Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1019 Gäste online

Neue Kommentare

Phil zu "A Ghost Story". Der wehmütige Minimalismus des David Lowery: Rooney Mara ist wirklich zu bewundern für ihren ...
Herby Neubacher zu Kopf-Hörer 19 - für den Advent geeignet: Ja, da war doch was mit dem Advent? Ach ja, da wu...
franky zu 10 Jahre Lichte Momente 2017 – Outdoor-Videoprojektionen in Osnabrück : Lichte Momente sind großartig und machen richtig...
Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...

CDs JazzMe

Yotam Silberstein: The Village

Drucken
(126 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 04. April 2017 um 08:50 Uhr
Yotam Silberstein: The Village 4.2 out of 5 based on 126 votes.
Yotam Silberstein: The Village

Eine Hommage an Greenwich Village, jenen Stadtteil New Yorks in dem der israelische Gitarrist Yotam Silberstein seit zwölf Jahren lebt und arbeitet. Bereits in seiner Heimatstadt Tel Aviv machte der Musiker auf sich aufmerksam und wurde zu Jazz-Festivals quer durch Europa eingeladen. Ein Stipendium an der namhaften New York School ließ ihn 2005 ins „Village“ ziehen.

„The album’s title also refers to the fact that the world has become one global village, which has enabled easy access through the internet and social media to different styles of music and musicians from all over the world“, erklärt Silberstein zum CD-Namen.
Diese Aussage ist insbesondere dann zu verstehen, wenn man sein fünftes Album als Bandleader in Gänze gehört hat. Es ist eine sehr inspirierte CD und bildet neben recht amerikanischen Arrangements, so einiges aus dem Südteil des Kontinents ab: Argentinien, Uruguay, Brasilien.
Neben sehr ruhigen (Nocturno/October) bilden extrem lebhafte Stücke (Albayzin/Lennie Bird) die Pole.
Klassische Jazz-Gitarren-Läufe sind insbesondere in den Eigenkompositionen zu finden – bis auf drei von elf – sind dies alle.

Cover album/yotam-silberstein-the-village„Parabens“ ist ein gelungener, fein-rhythmischer Einstieg in ein lebensleichtes und positives musikalisches Motiv. Piano und Bass bestimmen viele melodische Strecken, die dann von der Gitarre aufgenommen, aber anders weitergeführt werden.
Das gesamte Stück ist ein wenig Stakkato-artiger als viele der folgenden.

Eine Widmung an den Tango ist „Milonga Gris“. Ein Quantum Melancholie in der Bewegung. Das Stück von Carlos Aguirre hat eine sensible Architektur und einen erbaulichen Flow. So raumgreifend wie eine Milonga eben ist.

„Nocturno“ ist wie ein Traum. Die nächtliche Erzählung ist eine instrumentale Reimform, gleitet frei und beseelt durch Zeit und Raum. Diese Leichtigkeit braucht keine Erinnerung, sie ist sich im Moment genug, verfliegt sogleich und hinterlässt nur eine Spur: Wohlgefühl.

Um im „The Village“ anzukommen dauert es eine Weile. Das Vorspiel ist tänzelnd um den Ankommenden herum. Der Einlass muss sich erarbeitet werden. Erst langsam klären sich die Töne der Gitarre und auch nur für kurze Momente. Es ist das amerikanischste Stück des Albums. Erst nach knapp drei Minuten nimmt es Tempo auf und öffnet die Tür.

Das bereits erwähnte „Albayzin“ (Stück Nr. 7) gehört zu den Höhenpunkten des Albums. Der Titel bezieht sich wohl auf den ältesten Stadtdistrikt von Granada im andalusischen Spanien. Es war einmal eine Hochburg für konfessionelles Miteinander, ein globalisiertes „Village“, in dem sich Mauren, Sephardim und Christen kulturell ergänzten. So ein wenig hört man eine Hommage an die Zeit und Stile, zwischen Okzident und Orient.

„October“ zieht eine goldbraune Schleppe von Wehmut hinter sich her. Wunderschön, wie sich E-Gitarre und Piano, Becken und Kontrabass ergänzen, Stimmfetzten verfliegen lassen und schließlich fast eine Meditation im weichen Glanz der Gitarrenklänge entsteht. Hier sitzt alles sechseinhalb Minuten lang passgenau.

Yotam Silberstein „The Village"
Yotam Silberstein, Gitarre; Aaron Goldberg, Piano ; Reuben Rogers, Bass ; Gregory Hutchinson, Drums
CD, Booklet, 6 Seiten
Jazz&People
EAN: 3149028103724
Hörprobe
YouTube-Video:
Yotam Silberstein "The Village" (trailer)
Yotam Silberstein - Live at the Iridium - The Village


Abbildungsnachweis: (c) jazz&people PR, CD-Cover
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Yotam Silberstein: The Village

Mehr auf KulturPort.De

Golnar & Mahan – Derakht
 Golnar & Mahan – Derakht



Ein Repertoire zwischen Weltmusik und Jazz: die Album-Neuerscheinung der beiden in Teheran geborenen – der Komponistin und Sängerin Golnar Shahyar und des Oud [ ... ]



Mike Stern: Trip
 Mike Stern: Trip



Eigentlich war Mike Stern auf dem Weg zum Flughafen, um eine Europatournee zu starten. Ein Unfall, bei dem er sich beide Oberarmknochen brach, brachte ihn dann i [ ... ]



Anton Melbye: Maler des Meeres
 Anton Melbye: Maler des Meeres



Unter dem Titel „Anton Melbye – Maler des Meeres“ findet im Altonaer Museum in Hamburg eine umfangreiche Ausstellung des dänischen Künstlers statt, der v [ ... ]



Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag
 Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag



Am 9. Dezember 2017 jährt sich der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann.
Als Sohn eines armen Schuhmachermeisters 1717 in Stendal, Sachsen-Anhalt geb [ ... ]



„Drei Zinnen". Oder die Abgründe einer Kinderseele
 „Drei Zinnen



Jan Zabeil inszeniert sein subtiles, visuell virtuoses Familiendrama als verstörendes Survival-Epos.
Mag er eigentlich diesen kräftigen, sportlich durchtraini [ ... ]



Jhumpa Lahiri sagt: "Mit anderen Worten – Wie ich mich ins Italienische verliebte"
 Jhumpa Lahiri sagt:



Als die Pulitzer-Preisträgerin des Millenniumjahrs 2000 Jhumpa Lahiri vor zwei Jahren vom amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama die "National Humanities M [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.