Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 810 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


CDs JazzMe

China Moses: Nightintales

Drucken
(73 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 19. April 2017 um 10:02 Uhr
China Moses: Nightintales 3.9 out of 5 based on 73 votes.
China Moses Nightintales

Der britische Pianist John Taylor behauptete einmal: „Was die Leute dafürhalten, ist meistens gar kein Jazz.“ Er hatte ja so recht! Und das gilt auch für das neue Album „Nightintales“ von China Moses.
Aber: es ist richtig gut. Und wenn wir verhindern wollen, dass Frank Zappas Prophezeiung: „Der Jazz ist noch nicht tot, aber er riecht schon ein bisschen!“ seine olfaktorische Wirkung voll entfaltet, müssen wir akzeptieren, dass sich der Jazz verändert.

Bei China Moses – immerhin der Tochter von Jazz-Legende Dee Dee Bridgewater – hat der Jazz gute Chancen sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Nightintales ist im besten Sinne traditionell – sprengt diesen Rahmen aber durch Funk-, Soul- und Popversatzstücke. Schon der Opener Running könnte von Neneh Cherry, Norah Jones oder irgendeiner anderen Wanderin zwischen Pop und Jazz stammen.

China Moses: Nightintales CoverViel Zeit ist vergangen seit China Moses 1996 ihre erste Single „Time“ herausgebracht hatte: Ein harmonisch abgerundetes Stückchen Soul-Pop mit viel Frische und Pepp – und trotzdem ganz viel Retro. Ihre Stimme verriet schon damals: Das ist kein nettes unbedarftes Glamour-Sternchen, sondern eine wirklich talentierte Sängerin. Obwohl sie dann auch mit Guru, Étienne de Crécy und anderen Trendstars aus ihrer Wahlheimat Frankreich zusammenarbeitete, ging sie immer mehr in Richtung Jazz und legte 2009 mit „This One’s For Dinah“ eine gelungenes Tribute-Album mit Musik der unvergessenen Jazz-Pop-Lady Dinah Washington vor. Mit „Crazy Blues“ verneigte sich China Moses 2012 vor fast allen großen Blues-Heroinen von Mamie Smith und Helen Humes über Ma Rainey und Esther Phillips bis zu Nina Simone und Janis Joplin – schreckte auch nicht vor Donna Summer zurück.

Aber zurück zum aktuellen Album, das echte Highlights im Angebot hat. Elegant düster und finster (aber jazzig im besten Sinne des Wortes) kommt „Whatever” daher. Und „Hungover” ist fast ein brachialer Rocker, der richtig nach vorne losgeht! Put It On The Line klingt ziemlich bluesig aber auch sehr adult-music-mäßig.

Disconnected” ist immergrüner Pop-Funk-Jazz, sehr unterkühlt aber kurz vor Schluss fast ‚freejazzig’ gegen den Strich gebürstet. „Ticking Boxes” könnte man als wohltemperierten Balladen-Pop bezeichnen – wirkt aber mit seinem wunderschönen wenn auch sehr kalkuliert arrangierten Trompeten-Ausklang ziemlich erwachsenentauglich: etwas für die Generation, die schon mit Nordic-Walking-Stöcken unterwegs ist.

Bevor ich es aber vergesse: Blame Jerry – das ist nun verständlicherweise kein Lob – könnte auch bei jeder ARD-Silvesterparty laufen. Irgendwie scheinen dabei dem Produzenten Anthony Marshall die Harmonie-Pferde durchgegangen zu sein.

Ist der Weg schon das Ziel? Kann man so sehen: Muss man aber nicht! Nightintales ist ein wirklich gutes Album mit einigen überragenden Songs – aber auch ein Versprechen an die Zukunft des Jazz. Und China Moses wird uns bestimmt noch viele gute LPs bescheren: Sie ist auf dem richtigen Weg!

China Moses: Nightintales
Drums – Jerry Brown (tracks: Jerome "Jerry" Brown) / Electric Bass, Upright Bass – "Level" Neville Malcolm / Piano, Organ, Rhodes – Luke Smith / Producer – Anthony "You Better Sing" Marshall
Label: MPS Musik Produktion Schwarzwald New (Edel)
CD, Vinyl
EAN: 4029759117353
YouTube-Video:
Running - China Moses - Nightintales
China Moses - Nightintales - The Studio Sessions


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Sylvain Norget/PR
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > China Moses: Nightintales

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.