Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1142 Gäste online

Neue Kommentare

Giselheid Otto zu Dialog über Grenzen: Kunst aus Ost und West – Die Sammlung Riese: Lieber Herr Riese,
ich bin Michaelas Freun...

Willem van Rensenbrink zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns: Danke für den Tipp. Ein klarer Oscar-Kandidat!...
h. pöhls zu James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone: war genauso beeindruckt. Gut beschrieben....
Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...

CDs JazzMe

Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Drucken
(279 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 28. September 2015 um 13:31 Uhr
Stefan Gwildis: Alles dreht sich 4.7 out of 5 based on 279 votes.
Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Zu viel Alkohol, ein Drehwurm nach albernen Spielchen oder umwerfende Veränderungen – und plötzlich heißt es: Alles dreht sich. Stefan Gwildis sieht jede Menge Bewegungen und ist selbst in Bewegung, das will er mit seinem neuen Album zeigen. Dabei will er kleine, alltägliche musikalische Begegnungen anbieten – mit ordentlich Liebe und einer Handvoll Geschichten. Zusammen mit Tobias Neumann (p) und Martin Langer (dr) dreht er sich seinen Fans in den Gehörgang.

alles dreht sich Gwildis CoverRuhig, bestimmt und gelassen klingt zum Beispiel seine Liebeserklärung an das Meer. Und jeder wird ihm folgen können. Nicht nur hier will Gwildis noch den Dreh zur Freiheit unterbringen. Dabei reicht schon, was da ist: Wellen, Wind und Weite. Elemente pur, in klare Töne gefasst.
An anderer Stelle wird’s brasilianisch und textlich schon fast skurril: Deutsche versinnbildlicht durch Vulkane? Rhythmus als leidenschaftliche Herzensangelegenheit entfesselter Teutonen? Naja, davon ist die Mehrheit der Einheimischen noch ein wenig entfernt. Aber: Alles dreht sich ja. Wer weiß, was Gwildis da anstößt… Heiter-perlende Melodiebögen, die von Zuckerhut und Strandschönheiten künden, sind für den Anfang auch ganz schön.

Musikalisch wirft Gwildis jedoch vor allem Bewährtes, Wohlgelittenes in die Waagschale. In einigen Phrasen scheint man vorherige oder frühere Gwildis-Songs zu erkennen. Immerhin: Ein verspieltes Intro, ein anderer kecker Text – zumindest lässt sich das durchhören. Leicht und frei, entspannt.

Und der Doppelhaushälften-Alltag, den Gwildis samt dunkel-schmachtendem Bofrost-Mann in einem seiner Songs beschreibt, hat Auswirkungen – in den Mundwinkeln. Wenn auch ein paar Klischees nicht zu überhören sind. In „Handvoll Liebe“ wirft Gwildis dann Gefühle und Irritationen übers Anders-Sein in die Welt, die auf jeden Fall schmunzeln und nachdenken lassen.

Der Sänger schwelgt bei all dem in Soul-Gefilden. Manchmal fällt auch ein Quäntchen Jazz mit ab. „Ganz nah bei sich“ sei er, eröffnet der Pressetext.

Die Bilder zum Album sollen übrigens in Lissabon entstanden sein. Sieht man nicht. Und hat mit der neuen Silberscheibe auch irgendwie nix zu tun. Obwohl: Lissabon dreht auch. Und Geschichten aus dem Leben hat die Stadt mindestens so viele wie Hamburg, das auf der CD mehrfach liebevoll erkennbar wird.

Am besten gefällt mir die neue Gwildis-CD, wenn es ruhiger, ernster wird. Das hat was von … dem genau richtigen Dreh. Aber für Fans gilt natürlich: Alles dreht sich.

Stefan Gwildis: Alles dreht sich
Label: 105Music, 2015
EAN: 888430238923
Hörprobe


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto Stefan Gwildis: Sandra Ludewig
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Mehr auf KulturPort.De

Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle
 Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle



So kurzweilig, so fesselnd erklang Wagners „Ring des Nibelungen“ lange nicht mehr wie kürzlich in Dresden mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staa [ ... ]



„Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro
 „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro



Betörender Genre-Mix aus Märchen, Musical, Spionagethriller, Liebesgeschichte, Neo Noir. Guillermo del Toro verändert nachhaltig den magischen Kosmos von ‚L [ ... ]



Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
 Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd



Gut Ding will Weile haben, heißt es. Manchmal erstaunlich lange Weile: Zum ersten Mal untersucht eine Ausstellung den Einfluss außereuropäischer Kunst auf das [ ... ]



„Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott
 „Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott



Elegantes Kidnapping-Drama als Psychogramm menschlicher Gier.
Rom, Juli 1973. „Bambino” nennen ihn die Prostituierten vom Piazza Farnese ironisch-mitleidig, [ ... ]



Machen sie mich schön, Madame d’Ora
 Machen sie mich schön, Madame d’Ora



Sie setzte mit großer Leidenschaft die schönen Dinge des Lebens in Szene: Die Mode. Die Kunst. Die feine Gesellschaft im Wien der K.u.k.-Monarchie und später  [ ... ]



Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung
 Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung



In den vergangenen Monaten machte Korea oft Schlagzeilen, aber immer war es Nordkorea, verbunden mit den Drohgebärden seines atomraketenverliebten Staatschefs K [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.