Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1000 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

CDs JazzMe

Sarah Chaksad Orchestra: Windmond

Drucken
(149 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 18. November 2016 um 10:03 Uhr
Sarah Chaksad Orchestra: Windmond 4.0 out of 5 based on 149 votes.
Sarah Chaksad Orchestra Windmond - Bauer Studios

Es ist ein satter Sound, der da auf dem Album „Windmond“ zu hören ist. Das 15-köpfige Sarah Chaksad Orchestra spielt als Jazz-Ensemble und steht ganz und gar in jener musikalisch-orchestralen Tradition, die genau den aller ersten Eindruck des Albums ausmacht: voller Klang.

„Windmond“ ist die CD betitelt. Und „Windmond“ heißt eines von neun Stücken darauf. Wer jetzt allerdings in vorauseilender Logik meint, die Bigband würde sich inhaltlich auf US-amerikanischen Durchschnitt beziehen – weit gefehlt. Das Niveau von College-Bands bitte sofort vergessen. Hier sind viele, exzellente, erfahrene Solisten am Werk, die das Miteinander pflegen! Es ist natürlich nicht nur in der Schweiz eine Erfahrung wert, wo sich das Ensemble mit Musikern aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich gründete, mit Gleichgesinnten jene jazzige Aura zu pflegen, die man nur in der Selbstständigkeit voll auskosten kann.

Windmond SCO CoverDieses Album ist wahrlich ein Genuss, denn jedes einzelne Stück, ob Ballade, Rock-Jazz oder freie Improvisation ist intelligent und jeweils individuell komponiert – alle übrigens von Sarah Chaksad, mit dem hörbaren und notwendigen Freiraum für die einzelnen Musiker während der Aufnahme. Vier Saxofone, drei Trompeten, drei Posaunen geben dem Projekt die Sättigung.

Zwar kann der Hörer einen übergreifenden Stil wahrnehmen, aber jedes Stück ist ausdifferenziert und klingt dadurch charaktervoll mitreißend und als Unikat. Durchdachte Tempi-Wechsel gehören ebenso zu den Qualitätsmerkmalen wie die Kompositionen selbst – sie unterstützen Spannungsbögen und Fließgeschwindigkeiten.

Die musikalische Matrix entsteht quasi irgendwo zwischen Wind und Mond. Weder als Gegensatzpaar gemeint, noch als Ortsbeschreibung. Windmond ist eine Erfindung. Der eigene Ausdruck der Saxophon-spielenden Komponistin ist es ebenfalls. Ab und zu schaut Neugierde, rockiges Zitat und Experimentierwillen um die Ecke („Blessed“), ein anderes Mal sphärischer Klang („Waterfall intro)“ oder stringente melodische Erzählung („Waterfall“).
Spätestens jetzt ist man ein klein wenig in den Sound verliebt.

Besonders „Look Back and Laugh“ und „The Insensitive Lady“ haben es mir angetan. Die Stücke sind jeweils ein wundervoll semantischer Raum zwischen gemeinsamer Erzählung, einsamer rhythmischer (Saxophon-)Begleitung und kleinen individuellen Ausflügen einzelner Instrumente. Die grundlegende Narration bleibt erhalten und formt sich doch am Ende wieder neu. „The Insensitive Lady“ hat zudem noch ein derart tolles Perkussions-Solo von Gregor Hilbe, dass man gerne mehr davon hätte.

Eine Musikerin aus einem Ensemble oder einem Album hervorzuheben kann problematisch sein, da es ein Werk aller Beteiligten gemeinsam ist, aber die Stimme von Julie Fahrer kommt so perfekt an das Kompositionsszenario heran, dass eine Erwähnung obligatorisch ist.

Sarah Chaksad Orchestra: Windmond
Sarah Chaksad - alto saxophone; Julie Fahrer - vocals; Andreas Böhlen - alto saxophone, soprano saxophone, clarinet, soprano recorder; Cédric Gschwind - tenor saxophone, flute; Fabian Willmann - baritone saxophone, clarinet; Lukas Wyss - trombone; Lukas Briggen - trombone; Lucas Wirz - bass trombone; Charley Wagner - trumpet, flugelhorn; Octave Moritz - trumpet; Jonas Winterhalter - trumpet, flugelhorn; Valentin Hebel - guitar; Michael Baumann - piano; Hagen Neye - bass; Jan Schwinning - drums
special guest: Gregor Hilbe - second drums on track 3,7,9
Label: Neuklang
EAN: 4012116415834

VÖ: 18.11.2016

Hörprobe

Video: Sarah Chaksad Orchestra @ Bauer Studios Ludwigsburg
Video: Sarah Chaksad Orchestra


Abbildungsnachweis:
Header: Sarah Chaksad Orchestra. Foto: Fabian von Unwerth
CD-Cover
Sarah Chaksad Orchestra. Foto: Fabian von Unwerth
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Sarah Chaksad Orchestra: Windmond

Mehr auf KulturPort.De

James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone
 James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone



Speckstreifen fliegen durch das Weltall, rote Lippenstifte und Atompilze verkünden das nahende Inferno, Butterstücke zerfließen in einer Pfanne, Spaghetti mit [ ... ]



„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.