Spezial - Elbjazz Festival 2012

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2012

Wer ist online?

Wir haben 879 Gäste und 7 Benutzer online
DSL TV 200x200

Kultur-Port.De Community Login

Neue Kommentare

Claus Friede zu "Unverzeihlich dumm" - Direktor der Kestnergesellschaft attackiert Documenta-Chefin: In der Sache, lieber Veit Goerner, hast Du ja Rec...
Stefan Meier zu Rezensiert! "The Fall": Habe den Film jetzt zum dritten Mal auf DVD anges...
Hans-Joachim Maquet zu UNESCO feiert ersten Welttag des Jazz: Großartige Initiative - ein Schritt der unbeding...

Aktuelle Kultur Veranstaltungen

Spezial - Hamburger Gitarrentage 2012

Spezial - wildWECHSEL 2012

Spezial - Lange Nacht der Museen 2012

Spezial - Hamburger Klangwerktage 2011


Hamburger Klangwerktage

Hol Dir den Löffelöffner

Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hamburger Klangwerktage   
Freitag, den 12. November 2010 um 16:11 Uhr
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
Diesen Satz von Victor Hugo las ich vor kurzem in Straßburg auf einem Linienbus. Er würde auch hierher passen. Paradox ist er und wahr zugleich. Warum?
Die Musik drückt etwas aus: sie „sagt“ etwas, was nicht gesagt werden kann. Sie sagt es mit ihren eigenen Mitteln: einer „Sprache“, die jenseits der Sprachen liegt und die uns nicht schweigen lässt.

Insbesondere über die Neue Musik wollen wir hier nicht schweigen. Gerade weil sie uns in noch größerem Maße sprachlos macht als die herkömmliche. Jenseits der Erklärungen und Belehrungen, jenseits einer risiko- und deshalb genauso belanglosen Didaktik finden wir uns angesichts der Neuen Musik vielmehr in einer Situation des Sprechen Lernens, in der die Laute in ihrer Bedeutung nicht aufgehen, sondern als solche erklingen. Wenn Erklärungen nichts fruchten und Lehrbücher angesichts des Sprachlosen keinen Sinn machen, wie versetzen wir uns dann in die Situation, das unmögliche Schweigen zu brechen?
Indem wir lernen zuzuhören, hinzuhören, überhaupt zu hören. Indem wir uns zu einem Hören verführen lassen, das unsere Erwartungen enttäuscht. Jedes Stück Neuer Musik stellt in dieser Beziehung eine Provokation dar: Hör, nimm wahr, überschreite,was du weißt, nimm wahr, was da ist!

Im Alltag, in der Normalität sind unsere Ohren zumeist verstopft. Vom Straßenlärm, vom akustischen Horizont unserer Zivilisation, vom verborgenen Trott unserer musikalischen Erwartungen, von den unmerklichen Geräuschen des Bescheid-Wissens. Sollten wir uns da nicht eine Art „Löffelöffner“ besorgen, die uns helfen, unsere Gehörgänge zu entrümpeln?

Neue Musikstücke sind solche „Löffelöffner“.
Lassen Sie uns versuchen, die Hamburger Klangwerktage als offene und öffnende Refugien zu verstehen, die möglich machen, künstlerische Prozesse von heute zu erleben, sie zu verstehen und an der Schwelle eines unmöglichen, aber kaum zu brechenden Schweigens den Austausch zu wagen.

Christiane Leiste Leitung der Hamburger Klangwerktage

Ihre Kommentare (Gast-Eintrag auch ohne Mitgliedschaft möglich)

Name *
E-Mail (für Bestätigungen & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events