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Veranstaltung
- Titel:
- American Photographs - Architecture and the Abstract Image
- Wann:
- 21.08.2009 - 26.09.2009
- Wo:
- Galerie Renate Kammer - architektur und kunst - Hamburg
- Kategorie:
- Architektur - Design
Beschreibung
Fotoausstellung zum Hamburger Architektursommer 2009
mit Arbeiten von Berenice Abbott, Margaret Bourke-White, Walker Evans, Ruth Bernhard, des Architekturfotografen Julius Shulman u. v. a.
Die während des diesjährigen Hamburger Architektursommers in der Galerie Renate Kammer gezeigte Ausstellung „American Photographs – Architecture and the Abstract Image“ ist der Auftakt einer lockeren Ausstellungsreihe mit amerikanischer Fotografie. American Photographs ist eine spannende und kontrastreiche Gegenüberstellung von Motiven bekannter und weniger bekannter amerikanischer Fotografen. Das besondere an diesem Ausstellungskonzept ist, das es sich bei den gezeigten Arbeiten überwiegend um so genannte „vintage prints“, das heißt dem Erstabzug, der unmittelbar nach der Entstehung des Negativs vom Fotografen abgezogen, handelt.
Die Kuratorin Erle Bessert hat aus dem Bestand einer norddeutschen privaten Fotosammlung mit dem zeitlichen Schwerpunkt in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts für die Ausstellung ca. 40 Arbeiten von über 20 Fotografen herausgesucht. Gezeigt werden neben so weltberühmten Fotokünstlerinnen wie Berenice Abbott, Margarete Bourke-White und Julius Shulman, auch Arbeiten von Todd Webb, Arthur Siegel, Drahomir Ruzicka, Ruth Bernhard und Walker Evans, um nur einige aufzuzählen. Doch auch weniger bekannte Fotografen wie Robert „Bob“ Leavitt, Irving Underhill, Mildred Hatry und Samuel Gottscho, die man heute selbst in den USA kaum mehr kennt, werden vertreten sein.
Seit Erfindung der Fotografie – vor genau 170 Jahren – hat sich nicht nur in der Technik viel verändert, die Fotografie hat sich zu einer eigenständigen Kunstgattung mit unterschiedlichen Genres entwickelt. Viele Impulse gingen zwar von Deutschland aus, wurden aber in Amerika verfeinert und zur Perfektion gebracht. Darunter fällt auch die Architekturfotografie, die ursprünglich mehr noch als die anderen, zunächst aus einem rein dienenden Aspekt heraus entstand. Auch dabei gibt es Unterformen, wie die klassische Architekturaufnahme, die in erster Linie dazu dient, ein Bauwerk so realistisch wie möglich abzubilden, sei es aus dokumentarischen Gründen oder auch für Werbezwecke. Und trotzdem mit dem Problem arbeiten muss, aus einer dreidimensionalen Wirklichkeit ein zweidimensionales Abbild zu schaffen. Einer der großen auf die Innen- und Außenansichten von Gebäuden spezialisierten Fotografen, dessen Arbeiten heute sowohl dokumentarischen Wert als auch künstlerischen Charakter aufweisen, ist der Amerikaner Julius Shulman.
Als einen seiner ersten Aufträge lichtete Shulman 1937 den vom Architekten Richard Neutra auf die Anforderungen und Wünsche der Auftraggeberin Grace Miller 1936 gebauten Bungalow in Palm Springs, Kalifornien ab. Und schon bei dieser frühen Arbeit fand Shulman zu seiner ureigenen Handschrift, in dem er die Fotos inszeniert und wie in diesem Fall die Hauseigentümerin lesend auf der mit Fensterglas umrandeten Veranda aufnimmt und Teile kargen Landschaft mit aufs Bild nimmt.
Julius Schulman erfüllte mit seinen Arbeiten aber nicht nur den Auftrag des jeweiligen Architekten, ob es Richard Neutra oder später Pierre Koenig war, ein Gebäude und die ihm umgebende Natur abzulichten, er fing auch den Lebensstil einer mondänen Gesellschaft und den Zeitgeist der 40er, 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein.
Eine ganz andere Intention besitzen die Arbeiten, wie die Bildikonen „Pike and Henry Street“ und „El“, aus einer Serie von Berenice Abbott. Durch Eugène Atget, in dessen Pariser Studio sie arbeitete, inspiriert, stellte Abbott eine New-York-Dokumentation zusammen, die 1939 unter dem Titel „Changing New York“ veröffentlicht wurde. Hier deckt sie wie eine Archäologin die alten Bauwerke einer sich verändernden Stadt auf und fängt Momente ein, die heute einer Zeitreise gleichen. Abbott ging es nicht darum, etwas zu verschönern, sondern die Wirklichkeit so abzubilden, wie sie sie vorfand.
Noch viel klarer und analytischer und auf Details konzentriert, sind die Arbeiten von Margaret Bourke-White. Die in der Ausstellung gezeigten seltenen Vintage Prints sind um 1930 entstanden, kurz nach ihrem Einzug in das für sie vom Designer John Vassos ausgestattete Studio im Chrysler Building in New York. Hier werden die Dekors zu abstrakten Gebilden und lassen erst auf dem zweiten Blick die eigentliche Funktion – in Säulen eingebaute Aquarien – erkennen.
Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 12-18 Uhr / Samstag 11-15 Uhr
Abbildung: Walker Evans, "Building North of Boston", 1949, vintage gelatin silver print, 19,5x19,5 ( © Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art)
mit Arbeiten von Berenice Abbott, Margaret Bourke-White, Walker Evans, Ruth Bernhard, des Architekturfotografen Julius Shulman u. v. a.
Die während des diesjährigen Hamburger Architektursommers in der Galerie Renate Kammer gezeigte Ausstellung „American Photographs – Architecture and the Abstract Image“ ist der Auftakt einer lockeren Ausstellungsreihe mit amerikanischer Fotografie. American Photographs ist eine spannende und kontrastreiche Gegenüberstellung von Motiven bekannter und weniger bekannter amerikanischer Fotografen. Das besondere an diesem Ausstellungskonzept ist, das es sich bei den gezeigten Arbeiten überwiegend um so genannte „vintage prints“, das heißt dem Erstabzug, der unmittelbar nach der Entstehung des Negativs vom Fotografen abgezogen, handelt.
Die Kuratorin Erle Bessert hat aus dem Bestand einer norddeutschen privaten Fotosammlung mit dem zeitlichen Schwerpunkt in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts für die Ausstellung ca. 40 Arbeiten von über 20 Fotografen herausgesucht. Gezeigt werden neben so weltberühmten Fotokünstlerinnen wie Berenice Abbott, Margarete Bourke-White und Julius Shulman, auch Arbeiten von Todd Webb, Arthur Siegel, Drahomir Ruzicka, Ruth Bernhard und Walker Evans, um nur einige aufzuzählen. Doch auch weniger bekannte Fotografen wie Robert „Bob“ Leavitt, Irving Underhill, Mildred Hatry und Samuel Gottscho, die man heute selbst in den USA kaum mehr kennt, werden vertreten sein.
Seit Erfindung der Fotografie – vor genau 170 Jahren – hat sich nicht nur in der Technik viel verändert, die Fotografie hat sich zu einer eigenständigen Kunstgattung mit unterschiedlichen Genres entwickelt. Viele Impulse gingen zwar von Deutschland aus, wurden aber in Amerika verfeinert und zur Perfektion gebracht. Darunter fällt auch die Architekturfotografie, die ursprünglich mehr noch als die anderen, zunächst aus einem rein dienenden Aspekt heraus entstand. Auch dabei gibt es Unterformen, wie die klassische Architekturaufnahme, die in erster Linie dazu dient, ein Bauwerk so realistisch wie möglich abzubilden, sei es aus dokumentarischen Gründen oder auch für Werbezwecke. Und trotzdem mit dem Problem arbeiten muss, aus einer dreidimensionalen Wirklichkeit ein zweidimensionales Abbild zu schaffen. Einer der großen auf die Innen- und Außenansichten von Gebäuden spezialisierten Fotografen, dessen Arbeiten heute sowohl dokumentarischen Wert als auch künstlerischen Charakter aufweisen, ist der Amerikaner Julius Shulman.
Als einen seiner ersten Aufträge lichtete Shulman 1937 den vom Architekten Richard Neutra auf die Anforderungen und Wünsche der Auftraggeberin Grace Miller 1936 gebauten Bungalow in Palm Springs, Kalifornien ab. Und schon bei dieser frühen Arbeit fand Shulman zu seiner ureigenen Handschrift, in dem er die Fotos inszeniert und wie in diesem Fall die Hauseigentümerin lesend auf der mit Fensterglas umrandeten Veranda aufnimmt und Teile kargen Landschaft mit aufs Bild nimmt.
Julius Schulman erfüllte mit seinen Arbeiten aber nicht nur den Auftrag des jeweiligen Architekten, ob es Richard Neutra oder später Pierre Koenig war, ein Gebäude und die ihm umgebende Natur abzulichten, er fing auch den Lebensstil einer mondänen Gesellschaft und den Zeitgeist der 40er, 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein.
Eine ganz andere Intention besitzen die Arbeiten, wie die Bildikonen „Pike and Henry Street“ und „El“, aus einer Serie von Berenice Abbott. Durch Eugène Atget, in dessen Pariser Studio sie arbeitete, inspiriert, stellte Abbott eine New-York-Dokumentation zusammen, die 1939 unter dem Titel „Changing New York“ veröffentlicht wurde. Hier deckt sie wie eine Archäologin die alten Bauwerke einer sich verändernden Stadt auf und fängt Momente ein, die heute einer Zeitreise gleichen. Abbott ging es nicht darum, etwas zu verschönern, sondern die Wirklichkeit so abzubilden, wie sie sie vorfand.
Noch viel klarer und analytischer und auf Details konzentriert, sind die Arbeiten von Margaret Bourke-White. Die in der Ausstellung gezeigten seltenen Vintage Prints sind um 1930 entstanden, kurz nach ihrem Einzug in das für sie vom Designer John Vassos ausgestattete Studio im Chrysler Building in New York. Hier werden die Dekors zu abstrakten Gebilden und lassen erst auf dem zweiten Blick die eigentliche Funktion – in Säulen eingebaute Aquarien – erkennen.
Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 12-18 Uhr / Samstag 11-15 Uhr
Abbildung: Walker Evans, "Building North of Boston", 1949, vintage gelatin silver print, 19,5x19,5 ( © Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art)
Veranstaltungsort
- Ort:
- Galerie Renate Kammer - architektur und kunst - Website
- Straße:
- Münzplatz 11
- PLZ:
- 20097
- Stadt:
- Hamburg
- Bundesland:
- Hamburg
- Land:
-
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