Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1228 Gäste online

Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Angela zu „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens: Oh, dann Danke für den Lang-Spoiler - da muss ja...

CDs JazzMe

Justin Clark: Permanent Transience

Drucken
Dienstag, den 16. September 2014 um 12:55 Uhr
Justin Clark: Permanent Transience

Der US-Amerikaner Justin Clark hat sich für ein Instrument entschieden, das bei den meisten von uns wohl nicht in den Top 30 landet, wenn es um die musikalische Erziehung der Kinder geht: die Bassposaune. Das hat – im scharfen Kontrast beispielsweise zur Trompete – den Vorteil, dass er nicht auf einen bestimmten Stil oder ein übermächtiges Vorbild festgelegt ist. So hat Clark zunächst eine steile Karriere als Orchestermusiker, Solist und Lehrstuhlinhaber in der klassischen Musiksparte hingelegt.

Was er mit seinem hinreißend musizierenden “tranzient ensemble” veranstaltet jedoch ist kühn. Stellen Sie sich vor, in einer Musikbibliothek sei eine Bombe explodiert. Überall liegen Fetzen von Partituren aus allen Epochen der Musikgeschichte herum. Jemand hat sie aufgesammelt, legt sie auf einer leeren Fläche aus und fügt die Bruchstücke in beliebiger Reihenfolge aneinander und macht daraus seine ganz eigene Musik.

Justin Clark: Permanent Transience Dabei sind unerhörte und dennoch seltsam vertraut anmutende Collagen entstanden, die – auch wegen der eigenwilligen Besetzung mit Klavier, zwei Mal Schlagwerk, Kontrabass und Violine – gelegentlich an Stummfilmslapstickvertonungen erinnern: Dem temporeichen Treiben auf der Leinwand muss die Musik wie am Nasenring immer hinterher.
Die Elemente der verschiedenen anklingenden Musikstile sind teils Ableitungen der Vorbilder, teils neu arrangierte Originale etwa von Claudio Monteverdi oder Claude Debussy. Da hört man Renaissancechoräle, Passagen aus einem Beethoven Klavierkonzert, Mischungen aus barockem Motiv-Absequenzieren und Jazz-Improvisation und 1001 Dinge mehr.

Mit Alban Berg, dem “Meister des kleinsten Übergangs” (Adorno), verbindet Clark die Vorliebe für spontane Szenenwechsel, sollte die Gefahr wonnigen Zuhörens durch allzu ohrenschmeichleriche Passagen überhandnehmen.
Aber keine Angst! Auch musikgeschichtlich Halb- oder Viertelgebildete kommen bei Justin Clark auf ihre Kosten: Der Bassposaunist will auf diesem Album nur vorführen, was sein Instrument alles kann. Harmonisch ist das alles nicht wirklich schräg, und die Grundstimmung ist entdeckungsfreudig, selbstironisch und heiter.


Justin Clark – the tranzient ensemble: Permanent Transience
Label: Neuklang
Nr. NCD4094


Justin Clark: Permanent Transience (Album Preview)
Hörprobe
Homepage Justin Clark


Abbildungsnachweis:
Header: Foto: PR/Andreas Graf
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Justin Clark: Permanent Transience

Mehr auf KulturPort.De

Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden
 Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden



Seit 2014 spielt das Ensemble Resonanz jedes Jahr seine ganz eigene Fassung von Bachs „Weihnachtsoratorium“ im Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße in H [ ... ]



„Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“
 „Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“



Reproduktionen und Variationen sind keine Erfindung der Moderne. Wie „Die Geburt des Kunstmarktes“ im Bucerius Kunst Forum zeigt, gingen schon „Rembrandt,  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.