit beeindruckend fragiler Artikulation. Den Ton, die verhangene Stimmung, die ambivalente Haltung zwischen hochfliegenden Träumen und Selbstzweifeln sollen die Hudsoneers im ersten Anlauf so gut getroffen haben, dass es diese Version direkt aufs Album geschafft hat.
In Robbie Robertson’s „Up On Cripple Creek” (erstmals mit The Band 1969 im Hudson River Valley aufgenommen) haben Hudson ihre nostalgische Wohlfühlzone erreicht: Sie versetzen es lustvoll mit mächtig angeschrägtem Ragtime.
„Es ist sehr schwer, die Balance zu finden: einerseits Jazz zu spielen und andererseits den Rock-, Funk- oder Folksongs treu zu bleiben. Das ist heikles, gefährliches Unterfangen“, mahnt John Medeski. Er erinnert damit an das mit zwei Grammys gepriesene Album „Country” von John Scofiled, das diese Balance gerade nicht sucht.
Absolut hörenswert ist, wie der Band dieses „gefährliche Unterfangen” in „A Hard Rain’s A-Gonna Fall” des Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan gelingt – einer der Glanzpunkte aus dessen Phase als Protestliedermacher. Und spätestens hier wird klar, dass „Hudson” auch eine politische Dimension innewohnt, steht doch das Hudson River Valley für vieles, was der Trotzkind-Präsident geifernd attackiert.

Und so schließt das Album denn auch mit einem spirituellen Gesang DeJohnettes: Im Stile seiner uramerikanischen Vorfahren gehalten und nur von einer Handtrommel und Holzflöten begleitet, verleiht die Band damit ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen friedlich zusammenleben – denn, so DeJohnette, „wenn wir das nicht tun, stoßen wir die Spezies und den Planeten ins Verderben“.

Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson
Label: Motema / Pias
CD, LP
EAN: 181212002287

YouTube-Video:
Hudson (Behind the Scenes) - DeJohnette, Grenadier, Medeski & Scofield (Trailer mit „Great Spirit Peace Chant“)
Hörproben (Alle Stücke gebündelt)

Weitere Rezensionen bei KulturPort.De zu John Scofield (11/2016)


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter www.aboutjazz.de.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Nick Suttler
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, Joh...

Mehr auf KulturPort.De

Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli
 Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli



„Haus bei Haus ist von der gelben Rasse bewohnt, jedes Kellerloch hat über oder neben dem Eingang seine seltsamen Schriftzeichen. Die Fenster sind dicht verh [ ... ]



Studio Braun: „Der goldene Handschuh“ im Deutschen Schauspielhaus
 Studio Braun: „Der goldene Handschuh“ im Deutschen Schauspielhaus



Was Kult ist, muss nicht unbedingt gut sein. Heinz Strunk ist Kult und tut alles dafür, dass es so bleibt. Egal, auf welchem Niveau. Sein blutrünstiger Bestsel [ ... ]



Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original
 Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original



Das Hamburger Theater für Kinder im Allee Theater, das in dieser Spielzeit seinen 50. Geburtstag feiert, bezaubert mit einer fantastischen Version des „Dschun [ ... ]



„Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn
 „Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn



Furioser Politthriller als Chronik staatlich autorisierter Gewalt.
Detroit, 25. Juli 1967. Hinter der Bühne des legendären Fox-Theatres fiebern Leadsinger Lar [ ... ]



Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.