Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 674 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


CDs JazzMe

Jacob Karlzon: "Shine"

Drucken
Geschrieben von Sven Sorgenfrey  -  Freitag, den 07. November 2014 um 15:31 Uhr
Jacob Karlzon

Da geht die Sonne auf: Es rappelt ein wenig, ein paar einleitende Akkorde und schon gehts los; in Musik gegossene Lichtreflexionen, ein einziges Glitzern wie Sonne auf gekräuseltem Wasser. Karlzon lässt perlen – ein bisschen wie Lyle Mays. Das Stück liegt in Sound, Stimmung und Charakter sehr nahe an den Klassikern der Pat Metheny Group. Man erwartet jeden Moment das notorische Gitarrensynthesizer-Quaken des blauweißgeringelten Grinsemanns.

Das nächste Stück heißt “Bubbles” und hat auch noch was von dieser kalifornischen Sonntagmorgenfröhlichkeit, zu der Drummer Robert Mehmet Ikiz viel beiträgt, nur ist die Melodie von einer schlichten Naivität, zu der sich Metheny wohl eher nicht hätte durchringen können. “Inner Hills” und U2-Klassiker “I still haven’t found, what I’m looking for” setzen tiefgrünelnd sentimentale Kontraste. Die U2-Hymne mal ohne das narzisstische Dauerpathos von Bono zu hören, hat was, aber so richtig überzeugend finde ich Karlzons Soloklavier-Interpretation nicht. Mag sein (und das wollte ich immer schon mal schreiben), dass sich die weibliche Hörerschaft davon zu Träumen inspierieren lässt, sich gleich Betty (von den Peanuts) auf Karlzons Piano zu drapieren und mit der Perlenkette zu klimpern…

Jacob Karlzon “Outsourced” versucht sich zu “Slave-To-The-Rhythm”-Beats am Döner-Sound (George Harrisons “Within You Without You” ist dagegen ein authentisch exotistisches Stück), und “Metropolis” wartet mit Bass ‘n’ Drum-Habitus auf. Dafür geht in “One More Day” nichts, aber auch gar nichts zusammen.

Für meinen Geschmack ist das alles ein bisschen zu sehr “holla hier trauen wir uns aber mal was, und hossa, das kann ich auch und das hier erst recht”. Dabei blitzt zwischen dem ganzen elegischen Zeugs auf, dass Karlzon ein ganz, ganz feiner Klavierspieler ist, der ein breites Spektrum an (Jazz-) Stilen exzellent und überzeugend abrufen kann. Das Album wirkt, als spiele Karlzon fröhlich aber mit der Beliebigkeit eines Hochbegabten mal ein bisschen mal hiermit mal damit herum. Wie herrlich wäre es, wenn er etwas fände, woran er sein Herz hängen könnte – wie das wohl klänge?

Sein eigener Anspruch ist aber anders. Er wünsche sich, dass sein Publikum seine Musik in allen möglichen Situationen des Lebens höre. Das habe ich ausprobiert und mir das Album in die Ohren gekippt beim Kochen, Baden, S-Bahn-Fahren, Aufräumen, Mit-dem-Hund-durchs-Feld-Laufen, Fahrradreparieren, Mailslöschen usw. Dabei ging der Filter des Jazz-Kritikers irgendwann verloren. Und siehe da: Die Musik wurde bei jedem Hören angenehmer, die Melodien lassen sich trefflich mitsummen, der Groove lädt zu Bewegung ein. Nicht nur der Opener macht gute Laune sondern beinahe das ganze Album. Und so freue ich mich geläutert darüber, dass ich mit Jacob Karlzon einen Begleiter gefunden habe, der mir in der dunklen Jahreszeit Licht und Leichtigkeit schenkt.

Foto: © PR/Olaf Heine
Label: Act


KulturPort.De-Interview mit Jacob Karlzon
15 Fragen an Jacob Karlzon
Tourdaten von Jacob Karlzon
Video: Jacob Karlzon “Shine” (Albumvideo, YouTube)


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

OKRA – Piano & Field Recordings
Kultur Magazin



Die Okra, auch Gemüse-Eibisch, ist eine Gewächsart aus der Familie der Malvengewächse. Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas stammende Pflanze, [ ... ]



Till Brönner: The Good Life
Kultur Magazin



Baba-bäää, baba-bo-bääääbää – die Trompete ist unverkennbar, der smoothe und doch intensive Sound auch. Till B [ ... ]



Neil Cowley Trio: Spacebound Apes
Kultur Magazin



„Dies ist ein Projekt, an dem ich lange gearbeitet habe. Es beinhaltet Themen wie Schuld, Angst, Verlust und Sehnsucht – mit ein paar überraschenden [ ... ]



Melt Trio: Stroy
Kultur Magazin



Die beiden Brüder Peter (Gitarre) und Bernhard Meyer (Bass) sowie Moritz Baumgärtner (Drums) bringen ihr drittes Album heraus: Stroy.
Die archaische V [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

„Snowden” – Patriot oder Verräter?
Kultur Magazin



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
Kultur Magazin



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
Kultur Magazin



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



Jonas Burgert – Hälfte Schläfe
Kultur Magazin



Die Hamburger Produzentengalerie in der Admiralitätsstraße zeigt bis zum 30. Oktober 2016 Werke von Jonas Burgert. Seit der Ausstellung „Geschichtenerzä [ ... ]



„Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue
Kultur Magazin



Lucie Borleteau inszeniert die Odyssee ihrer Protagonistin ästhetisch virtuos als Chronik einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung: sinnlich, melancholis [ ... ]



Gilla Cremer auf der Spur der Geheimisse wahrer Freundschaft
Kultur Magazin



Was ist eigentlich Freundschaft? Wie entsteht sie? Was hält langjährige Freunde zusammen? Was kann sie trennen? Was ist bei Freundschaft anders als bei Liebe?  [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events